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Radevormwald: Konferenz fürs „Schaufenster“

Werbegemeinschaft in Radevormwald : Konferenz fürs „Schaufenster“

Auch viele Händler in Radevormwald kämpfen in der Corona-Krise ums nackte Überleben. Die Werbegemeinschaft „Rade lebt“ hat zur Unterstützung ein Online-Schaufenster installiert.

Die Lage ist ernst. Für einige sogar sehr ernst und existenzbedrohend. Das Coronavirus hat dramatische Auswirkungen auch auf den Handel in Radevormwald. „Wir alle stehen momentan jeden Tag vor neuen Herausforderungen. Das Hauptziel ist es, unsere Zukunft zu sichern und das aktuelle Tagesgeschäft trotz der aktuellen Einschränkungen am Laufen zu halten“, teilt Marcus Strunk, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, den Gewerbetreibenden in der Bergstadt jetzt in einer E-Mail mit.

Die Lage sei auch deshalb so bedrohlich, weil niemand wisse, wie lange diese Beschränkungen noch bestehen bleiben. Optiker Marcus Strunk bietet in seinem Geschäft am Radevormwalder Marktplatz derzeit auch nur einen Notdienst an. Von richtigem Umsatz könne lediglich bei Reparaturen keine Rede sein. „Andere Kollegen nehmen vielleicht 200 Euro pro Woche ein“, berichtet er. Da er aber kein Mensch sei, der gerne jammere und die Hände in den Schoß lege, seien nun kreative Ideen und Ansätze gefragt.

„Weil wir das geplante Rader Schaufenster als Plattform für Händler, Dienstleister und Gewerbetreibende Ende März in der GGS Stadt absagen mussten, haben wir uns die Frage gestellt, warum wir an der Grundidee nicht einfach festhalten und uns auf einer anderen Plattform gemeinsam präsentieren? Und somit auch sofort Umsatz generieren?“, fragte sich Strunk gemeinsam mit Jörg Becker von der Sparkasse und Kai Becker von der Agentur „B Zwei“. Deshalb ruft die Werbegemeinschaft jetzt ein „Online-Schaufenster“ auf der Webseite der Werbegemeinschaft unter https://radelebt.de/index.php/kleinanzeigen/shop ins Leben.

Hier können Unternehmen sich und ihre Produkte präsentieren. „Der Endverbraucher sieht, was im Angebot ist und kann Kontakt zu der Firma aufnehmen, um das weitere Vorgehen zu besprechen“, erklärt Strunk. Möglich sei zum Beispiel, dass ein Unternehmen Ware anliefert oder dass der Kunde, so weit das zulässig ist, Ware auch vor Ort abholt. Das Wesen der Plattform erinnert nach Angaben von Strunk ganz bewusst an die bekannten Kleinanzeigenportale.

„Unser Ziel ist es, den Firmen und Händlern das Einstellen von Produkten oder Dienstleistungen so einfach wie möglich zu machen und höchste Flexibilität bei der Abwicklung zu bieten“, sagt er. Gleichzeitig solle ein Händler aber auch den persönlichen Kontakt zu seinen Kunden halten und im direkten Dialog stehen. Strunk: „Dieses digitale Schaufenster haben Ende vergangener Woche eine Handvoll Händler getestet und für gut befunden, die ersten haben auch bereits Produkte eingestellt.“

Weil die Sparkasse finanzielle Unterstützung zusagte, ist die Teilnahme für Mitglieder der Werbegemeinschaft in der Test- und Krisenphase kostenfrei, alle anderen müssen Mitglied der Werbegemeinschaft werden, die derzeit knapp 100 Mitglieder zählt. „Wir möchten mit dem Schaufenster alle kreativen Ideen in Rade bündeln“, sagt Strunk. Dazu gehöre es auch, einen möglichst umfangreichen Branchenmix zu erzielen.

Zurzeit gibt es Einträge für die Kategorien Drogerieartikel, Heim und Garten, Handarbeiten, Gesundheit und Wellness, Brillen und Schmuck, Tierbedarf, Gutscheine, Finanzen/Dienstleister und Sonstige. Nutzer können in dem Online-Schaufenster nach Kategorien suchen, später sollen auch die teilnehmenden Händler angezeigt werden, kündigt Strunk an

Das Schaufenster biete bewusst kein fertiges Konzept, sondern soll ein erster Baustein in die richtige Richtung sein. „Wir retten vielleicht kein Geschäft, suchen aber Leute, die auch nach vorne blicken wollen“, sagt Strunk. Er hofft jetzt auf einen Schneeballeffekt, mit dem sich viele Multiplikatoren finden lassen.

Derzeit machen als Anbieter mit: Energetix Bianca Becker, Juwelier Kühn, Sparkasse, Das Stoffkränzchen. Optik Strunk. Tiersnackeria-Rade und Garten Werker.

Strunk betont, dass im neuen Online-Schaufenster schon zehn bis 15 Anbieter mitmachen müssten, um eine gewisse Ernsthaftigkeit zu erzielen. „Ich will jede Chance ergreifen, die uns vielleicht helfen kann, und mache das auch mit einem großen Spaß“, sagt er.