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Radevormwald: „life-ness“ schließt Bad und Sauna an zwei Tagen

Geänderte Öffnungszeiten : „life-ness“ schließt Bad und Sauna an zwei Tagen

Der Fachkräftemangel zwingt das Freizeit-Center dazu, seine Öffnungszeiten ab kommenden Montag, 3. Juni, zu verändern. Ab dann bleiben Schwimm- und Sportbad sowie die Saunalandschaft montags und donnerstags für die Öffentlichkeit geschlossen.

Geänderte Öffnungszeiten gelten ab kommenden Montag, 3. Juni, im Freizeit-Center „life-ness“. Vor allem Schwimmer und Saunagänger sind betroffen, wenn sowohl das Schwimm- und Sportbad als auch die Saunalandschaft montags und donnerstags komplett geschlossen bleiben. Beide Tage sind im Bad künftig dem Schul- und Vereinsschwimmen vorbehalten. In der Sauna gibt es weiterhin die langen Sauna-Abende jeden ersten Freitag und jeden dritten Samstag mit verlängerten Öffnungszeiten von 19 bis 24 Uhr, sowie ganz neu jeden ersten Samstag im Monat den ganzen Tag eine Damensauna.

Geschäftsführer Ronald Eden begründet die geänderten Zeiten mit dem Fachkräftemangel, es gebe schlichtweg keine Fachangestellten für Bäderbetriebe. Der Markt sei leer. Das „life-ness“ reagiert umgehend und hat bereits damit begonnen, sich seine eigenen Fachangestellten auszubilden. Möglich macht dies Marco Guicciardini, der seit 1. Dezember die Betriebsleitung für das Schwimmbad sowie die Sauna und das Gebäudemanagement übernommen hat. Er ist Meister für Bäderbetriebe und Ausbilder. Seit 1. Januar und 1. Februar werden zwei Rettungsschwimmer über fünf Jahre zu Bäderangestellten ausgebildet, außerdem ab 1. September ein Auszubildender im dualen System über einen Zeitraum von drei Jahren.

„Generell reagieren wir mit den geänderten Öffnungszeiten auf unsere Ressourcen, aber auch auf Angebot und Nachfrage in einem stetig härter umkämpften Wettbewerb“, sagt Eden. Montag und Donnerstag seien die vom Kundenstrom her schwächsten Tage im „life-ness“. Außerdem zähle die Einrichtung an den beiden Tagen durch Vereine und Schulen ohnehin schon so viele Gäste, dass es häufiger auch schon zu Engpässen in den Umkleiden mit den normalen Gästen gekommen sei. „Das sind für uns schon richtige Großkampftage“, sagt Eden.

Dafür gebe es Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag großzügigere Öffnungszeiten von 6.30 bis 21 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 9 bis 19 Uhr. Donnerstag gebe es künftig kein Frühschwimmen mehr, dafür aber Freitag ab 6.30 Uhr. „Das wird einfach nur verschoben“, sagt Eden.

Auch in der Sauna gibt es Veränderungen: Sie bleibt donnerstags ab sofort ganztägig geschlossen, bislang war von 9.30 bis 15 Uhr Damensauna und von 15 bis 22 Uhr gemischte Sauna. „Auch hier hatten wir einen sehr geirngen Zuspruch, das war unser schlechtester Tag von der Auslastung“; erläutert Eden. Als „Bonbon“ und „Versuchsballon“ versteht der Bädermanager das Angebot einer ganztägigen Damensauna an jedem ersten Samstag im Monat. „Da ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal“, findet Eden. Dienstag öffnet die Sauna ab 3. Juni schon um 9.30 Uhr statt wie bislang erst um 14 Uhr, und auch an den anderen Tagen sind die Zeiten großzügiger geplant von 9.30 bis 22 Uhr und am Wochenende bis 20 Uhr. Mit all den Änderungen bei den Öffnungszeiten sind allerdings noch keine Preiserhöhungen verbunden, betont Eden. Aufsichtsrat und Mitarbeiter seien über die Änderungen informiert worden. Eden betont, dass das Schwimmbad die eigentliche Existenzberechtigung für das „life-ness“ darstelle. Die oberste Priorität habe dann das Schulschwimmen als Hoheitsaufgabe, dann kämen die Vereine als freiwillige Leistung, erst an dritter Stelle das öffentliche Schwimmen und mit noch weniger Bedeutung die Sauna. Hinzu komme das Nessi-Kinderland mit einem Sechs-Tage-Betrieb und einer Top-Auslastung wie Eden betont. Der Geschäftsführer kündigt weitere Einschränkungen bei Öffnungszeiten und Bäderzeiten an, falls es nicht gelinge, den Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen. Dann müsse man zwangsläufig über die weitere Reduzierung von Standards sprechen.

Eden weist auf ein neues und sehr beliebtes Angebot hin: Kinderschwimmkurse ab dem 5. Lebensjahr. „Hier ist die Nachfrage riesig“; bestätigt Guicciardini. Vorteile: kaum Wartezeiten und eine hohe Aufenthaltsqualität für die Kinder.