Politik in Radevormwald „Halten Sie es durch, die Straße zu sperren?“

Radevormwald · Bei der Frage, wie am künftigen Bildungszentrum „Am Kreuz“ der Hol- und Bringverkehr geführt werden soll, ist die Politik weiter gespalten. Der Vertreter der Assmann-Gruppe warnt, das ganze Bauvorhaben könnte so verzögert werden.

 Ein Banner an der GGS Bergerhof zum Thema Elterntaxis. Die Sorge vor einem Verkehrschaos am künftigen Bildungszentrum „Am Kreuz“ treibt bereits die Politik um.

Ein Banner an der GGS Bergerhof zum Thema Elterntaxis. Die Sorge vor einem Verkehrschaos am künftigen Bildungszentrum „Am Kreuz“ treibt bereits die Politik um.

Foto: Lutz Aldermann

Gegen Ende der Debatte gab es mahnende Worte vom Vertreter der Assmann-Gruppe. „Wir müssen die Varianten für das neue Bildungszentrum jetzt fixieren, jedes Aufschieben wird später zu einer deutlich verspäteten Inbetriebnahme führen“, warnte Diplom-Ingenieur Kolja Burggräf.

Vorangegangen war im Hauptausschuss eine ausgedehnte Diskussion darüber, wie die Verkehrsführung für den Hol- und Bringverkehr am neuen Bildungszentrum im Bereich „Am Kreuz“ geregelt werden soll. Die Assmann-Gruppe hatte, nachdem bereits im jüngsten Bauausschuss kontrovers über das Thema gestritten worden war, einen neuen Entwurf vorgelegt. Die Stichstraße, mit der das Areal erschlossen wird, weist demnach einen „Kiss and Ride“-Bereich auf, am Ende der Straße können die „Elterntaxis“ dann wenden oder durch die geplante Einbahnstraße der benachbarten Siedlung zurückfahren. Die Einmündung auf die Elberfelder Straße wird mit einer Ampel versehen. Burggräf zeigte sich zuversichtlich, dass dies eine gute Lösung sei.

Das sehen Teile der Politik ganz anders. Rolf Ebbinghaus, Fraktionschef der Alternativen Liste (AL), bekräftigte erneut seine Auffassung, dass der Hol- und Bringverkehr aus der Stichstraße ausgeschlossen werden soll. Auch die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) zeigt sich skeptisch, ihr Fraktionsvorsitzender Bernd-Eric Hoffmann befürchtet chaotische Zustände in der Stichstraße und schlug erneut vor, eine Zufahrt von hinten, am Kommunalfriedhof vorbei, zu prüfen. Burkhard Klein, Leiter der Ämter für Stadtplanung und Bauaufsicht, stellte jedoch klar, dass diese Zufahrt zu schmal und für ein solches Fahrzeugaufkommen nicht geeignet sei. Klein warnte auch vor der Idee der UWG, eine Hol- und Bringzone an jener Stelle einzurichten, wo sich jetzt die Skulptur „Läufer“ befindet. „Dann geht zwischen Elberfelder und Kaiserstraße gar nichts mehr.“

Burggräf betonte, dass der Versuch, den Hol- und Bringverkehr aus der Stichstraße rauszuhalten, aller Erfahrung nach zum Scheitern verurteilt sei: „Die Eltern werden immer den nächstmöglichen Weg zum Klassenzimmer suchen.“ Und er fragte die Politik herausfordernd: „Halten Sie es durch, diese Stichstraße zu sperren?“

CDU-Fraktionsvorsitzender Dejan Vujinovic dankte Burggräf für seine „klaren Worte“. Die Eltern würden auf jeden Fall einen Weg finden, um auf das Gelände zu kommen. „Wir brauchen eine einfache, klar strukturierte Verkehrsführung“, erklärte Vujinovic und mahnte: „Wir müssen jetzt vorankommen.“

Für den Ausschuss hatten die drei Fraktionen von CDU, AL und UWG jeweils Anträge zum Thema gestellt, die jedoch für die Sitzung zurückgezogen wurden. Kritik gab es von UWG-Fraktionschef Hoffmann an den aus seiner Sicht übereilten Verfahren, nicht nur bei der Verkehrsführung: „Am Montag werden die einzelnen Varianten für das Bildungszentrum vorgestellt, am Dienstag soll im Rat bereits der Beschluss fallen.“ Die UWG plädiere für einen Workshop, um insbesondere das Problem des drohenden Verkehrskollapses in Ruhe zu besprechen.

Auf der Fläche des neuen Bildungszentrums soll unter anderem die Katholische Grundschule Lindenbaum einen neuen Standort finden, außerdem sind eine neue Kita und eine Turnhalle geplant.

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