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Radevormwald: Marc D. Klein kritisiert das Gottesdienst-Verbot

Kirche in Radevormwald : Pfarrer kritisiert das Gottesdienst-Verbot

Der katholische Seelsorger Marc D. Klein hat sich enttäuscht über das weitere Verbot von Präsenzgottesdiensten in Radevormwald geäußert. Er ermutigt Gläubige, zur Kirche nach Hückeswagen zu gehen.

Der Pfarrer der katholischen Seelsorgeeinheit Radevormwald-Hückeswagen, Marc D. Klein, hat sich enttäuscht über das weitere Verbot von Präsenzgottesdiensten in Radevormwald geäußert. Im aktuellen Pfarrbrief weist der Geistliche darauf hin, dass kurz vor Weihnachten vom Oberbergischen Kreis die Allgemeinverfügung gekommen sei, in Kommunen mit hoher Inzidenzzahl alle öffentlichen Gottesdienste zu untersagen. „Dieses Verbot gilt für Rade, nicht jedoch (im Moment) für Hückeswagen“, so Klein. Bei einem Wert unter 300 sei das Verbot der Feier von Gottesdiensten auch nach der Bewertung des Erzbistums nicht gerechtfertigt.

„Das verfassungsmäßig garantierte Grundrecht auf Ausübung des Glaubens wurde kurzerhand ausgehebelt, obwohl von Gottesdiensten -– außer durch solche, die sich an keinerlei Hygienekonzepte gehalten haben – bisher keine Ansteckung bekannt geworden ist und wir mit zahlreichen Ehrenamtlichen ein ausgezeichnetes Sicherheits- und Hygienekonzept vorgesehen hatten mit allen zu erfüllenden Auflagen des Landes und des Erzbistums Köln“, berichtet der Pfarrer. Er habe zwar Widerspruch eingelegt, aber diese Einwände würden von den Entscheidungsträgern „bestenfalls höflich zur Kenntnis“ genommen.

Zum Glück sei die Pfarrkirche in Hückeswagen recht groß, so dass alle aus Hückeswagen und auch manche aus Rade dort einen Platz finden, um die Gottesdienste mitzufeiern. Auch unter den Gemeindemitgliedern habe die Ankündigung des Kreises Unverständnis hervorgerufen, versichert Marc D. Klein. „Es herrschte bei allem Verständnis für die Corona-Situation doch viel Enttäuschung und Verärgerung in der Gemeinde angesichts dieses kurzfristigen und nur mit allgemein gehaltener Begründung ausgesprochenen Verbots. Jetzt schauen wir nach vorne auf das neue Jahr. Wer hätte vor einem Jahr eine solche Pandemie für möglich gehalten? Wer hätte für möglich gehalten, dass die Feier von Gottesdiensten verboten wird, was selbst zu schlimmsten Kriegs-Zeiten nicht einmal geschehen ist? Vor uns liegen viele Herausforderungen. Ich bitte Sie herzlich: Bleiben Sie nicht fern, auch wenn Sie derzeit lieber zu Hause die Gottesdienste mitfeiern.“

Jeder müsse selbst entscheiden, was derzeit für sie richtig und gut ist, so der Pfarrer. „Aber bitte: Bleiben Sie dem Glauben und Christus treu! Bleiben Sie unseren Gemeinden verbunden. Verlieren Sie nicht den Mut und die Hoffnung! Lesen Sie in der Heiligen Schrift. Und beten Sie. Ich danke Ihnen herzlich für jeden Einsatz – sei es durch Gebet, Spenden oder aktive Mitarbeit.“