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Radevormwald: Keine Lösung für gesperrten "Dirtpark" in Sicht

BMX-Gelände in Radevormwald : „Dirtpark“ bleibt gesperrt

Das Sportgelände an der Bahnstraße ist seit zwei Jahren gesperrt. Eine konkrete Lösung gibt es bisher nicht. Nils Paas von der SPD Radevormwald wirft der Stadt Desinteresse vor. Schließlich sei schon viel Zeit und Geld in den Dirtpark investiert worden.

Der Dirtpark in Radevormwald, der unter anderem über eine BMX-Strecke und einen Pumptrack für Radfahrer verfügt, ist seit knapp zwei Jahren gesperrt. Nachdem der Dirtpark 2017 eingeweiht wurde, hat die Euphorie über das Freizeitangebot an der Bahnstraße nicht lange angehalten.

Nils Paas, Vorstandsmitglied der SPD Radevormwald, kritisiert die Sperrung der Anlage. „Es hat ewig gedauert, um dieses Projekt auf den Weg zu bringen, dann war die Qualität der Erde mangelhaft und dann hat sich die Stadt nicht mehr um den Dirtpark gekümmert. Für mich signalisiert das Desinteresse“, sagt er. Junge Biker aus Radevormwald hatten für die Einweihung des Dirtparks einen Verein gegründet, um sich federführend um die Nutzung der Anlage zu kümmern und sich professionell aufzustellen. Für Nils Paas ist klar, dass ein Verein sich nicht alleine um eine öffentliche Anlage dieser Größe kümmern kann. „Die Jugendlichen wurden mit den Aufgaben alleine gelassen. Eine öffentliche Anlage muss auch in der städtischen Verantwortung liegen und kann nicht sich selbst überlassen werden.“

Derzeit ist das Gelände gesperrt – der Verein hatte dies selber gewünscht.  Foto: Stadt Foto: Stadt Radevormwald/Wolfgang Scholl

Dass der Dirtpark weiterhin geschlossen bleibt, begründet Bürgermeister Johannes Mans mit der Verkehrssicherungspflicht. „Die BMX-Strecke ist weiterhin gesperrt, weil die Stadt die Verkehrssicherungspflicht hat. Mit der damaligen Gründung des Vereins hatten wir die Aufgabe des Betriebes an junge Leute abgegeben. Im Laufe der Zeit ging aber die Nutzung immer weiter zurück. Außerdem kam der Vereinsvorstand auf uns zu und erklärte, dass nicht nur der Bedarf rückläufig sei, sondern es auch keine ausreichende Zahl an Mitgliedern für eine Mitarbeit gebe und der Verein die Aufgabe nicht mehr leisten könne“, sagt der Bürgermeister. „Daraufhin haben wir die Strecke sperren müssen, um Schäden bei dort fahrenden Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu verhindern.“

Die Zukunft des Dirtparks soll jetzt durch das Jugendamt der Stadt ausgestaltet werden. „Das Jugendamt hat den Auftrag, eine Möglichkeit zu suchen, bei der Jugendliche zentraler in der Stadt einen Platz nutzen können. Wir sind mitten in dem Prozess, eine solche Fläche zu finden. Weitere Informationen soll es dazu in der nächsten Jugendhilfeausschuss-Sitzung nach den Sommerferien geben. Wir prüfen aktuell, ob vielleicht ein kleiner Teil der Strecke für eine Nutzung überarbeitet werden kann. Dies ist aber erst vor wenigen Tagen initiiert worden“, sagt der Bürgermeister.

Nils Paas findet die Suche nach einem anderen Treffpunkt für Jugendliche in der Innenstadt nicht zielführend. „Warum sollen wir einen andere Ort schaffen, wenn wir bereits einen haben? Der Dirtpark ist professionell geplant worden und hat eine gute Lage. Er sollte wieder reaktiviert werden“, sagt er.

Paas hat in der Vergangenheit aktiv an der Gestaltung der Anlage mitgewirkt und immer wieder seine Hilfe angeboten. „Ich bin mittlerweile müde geworden. Das Thema entwickelt sich zur Never-Ending-Story. Und das ist schade, weil wir schon so viel Zeit und Geld investiert haben“, sagt er.