Radevormwald: Kreisverkehr geplant fürs westliche Tor zur Innenstadt

Straßenplanung in Radevormwald : Ein Kreisverkehr für „Knippings Eck“

In der Sitzung des Verkehrsauschusses am Dienstag hat die Verwaltung den Entwurf für einen Kreisel am westlichen Ausgang der Innenstadt vorgelegt. Dafür müsste allerdings die Sitzgruppe mit der Kastanie weichen.

Wenn es nach den Plänen der Stadt geht, wird sich die Kreuzung am „Knippings Eck“, wo Kaiser-, Telegrafen-, Hohenfuhr- und Grabenstraße aufeinandertreffen, deutlich verändern. Derzeit wird der Verkehr dort durch Ampeln geregelt, doch im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes II will die Stadt einen Antrag für Zuwendungen stellen, welche einen Kreisverkehr an dieser Stelle möglich machen.

Bei der Vorstellung des Handlungskonzeptes vor zwei Jahren war dieser Plan bereits angekündigt worden. Das westliche Einfallstor zur Innenstadt soll damit einladender werden, zudem gelten Kreisverkehre als probate Mittel, um den Verkehr abzubremsen.

Am Dienstagabend präsentierte Ulrich Dippel, der Leiter des Technischen Bauamtes, im Ausschuss für Kultur, Tourismus und Verkehr die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie für dieses Projekt.

Der Bereich, um den es geht, ist vergleichsweise eng, und es habe sich gezeigt, so Dippel, dass eine Reihe vorgeschlagener Lösungen nicht umsetzbar waren, etwa ein Kreisverkehr in einer „Ei-Form“. Bei der Prüfung der Varianten war die Verwaltung im Gespräch mit der Polizei und den zuständigen Verkehrsbehörden.

Ein großer Kreisverkehr sei an dieser Stelle nicht zu verwirklichen, erklärte Dippel. Ein zu kleiner Kreisverkehr mit einer runden Fläche in der Mitte, die überfahren werden kann, beruhigt den Verkehr nicht so wie es erwünscht ist.

Umsetzbar seit letztlich nur eine der Varianten, erläuterte der Amtsleiter, nämlich ein Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 28,50 Metern. Damit sich die verschiedenen Verkehrsströme nichts ins Gehege kommen, würde ein „Bypass“ für jene Fahrzeuge angelegt, die in die Kaiserstraße abbiegen möchten.

Damit dieses Vorhaben verwirklicht werden kann, müsse leider die Kastanie mit der Sitzgruppe am Ausgang der Grabenstraße weichen. Auch müsse ein kleines Stück des Parc de Châteaubriant geopfert werden. Allerdings sollten sich die Rader keine Sorgen machen, dass etwa das Umfeld des Gartenhäuschens davon betroffen sein werde, stellte Ulrich Dippel gestern gegenüber der BM klar. „Die Maßnahme wird maximal drei Meter in den Park hineingehen.“ Einige Bäume werden voraussichtlich fallen müssen, aber in einem solchen Fall wird es Neupflanzungen geben.

Elisabeth Pech-Büttner, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Grüne, meinte zu den Plänen: „Wir wollten doch eigentlich den Schwerlastverkehr aus der Innenstadt herausziehen.“ Die vorgestellte Variante bewirke da jedoch keine Besserung. Auch fragte die Ratsfrau, ob ein Radewegkonzept bei der Anlage des Kreisverkehres berücksichtigt worden sei. Das mussten die Vertreter der Stadtverwaltung verneinen. „Die Hohenfuhrstraße bietet nicht die Voraussetzungen für einen Radweg“, erklärte Jochen Knorz, Leiter des Ordnungsamtes. Was den Schwerlastverkehr angehe, müsse man bedenken, dass der Lieferverkehr für die Geschäfte in der Innenstadt gewährleistet werden müsse.

Die Kreisverkehr-Variante, die nun im Ausschuss diskutiert wurde, ist freilich nur ein erster Entwurf. Die Details werden, bevor das eigentliche Verfahren beginnt, noch in den politischen Gremien erörtert werden.

Der Förderantrag muss im kommenden Jahr abgeschickt werden. Der Umbau des Innenstadteingangs West ist dann angedacht für das Jahr 2021.

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