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Radevormwald: Lutherische Gemeinde feiert Gottesdienst per Live-Stream

Kirche in Radevormwald : Das Internet verbindet Gläubige

Die Allianzgebetswoche wurde mit einem Live-Stream beendet. Die lutherische Kirche verzichtet weiterhin auf Präsenzgottesdienste.

Dass die lutherische Kirchengemeinde auch weiterhin auf Präsenzgottesdienste verzichtet, hat das Presbyterium in der Sitzung vergangene Woche entschieden. „Dem Presbyterium ist durch die gesamte Zeit der Pandemie hindurch der Schutz von Leben wichtig. Das hohe Gut der freien Religionsausübung möchte das Presbyterium demgegenüber zurückstellen und hat deshalb beschlossen vorerst auch weiterhin auf Präsenzgottesdienste und Präsenzveranstaltungen zu verzichten“, teilt der Vorstand der Gemeinde mit.

Pfarrerin Manuela Melzer unterstützt diese Entscheidung und stößt auch in Gesprächen mit Gemeindegliedern auf Verständnis: „Die meisten Menschen reagieren verständnisvoll auf diese Entscheidung und halten sie für richtig. Wir schützen besonders Menschen der Risikogruppe mit dieser Entscheidung.“

Auf Gottesdienste in der Kirche an der Burgstraße zu verzichten, nimmt besonders treuen Gemeindegliedern die Entscheidung ab, ob sie sich dem Gefahr einer Infektion mit dem Corona-Virus aussetzen und einen Gottesdienst besuchen oder zuhause bleiben. „Wir wollen unsere Gemeindeglieder gar nicht erst in diesen Zwiespalt bringen.“

Manuela Melzer ist froh darüber, dass ihre Gemeinde als eine der ersten im Bergischen Land den Weg zu den Live-Streams gefunden und die Online-Gottesdienste professionell umgesetzt hat. Das Engagement von Pfarrer Philipp Müller im Bereich der Digitalisierung hat sich gelohnt. „Die Zugriffe auf unsere Live-Streams steigen weiterhin. Die Menschen, die keinen Internetanschluss haben, bekommen die Gottesdienste auf Tablets nach Hause.“ Das Gemeindeamt verschickt auf Wunsch außerdem Ausdrucke der Predigten. Der Konfirmandenunterricht der Gemeinde findet ebenfalls online statt. Das funktioniert per Videochat und digitalem Arbeitsmaterial gut.

„Die digitalen Angebote ersetzen keine persönlichen Begegnungen, aber sie helfen uns dabei unsere Angebote aufrechtzuerhalten und weiterhin füreinander da zu sein“, sagt die Pfarrerin. Sie plant in Zusammenarbeit mit ihrem Kollegen und dem Presbyterium das digitale Angebote für Familien auszubauen. Erste Ideen wurden dafür bereits gesammelt. „Wir nehmen die Bedürfnisse junger Familien mehr in den Blick und wollen Familiengottesdienste im Live-Stream anbieten. Ich habe außerdem schöne interaktive Angebote gefunden, in denen Kinder den Kirchraum digital erkunden können“, sagt Manuela Melzer.

Digital wurde auch der Abschlussgottesdienst der Allianzgebetswoche am Sonntag gefeiert. Pastor Volker Nieland von der Freien evangelischen Gemeinde Grafweg und Manuela Melzer meldeten sich dazu am Sonntag live aus der Kirche an der Burgstraße zu Wort.

Die Allianzgebetswoche 2021 lief aufgrund der Pandemie ebenfalls ganz anders ab, als in den vergangenen Jahren. Die Gemeinden hatten in der Vergangenheit Gebetsveranstaltungen in ihren Kirchen und Gemeindehäusern organisiert, um Gläubige aus Radevormwald zusammenzubringen. In diesem Jahr wurde nicht in Gemeinschaft gebetet. „Bei dieser Allianzgebetswoche hat jeder für sich selber gebetet. Gottes Wort stand im Mittelpunkt“, sagt Manuela Melzer.

Die Allianzgebetswoche konzentrierte sich in diesem Jahr darauf, Gott zu loben und ein tieferes Verständnis für sein Wort zu entwickeln und dieses in den eigenen Alltag zu integrieren. „Wir befinden uns derzeit in einer Krise, und in diesen Zeiten fällt es vielen Menschen schwer, Gott zu loben und weiterhin zuversichtlich zu sein. Die Allianzgebetswoche hat dabei geholfen“, sagt Manuela Melzer. Die 175. Allianzgebetswoche stand unter dem Motto „Lebenselixier Bibel“.