Radevormwald: Kein Mangel an Grippe-Impfstoff bei Ärzten und Unternehmen.

Patienten in Radevormwald : Keine Engpässe beim Grippe-Impfstoff

Das Gesundheitsamt im Oberbergischen Kreis sieht keine Engpässe. Besonders ältere und kranke Menschen sollen sich nach dem Rat von Medizinern gegen die Krankheit impfen lassen. Auch Unternehmen sorgen vor.

In verschiedenen Regionen von Nordrhein-Westfalen wird der Grippe-Impfstoff knapp. In Radevormwald können sich Bürger aber noch impfen lassen.

Grundsätzlich wird empfohlen: Chronisch Kranke, ältere Menschen ab 60 Jahren, Schwangere und Menschen mit Publikumskontakt sollten sich gegen die Grippe impfen lassen. Die „Impfsaison“ startet in der Regel bereits im September, viele wollen sich aber auch jetzt noch schützen. „Grund dafür ist der Werbeeffekt. Das geht von Stammtisch zu Stammtisch und von TV-Sendung zu TV-Sendung“, sagt Allgemeinmediziner Thomas Splittgerber. Die schwere Grippewelle im vergangenen Jahr und die Verbesserung des Impfstoffs haben außerdem zu mehr „Neuimpflingen“ geführt.

Doch es besteht noch kein Grund zur Sorge: „Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass die Praxen sich gut und frühzeitig eingedeckt haben“, sagt Iris Trespe, Sprecherin Oberbergischer Kreis. Denn die Kalkulation des Praxisbedarfs für eine Grippeimpfung erfolgt bereits drei bis vier Monate vor der ‚Saison’. Der Impfstoff muss dann nämlich bei den Apotheken bestellt werden. Was sich allerdings feststellen lässt: Die großen Impfstoffhersteller melden, dass ihre Grippe-Impfstoffe für die aktuelle Saison abverkauft sind, wie die Amtsapothekerin mitteilt. „Abverkauft heißt jedoch nicht verimpft“, sagt Trespe. Jede Arztpraxis bestellt eine bestimmte Anzahl an Impfdosen für ihre festen Patienten.

Die Sparkasse geht ähnlich vor: Eine Mail an die Mitarbeiter klärt im Vorfeld, wer geimpft werden möchte. Dann wird ein bestimmtes Kontingent bestellt. „Wir sind dort seit vielen Jahren in Abstimmung mit einem betreuenden Betriebsarzt“, sagt Sprecher Michael Scholz. In den nächsten ein bis zwei Wochen werden dann die Mitarbeiter vor Ort geimpft. In jedem Jahr schützen sich auf diese Weise ungefähr 15 bis 20 Prozent der 130 Mitarbeiter in Hückeswagen und Radevormwald vor der Grippe.

Seit über zehn Jahren bietet auch Gira Grippeschutz-Impfungen für Mitarbeiter an. Im Sommer wird bereits die Belegschaft darüber informiert, an zwei Tagen im November wird dann kostenlos geimpft. Von knapp 1000 Mitarbeitern am Standort in Radevormwald, machen etwa 50 Mitarbeiter von dem Angebot Gebrauch. „Jeder geimpfte Mitarbeiter bekommt keine Grippe“, sagt Pressesprecher Carsten Tessmer.

Jetzt noch loslegen will die Stadt: Diese Woche soll noch eine Umfrage unter den Mitarbeitern gestartet werden. Ob das alles noch so klappt, hinge aber davon ab, ob dann noch ausreichend Impfstoffe vorhanden sind, sagt Anja Gruchmann, zuständig für die Gesundheitsfürsorge der Stadt. „Es kommt auch darauf an, wie viele Kollegen das Angebot in Anspruch nehmen wollen“, sagt Gruchmann. Viele würden sich eher bei dem jeweiligen Hausarzt impfen lassen.