Radevormwald: „Knippingsche Ecke“ nimmt Gestalt an

Bauprojekt in Radevormwald : „Knippingsche Ecke“ nimmt Gestalt an

An einer der Hauptkreuzungen in der Innenstadt entsteht derzeit ein neues Wohn- und Geschäftsgebäude. Die Rader Firma „schmidt + andres“ lässt hier bis 2021 zwölf Mietwohnungen und diverse Gewerbeeinheiten bauen.

Der 40 Meter hohe Kran thront mächtig über der Kreuzung an der Kaiserstraße/Ecke Telegrafenstraße. Die Absperrung für die Autofahrer reicht bis an die Fahrbahn ran, Fußgänger müssen die Straßenseite wechseln. Trotzdem läuft der Verkehr problemlos an der Großbaustelle vorbei. Investor Mark Schmidt lässt seinen Blick über die riesige Baugrube schweifen. „Wir hoffen, dass wir vor dem Winter die letzte Etage schließen können und dann die vier Geschosse stehen haben“, sagt er. Im Frühjahr 2020 könnte dann der Innenausbau beginnen. Mit der Fertigstellung rechnet Schmidt Anfang 2021. „Aufgrund der enormen Größe des Projektes wird das nicht früher möglich sein“, sagt er.

Mitten in der Innenstadt entsteht derzeit ein großes Wohn- und Geschäftsgebäude – „in bester Citylage“, wie die Firma „schmidt + andres“ auf ihrer Internetseite anpreist. Das künftige Gebäude wird über ein Erdgeschoss, eine erste und eine zweite Etage sowie ein Dachgeschoss verfügen. Hinzu kommt eine Tiefgarage, von der aus alle Etagen per Aufzug problemlos und barrierefrei zu erreichen sind.

Der Neubau geht zügig voran, dennoch bekommen die Investoren deutlich zu spüren, dass Handwerker momentan rar sind. Die Auftragsbücher der Firmen sind gut gefüllt, da ist es nicht immer einfach, Fachfirmen zu finden. „Dabei legen wir großen Wert darauf, örtliche Handwerker zu beauftragen“, sagt Schmidt. Dabei seien die Baupreise in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen.

Zielgruppe der neuen Mietwohnungen sind in erster Linie ältere Herrschaften, die citynah leben wollen. „Wir haben sehr viele Anfragen“, sagt Schmidt. Viele der Interessenten planen, ihr Einfamilienhaus zu verkaufen, weil es schlichtweg zu groß geworden und mit zu viel Arbeit verbunden ist. Der Neubau biete zudem die Chance, barrierefrei und mitten in der Stadt in modernem Ambiente zu wohnen. „In der Innenstadt gibt es viele alte Gebäude, in die die Besitzer aber nicht mehr viel investieren, gerade was die Barrierefreiheit betrifft.. Dabei gibt es für solche Maßnahme Subventionen“, sagt der Investor.

Während es für die Wohnungen schon eine Warteliste gibt, sind zwei bis drei Gewerbeeinheiten für Praxen und Büros im Erdgeschoss noch frei. Sie haben eine Größe zwischen 80 und 200 Quadratmeter. Schmidt könnte sich in den Räumen gut Freiberufler vorstellen.

Die Einfahrt zur Tiefgarage für die Bewohner des Hauses erfolgt von der Telegrafenstraße aus – inklusive Umfahrung mit Ausfahrt an der Kaiserstraße. „Das ist verkehrsrechtlich auch so mit dem Ordnungsamt abgesprochen“, sagt Schmidt. Auf dem künftigen Gelände wird es im hinteren Bereich auch einen Hof mit weiteren Stellplätzen für Bewohner, Besucher und Kunden geben, außerdem eine Ladestation für E-Autos.

Die Tiefgarage ist in dem riesigen Baufeld derzeit schon zu erkennen, in zwei Wochen kommt die erste Filigrandecke drauf, die dann betoniert wird. Zurzeit fahren Betonmischer die Baustelle im Halbstundentakt an. Im Dachgeschoss haben sich die Investoren für ein zurückgebautes Staffelgeschoss mit Flachdach entschieden.

Schmidt deutet an, dass sich das Stadtbild in den kommenden Wochen schon deutlich verändern wird, wenn die einzelnen Etagen sukzessive gebaut werden. „Wir haben das Äußere sehr detailliert mit dem städtischen Architekten entworfen“, sagt er. Die Stadt habe ein Auge darauf, wie ein solch neues Gebäude von der Optik wirke. „Und wir haben sehr darauf geachtet, dass sich das äußere Erscheinungsbild dem Stadtbild anpasst“, sagt Schmidt. Details zur künftigen Fassade, die auf jeden Fall kleinteilig aufgebaut sei, müssten aber noch geklärt werden. Schmidt und sein Geschäftspartner sehen eine besondere Verantwortung, an dieser exponierten Stelle im Stadtgebiet zu bauen. Die Planungsleistungen hätten deshalb auch sechs bis acht Monate gedauert.

Das neue Gebäude wird nach Angaben von Mark Schmidt nach den neuesten Richtlinien gebaut – inklusive Wärmepumpe und solarer Trinkwasserunterstützung auf dem Dach. Man wolle die Betriebskosten so gering wie möglich halten. Sehr teure Wartungskosten verursacht die Aufzugsanlage, die von der Tiefgarage bis zum Dachgeschoss führt. Schmidt kündigt eine gehobene Ausstattung für die Wohnungen an.

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