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Radevormwald: Karnevalszug fällt auch 2022 aus

Jecke Zick in Radevormwald : Der Karnevalszug fällt auch 2022 aus

Nach Gesprächen mit Bürgermeister und Ordnungsamt haben sich die Organisatoren entschieden, auch in diesem Jahr auf den Zug zu verzichten. Trotzdem bleibt man bei den Jecken grundsätzlich optimistisch für die närrische Zukunft.

Die Entscheidung ist gefallen: Auch in diesem Jahr wird es in Radevormwald keinen Karnevalszug geben. Dominik Betz, Zugleiter und Vorsitzender der Radevormwalder Karnevalsgesellschaft (RKG), teilte dies am Mittwoch unserer Redaktion mit. „Wir haben ausführlich darüber mit dem Bürgermeister und den Mitarbeitern des Ordnungsamtes gesprochen“, berichtet Betz. Angesichts der aktuellen Pandemie-Lage mit der Ausbreitung der sehr ansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus habe man sich entschieden, wie schon im Vorjahr auf den Zug und andere Veranstaltungen im Laufe der Session zu verzichten. „Wir werden jetzt Kontakt mit den jeweiligen Wagenbauern aufnehmen“, kündigt Dominik Betz an. Natürlich schmerzt es den RKG-Vorsitzenden und seine Mitstreiter, dass auch in diesem Jahr kein fröhlicher Zug durch die Rader Straßen ziehen kann. „Im Jahr 2020 war es noch möglich, damals gab es die ersten Berichte aus China, das Virus hatte sich hier noch nicht ausgebreitet.“ Es war dann die berühmt-berüchtigte Karnevalssitzung im Kreis Heinsberg, bei der die erste Welle im Lande losgetreten wurde. Auch dies ein Grund für Karnevalisten, vorsichtig zu sein und nicht den Eindruck zu erwecken, die Jecken seien die Pandemietreiber. „Auch nach dem Auftakt zur Session am 11.11. hat es ja viel Kritik gegeben“, schaut Betz zurück.

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So traurig der erneute Verzicht auf den Zug auch sein mag, so sehen die Karnevalisten doch die Zukunft ihrer Aktivitäten in Radevormwald nicht düster. „Wir machen das ja schon seit 1980, da hat sich viel eingespielt, und wir können uns auf engagierte Teilnehmer und Unterstützer verlassen“, berichtet Dominik Betz. „Da ist zum Beispiel der Fanfarenzug ,Landsknechte‘ aus Halver, die uns jüngst noch signalisiert haben, dass sie, je nachdem wie wir entscheiden, auch kurzfristig bereit stehen würden.“ Zwar wird nun doch nicht gefeiert, aber diese Verlässlichkeit stimmt die Organisatoren optimistisch, dass hoffentlich im nächsten Jahr der Zug wieder mit der Beteiligung ziehen kann wie gewohnt. Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung bei der Vorbereitung und Organisation sei ebenfalls seit Jahren gut eingespielt und laufe ohne Probleme.

Als einzige Veranstaltung in den nächsten Monaten plant die RKG eine Jahreshauptversammlung. „Die wird voraussichtlich im April stattfinden“, kündigt Betz an. „Vielleicht können wir sie sogar im Freien stattfinden lassen.“ Den Mitgliedern des Vereins ist man bereits im vergangenen Jahr entgegengekommen, indem man den Jahresbeitrag ausgesetzt hat, das soll auch 2022 passieren, zumal es ja keine „echten“ karnevalistischen Aktivitäten geben wird.

So bleibt für die laufende „Session“ noch als größere Veranstaltung das „Kunterbunte Bürgerhaus“ des Karnevalsvereins „Rua kapaaf“ Ende Februar, zumindest nach dem jetzigen Stand der Pandemie. Denn wie sich die Inzidenz-Lage in einem Monat darstellt, ist noch unklar.

In Nachbarstädten wie Wermelskirchen hatten sich in den vergangenen Tagen auch bereits Organisatoren entschieden, Züge abzusagen, so teilte der Festausschuss Dabringhausen mit, dass der beliebte „närrische Lindwurm“ durch die Ortschaft nicht stattfinden wird. Auch in Hückeswagen wird nicht gefeiert und gezogen: Die Kolpingsfamilie hatte bereits Anfang Januar mitgeteilt, dass der überregional bekannte Kinder-Rosenmontagszug „Rä-Te-Ma-Teng“ und die Kinder-Tanzparty ersatzlos ausfallen müssen.

Besonders kreativ auf die Einschränkungen in der Corona-Pandemie hatte übrigens im vergangenen Jahr die Katholische Grundschule (KGS) Lindenbaum reagiert. Schüler, Eltern und Lehrer bastelten über Wochen gemeinsam an Karnevalswagen aus alten Kartons. Mit Musik und Konfetti schlängelten sich dann am Ende 80 Wagen durch die Grundschule. Festgehalten wurde diese charmante Aktion auch in einem Video, das auch auf der Homepage der Schule hochgeladen wurde.