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Radevormwald: Kriminalhauptkommissar Walter Steinbrech informierte über Online-Betrüger

Infoveranstaltung in Rade : So erkennen Senioren Online-Betrüger

Kriminalhauptkommissar Walter Steinbrech informierte Senioren über Gefahren, die im Internet lauern. Das Interesse war groß.

Das Internet wird nicht nur von jungen und mittelalten Menschen genutzt, sondern auch von Senioren. Die meisten Männer und Frauen, auch über 70 Jahren, sind online. Im Internet surfen gelingt ihnen auch ohne Hilfe, egal ob mit dem Smartphone oder dem Computer zuhause. Senioren nutzen das Internet, um sich über Nachrichten zu informieren, E-Mails zu verschicken, sich neues Wissen anzueignen, einzukaufen und auch für Online-Banking.

Die Veranstaltung des Seniorenbeirates „Gefahren im Internet“ wurde deswegen nicht nur von Kriminalhauptkommissar Walter Steinbrech geführt, sondern auch von der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen. Wie man mit Gefahren im Internet umgeht und wie man sie erkennt, ist vielen Nutzern nämlich nicht klar. Michael Scholz und Martin Wiesemann, Kundenberater bei der Sparkasse und zuständig für den Bereich Electronic-Banking, informierten die Teilnehmer mit einem Rollenspiel über mögliche Gefahren beim Online-Banking.

Michael Scholz, verkleidet mit Hut und Sonnenbrille, schlüpfte in die Rolle des bösen Internetbetrügers, Martin Wiesemann in die des Nutzers. „Ich habe eine Mail von meiner Bank bekommen und soll über einen Link Informationen von mir angeben. Da kann etwas nicht stimmen“, sagte Martin Wiesemann und sensibilisiert seine Kunden für betrügerische E-Mails. Verdächtig sind auch angebliche Falschbuchungen, die über einen Link zurückgeschickt werden sollen, Anrufe aus dem Ausland oder TAN-Nummern, die nicht angefordert wurden. „Die Sparkasse und andere Banken werden sie nie online unter Zeitdruck setzen oder nach persönlichen Daten fragen. Das passiert ausschließlich im persönlichen Gespräch“, sagte Scholz.

Zeitdruck ist nicht nur ein beliebtes Druckmittel von Betrügern bei Online-Banking, sondern generell bei Internet- oder Telefonkriminalität. Das bestätigt auch Walter Steinbrech, der sich bei der Kreispolizeibehörde in Gummersbach um Prävention kümmert. „Schnelligkeit ist das Geschäft von Betrügern. Wer Ruhe bewahrt, sich Zeit nimmt und über die Forderungen der Betrüger nachdenkt, hat schon viel richtig gemacht“, sagte der Kriminalhauptkommissar. Die Gefahren im Internet lauern hinter freundlich formulierten E-Mails, die zum Geldüberweisen auffordern, aber auch bei Sicherheitslücken der Software. „Jeder Nutzer, auch von Smartphones, braucht eine aktuelle Schutzsoftware, um zu verhindern, dass Daten geklaut werden“, sagte Steinbrech. Am Ende ginge es bei Kriminalität im Internet immer nur um Geld, aber das könne auch in Form von Datendiebstahl erwirtschaftet werden. „Öffnen sie keine Links oder E-Mail-Anhänge, die ihnen komisch vorkommen“, warnte er.

Ein Thema ist auch weiterhin der Betrug am Telefon. Im Oberbergischen Kreis werden wöchentlich Fälle gemeldet, bei denen falsche Polizisten bei Senioren angerufen haben, um an Geld oder Daten zu kommen. „Legen sie selber auf, unterbrechen sie die Verbindung und wählen dann erst die 110.“

Internetnutzer sollten zudem darauf achten, sichere, gut verschlüsselte Passwörter zu benutzen und diese nur an eigenen Geräten und in verschlüsselten Funk-Netzen einzugeben. Gute Passwörter bestehen aus Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Zeichen. Auf dem Computer sollten nur Software auf vertrauenswürdigen Quellen installiert werden.