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Radevormwald: Küster Roman Stikelmaier wurde in den Ruhestand verabschiedet

Kirche in Radevormwald : Ein Gottesdienst für Roman Stikelmaier

Roman Stikelmaier war über 25 Jahre Küster der lutherischen Gemeinde In Radevormwald. Viele Weggefährten kamen zu dem Gottesdienst, bei dem erst festlich verabschiedet wurde.

Wer in den vergangenen 25 Jahren die lutherische Kirche an der Burgstraße besucht hat, ist wahrscheinlich von Roman Stikelmaier begrüßt worden. Der Küster der Kirchengemeinde ist bekannt für seine freundliche Ausstrahlung und seine Hilfsbereitschaft. Der 65-Jährige hat wesentlich zu der herzlichen Atmosphäre in der Kirche und den Häusern der Gemeinde beigetragen und wurde nun mit einem festlichen Gottesdienst in seinen Ruhestand verabschiedet.

In die Kirche kamen am Sonntag nicht nur Freunde und Familienmitglieder, sondern auch zahlreiche Kollegen und Weggefährten. Weil die Plätze aufgrund der Corona-Schutzverordnung stark eingeschränkt waren, verfolgten viele Gemeindeglieder die Verabschiedung des Küsters über den Live-Stream.

„Ich freue mich auf den Ruhestand, aber werde meine Arbeit auch vermissen. Ich war immer gerne Küster und Hausmeister“, sagt Roman Stikelmaier. Für ihn waren die Begegnungen mit Menschen das Wertvollste an seiner Arbeit. „Ich habe immer neue Menschen kennengelernt und sie zum Beispiel bei der Vorbereitung ihrer Hochzeit unterstützt. Meine Arbeit ist nie langweilig geworden, weil die Aufgaben vielseitig waren.“

Roman Stikelmaier ist vor 31 Jahren nach Radevormwald gezogen und wohnt hier mit seiner Frau Lilia. Davor hat der Küster Unter Tage in der Sowjetunion gearbeitet. Radevormwald ist seine neue Heimat und der Gemeinde wird er auch im Ruhestand treu bleiben. „Für Fragen stehe ich jederzeit bereit“, sagt er.

Pfarrerin Manuela Melzer hielt die Predigt des Festgottesdienstes und rückte dabei die Bedeutung des Schlüssels in den Mittelpunkt. „Schlüssel regeln den Zugang, und wer die Schlüsselgewalt hat, scheint wichtig zu sein. Unser Küster und Hausmeister hatte immer die richtigen Schlüssel parat“, sagt sie. Die Schlüssel des Lebens und für neue Lebensabschnitte, wie den Ruhestand, legt die Pfarrerin in den Glauben. „Gott gibt uns die Schlüssel gegen den eigenen Stolz oder gegen unsere Angst. Schlüssel des Lebens sind aber auch Dinge, wie Freundlichkeit, ein Lächeln oder Fantasie.“ Dass Roman Stikelmaier alle seine Aufgaben mit einem Lächeln erledigt hat, dankt ihm die ganze lutherische Kirchengemeinde. „Du hast in den Jahrzehnten mehr als 50 Weihnachtsbäume aufgestellt, unzählige Hochzeiten und Taufen vorbereitet und immer wieder neue Verstecke für unsere wichtigen Schlüssel gefunden.“

Auch Pfarrer Philipp Müller dankte Roman Stikelmaier für seinen Dienst. „Als ich hier in der Gemeinde ankam, hast du gesagt ‚Wenn du etwas brauchst, sag einfach Bescheid‘, und genau das macht ein guter Küster. Du hast unsere Gemeinde mit deiner Kraft und deinem Herzen gefüllt.“

Dietrich Menn, Pfarrer im Ruhestand, richtete während des Gottesdienstes auch Worte an seinen ehemaligen Kollegen. Er hat Roman Stikelmaier immer mit „lieber Chef“ angesprochen. „Dein Engagement und deine Fürsorge standen mir stets zur Seite, und unsere Zusammenarbeit hat immer funktioniert. Dafür bin ich dankbar“, sagt Dietrich Menn, der den Küster seit seiner Ankunft in Radevormwald kennt. Auch Gudrun Henseler und Kirchenmusiker Martin Scheibner verabschiedeten sich persönlich von Roman Stikelmaier. Der war nach den vielen Wortbeiträgen sichtlich gerührt. „Die 25 Jahre in der Kirche waren sehr schön und diese Zeit werde ich nie vergessen“, sagt er. Der persönliche Gottesdienst an seinem alten Arbeitsplatz war für Roman Stikelmaier ein schöner Auftakt für seinen nächsten Lebensabschnitt. Übrigens: Die Stelle des Küsters und Hausmeisters wird nicht nachbesetzt.