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Radevormwald: Mehr als 200 Wanderer holen sich den Stempel

Wandertag in Radevormwald : Mehr als 200 Wanderer am 1. Mai unterwegs

Wald, Wasser und Wolle: Nach der Pandemie-Pause lud die Stadt wieder zum Wandertag ein. Unterwegs wurden alle mit vielen Informationen versorgt.

Gerade noch hat am Wegesrand ein kleiner Wasserfall geplätschert, schon deutet Regina Hildebrandt in die andere Richtung. „Dieser Blick erklärt auch, warum Rade die Stadt auf der Höhe genannt wird“, sagt die Wanderführerin und zeigt in die Ferne. Und wer den Blick jetzt schweifen lässt, entdeckt auf dem übernächsten Hügel die vertraute Silhouette der Innenstadt, samt drei Kirchtürmen. Während die einen noch ein paar Bilder vor blauem Himmel aufnehmen, machen sich die anderen bereits auf den Weg Richtung Dahlerau. „Jeder hat hier sein eigenes Tempo, und trotzdem sind wir als Gruppe unterwegs“, sagt Regina Hildebrandt, während sie gut gelaunt weiterspaziert.

Es ist der erste Wandertag nach der langen Pandemie-Pause. Und mehr als 200 Wanderer haben sich an diesem 1. Mai auf den Weg gemacht, um den Wald-Wasser-Wolle-Wanderweg zu erkunden. Vielen ist er schon vertraut. Und trotzdem halten sie die Ohren und die Augen offen, lauschen den Geschichten der Wanderführer und lassen die Eindrücke auf sich einprasseln. Zehn Kilometer misst die Strecke bis zum Wupperdamm, wo ein Verpflegungsstand wartet und ein Bustransfer zurück zur Grundschule in der Innenstadt angeboten wird – dem Zielpunkt.

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Hier haben sich am Morgen gleich mehrere Gruppen auf den Weg gemacht: Eine ambitionierte Wandergruppe hat in schnellem Tempo den Weg Richtung Damm eingeschlagen. Iris Kausemann begleitet die geübten Wanderer. Ihnen folgt eine gemütlichere Gruppe: Andreas Hackländer führt die Spaziergänger zum Ülfebad, Regina Hildebrandt übernimmt den Abschnitt bis zur Tuchfabrik Wülfing und von dort übernimmt Ulrich Kühn. Der ist den Wald-Wasser-Wolle-Wanderweg in den vergangenen Tagen bereits mit offenen Augen abgelaufen, hat die Beschilderung aktualisiert und – wo es nötig war – auch erneuert. So kann sich keiner verlaufen, selbst wenn er den Kontakt zur Gruppe kurz verliert. Unterwegs nehmen sich die Wanderer Zeit für die Eindrücke der Strecke: „Es ist ein Naturerlebnis“, sagt Regina Hilderbrandt und erinnert an Ülfe, Eisringhauser Bach und Wupper, die die Wanderer plätschernd begleiten. „Und gleichzeitig können Wanderer am Rande überall die Spuren der Geschichte entdecken“, sagt sie. Davon machen sich die Teilnehmer vor allem rund um die ehemalige Tuchfabrik Wülfing ein Bild: Einheimische, aber erst recht die Gäste lassen hier die Spuren der Industriekultur auf sich wirken. Weiter geht es Richtung Bahnhof Dahlhausen, durch den Wald bis zum Wupperdamm.

Hier haben die Wanderer der schnellen Gruppe bereits eine Rast eingelegt. Kirsten Hackländer, städtische Veranstaltungs- und Tourismusbeauftragte, schenkt Wasser aus und verteilt Müsliriegel – und vor allem spendiert sie den Wanderern hier einen Stempel für die getane Arbeit. Den holt sich auch Waltraud Ewald, die in der schnellen Gruppe unterwegs war. Anschließend beißt sie genüsslich in den Müsliriegel. „Das ist ein sehr schöner Weg“, sagt sie und blickt sich zu ihren Mit-Wanderern um, „und auch, wenn er für uns nicht neu ist, genießen wir ihn.“ Es sei das viele Wasser, das sie hier vor allem begeistere und immer mal wieder auf den Weg ziehe – mal alleine, mal mit ihren Wanderfreunden und gerne auch zum Wandertag. „Es ist schön, in Gesellschaft zu wandern“, sagt sie, „und wir freuen uns auch über die engagierten Wanderführer.“

Neben ihr sitzt Norbert Petri, der sich die Schuhe aufgebunden hat. „Der Wandertag ist für mich ein fester Termin“, sagt er, „so wie die Kirmes“. Den lasse er sich nicht entgehen. Die zehn Kilometer reichen ihm für heute. Er macht sich mit dem kostenlosen Shuttlebus auf den Rückweg zur Grundschule. Währenddessen sucht Waltraud Ewald Mitstreiter, die mit ihr weitergehen. Etwa zehn Kilometer misst der Fußweg zur Schule. „Ich bin für heute noch nicht fertig“, sagt sie. Und schnell finden sich Wanderer, die sich ihr anschließen.

Zur Belohnung serviert das Deutsche Rote Kreuz an der Grundschule Kuchen und Grillwürstchen. In anderen Jahren seien mehr als 400 Wanderer beim Aktionstag dabei gewesen, sagt Kirsten Hackländer, als sich die Menschen auf den Heimweg machen. Aber für den Neustart nach der Pandemie-Pause sei sie doch ganz zufrieden mit der Resonanz.