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Radevormwald: Karnevalssitzung mit deutlichem Friedensappell

Veranstaltung im Bürgerhaus : Karnevals-Sitzung mit Friedensappell

Das Kunterbunte Bürgerhaus feierte Karneval unter den gegebenen Umständen auch als ein Zeichen des Friedens und Zusammenhalts. Die Stimmung bei der Sitzung, die nach zwei Jahren Pandemie stattfand, war gut.

Das Kunterbunte Bürgerhaus fand am Freitagabend statt. Nach zwei Jahren Pandemie und dem Kriegsbeginn in der Ukraine wird auch in Radevormwald anders Karneval gefeiert, als man es gewohnt ist. „

Karneval vor genau zwei Jahren wird als Beginn von Corona gesehen, Karneval vor genau zwei Jahren gedachten wir des Anschlags in Hanau und Karneval vor einem Jahr ereignete sich während unserer Zoom-Sitzung ein Familiendrama in unserer Stadt. Karneval vor genau einem Tag begann der russische Einmarsch in die Ukraine“, eröffnete Thomas Lorenz die Sitzung mit einem Prolog. Er und die Mitglieder der Karnevalsgesellschaft „Rua Kapaaf“ haben sich trotz aber auch wegen dieser Ereignisse dazu entschieden die Sitzung stattfinden zu lassen. „Karneval steht für Frieden und diesen Wert feiern wir heute.“

Die Wahner Wibbelstetze eröffneten das Programm der Sitzung, zu der sich das Bürgerhaus wie erwartet gefüllt hat. Die Tänzer der Garde hatten in dieser Session nur drei Auftritte und waren sichtlich dankbar über die Einladung nach Radevormwald, der für sie auch das Ende dieser Session war. Sie wirbelten und tanzten über die Bühne, heizten dem Publikum ein und der Saal schunkelte. Kabarettist Jörg Runge in seiner bekanntesten Rolle, dem „Tuppes vum Land“ reimte in seinem Auftritt seine Jugend herbei.

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Zusammen mit den Jecken lachte er über „Schulterpolster, Bandsalat und Klassenfahrten ohne Handy“, aber auch er richtete sich am Ende seines Programms mit einem Appell an das Publikum, den er kurzfristig getextet und deswegen von einem Zettel abgelesen hat. „Sinnvolle Kriege gibt es halt nicht, wir lieben den Frieden wie unseren Dom“, sprach Jörg Runge. „Hört auf mit dem Scheiss und hört es euch an – wie gut man miteinander leben kann.“

Für diese ernsten Worte im kölschen Jargon bekam er Standing Ovations und war selber sichtlich gerührt von der Unterstützung und der Feier im Zeichen des Friedens in Radevormwald. Das Heddemer Dreigestirn und Dave Davis alias Motombo waren die nächsten Programmpunkte vor der Pause.

„Das Kunterbunte Bürgerhaus war in diesem Jahr eine ganz besondere Sitzung. Die Künstler haben sich Zeit genommen. Es war ein ruhigerer Abend mit vielen emotionalen Momenten. Es war anders aber toll“, sagt Thomas Lorenz.

Nach der Pause ging es mit dem Dreigestirn aus Wipperfürth, Annette Esser alias Achnes Kasulke, Klaus und Willi, Tino Selbach als Dä kölsche Tenor und dem Tanzcorps Tollität Luftflotte weiter. Die musikalische Begleitung kam in diesem Jahr nicht vom Band, denn der DJ musste kurzfristig absagen. Eingesprungen ist Markus Strunk mit seiner Band „Glasklar“ und so erreichte der Tusch den Saal in diesem Jahr live. Für den Kuchenverkauf engagierten sich Freitagabend Mitglieder des Rader Trägervereins „aktiv55plus“.

Die Mitglieder von „Rua Kapaaf“ beteiligten sich Samstagvormittag an dem Friedenstreffen auf dem Radevormwalder Marktplatz und bekamen dafür Unterstützung aus der Bürgerschaft. „Eine Frau kam zu mir und hat gesagt ‚Wenn Karneval nicht für Frieden steht, was dann‘ und das fand ich gut“, sagt Thomas Lorenz.

Das Kunterbunte Bürgerhaus ging am Freitagabend bis spät in den Abend und soll auch im kommenden Jahr wieder gefeiert werden. Die Karten für die kommende Veranstaltung wurden aber nicht, wie normalerweise, in der Pause verkauft, sondern können im August erworben werden.

Aufgrund der Corona-Bestimmungen hat die Karnevalsgesellschaft auf den Vorverkauf während der Veranstaltung verzichtet. Im Kunterbunten Bürgerhaus galt Maskenpflicht und für alle Besucher die 2G-Plus-Regel.