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Radevormwald: Kantorin beginnt neu in der lutherischen Gemeinde

Lutherische Kirchengemeinde : Kantorin wechselt an die Burgstraße

Kirchenmusikerin Angelika Kozinowski-Werler ist zum neuen Jahr von der reformierten zur lutherischen Gemeinde gewechselt. Die Wuppertalerin möchte gerne viele Menschen für die Musik gewinnen.

Es sind nur wenige Schritte vom Radevormwalder Markt mit der reformierten Kirche zur Burgstraße, wo sich die lutherische Kirche befindet. Angelika Kozinoswki-Werler saß bis Ende 2021 noch regelmäßig an der Orgel in der reformierten Kirche, nun ist der Spieltisch am Orgelprospekt an der Burgstraße, den eine Figur des Harfe spielenden König David krönt, ihr Arbeitsort, wenn auch nicht ausschließlich. „Die beiden Orgeln kann man schwer vergleichen“, sagt die Wuppertalerin. „Jene in der reformierten Kirche ist ein historisches Instrument, dieses hier ist 40 Jahre alt.“ Während ihr Vorgänger Martin Scheibner noch eine Vollstelle als Kirchenmusiker hatte, füllt Angelika Kozinowski-Werler nun eine halbe Stelle aus. Damit hat ihre neue Position aber immer noch den doppelten Umfang ihrer Stelle in der reformierten Gemeinde. Dass protestantische Kirchen bei der Musik sparen, sei ein Trend, der sich in vielen Gemeinden finde, erklären Pfarrerin Manuela Melzer und Pfarrer Philipp Müller. Dennoch bleibt die Musik ein wesentlicher Bestandteil des Gottesdienstes. „Inzwischen dürfen die Menschen auch wieder in der Kirche singen“, sagt Melzer. „Wenn auch mit aufgezogener Maske.“

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Angelika Kozinowski-Werler, die auch Cello spielt, ist in einem evangelischen Pfarrhaus in Wuppertal aufgewachsen, und schon früh wollte sie Musik zu ihrem Beruf machen. Bevor sie 2020 die erste Stelle in Radevormwald antrat, war sie als Kantorin in einer Kirchengemeinde in Wuppertal tätig. Gegenüber unserer Redaktion äußerte sie bereits vor zwei Jahren, dass sie gerne viele Menschen für die Teilnahme an der Musik gewinnen möchte. Die Corona-Pandemie hat freilich viele Pläne vorerst nicht reifen lassen, dennoch konnte die Kantorin in ihrer Zeit in der reformierten Gemeinde Akzente setzen, unter anderem mit einem Ukulele-Kursus für Kinder. Dieses kleine Saiteninstrument wird immer beliebter und wird von vielen als moderne Alternative zur Blockflöte betrachtet. Den Ukulele-Kursus bietet Kozinoswki-Werler auch weiterhin an: „Er findet jetzt im Paul-Gerhardt-Haus statt, jeweils freitags um 17 Uhr.“

Die lutherische Kirchengemeinde verfügt mit dem Paul-Gerhardt-Chor über ein Ensemble mit etwa 20 Sängerinnen und Sängern. In Wuppertal leitet Angelika Kozinowski-Werler noch einen weiteren Chor mit etwa 30 Mitgliedern. Sie könne sich gut vorstellen, dass beide Chöre künftig gemeinsam singen und auftreten, sagt die Kirchenmusikerin. Derzeit sei sie dabei, Kontakte zu den Menschen in der Gemeinde zu knüpfen.

Sie und die Seelsorger hoffen, dass sich nach dem Abklingen der Corona-Pandemie wieder viele Aktivitäten durchführen lassen, die längere Zeit zurückstehen mussten, auch auf dem Gebiet der Musik, die doch seit dem Wittenberger Reformator eine so wichtige Rolle im lutherischen Gottesdienst spielt. „Im vergangenen Sommer haben wir allerdings gesehen, dass die Menschen unter den gelockerten Regeln wieder stark in die Kirche geströmt sind“, sagt Pfarrerin Melzer. Das sei ein gutes Zeichen. Ein große Lob in diesen schwierigen Zeiten haben die beiden Geistlichen für das Team und die Gremien.

Zugleich werden die Gottesdienste aus der Kirche immer noch gestreamt, dieses Angebot wird ebenfalls gut angenommen. „Die Menschen sind immer noch vorsichtig, das merken wir gerade jetzt, wo die Omikron-Welle sich ausbreitet“, berichtet die Geistliche.

Die reformierte Kirchengemeinde in Radevormwald schaut sich derweil nach einer neuen Kirchenmusikerin beziehungsweise einem Kirchenmusiker um. Auf der Internetseite rade-reformiert.ekir.de ist das Stellenangebot zu finden. „Kirchenmusik ist für uns ein wichtiger Bestandteil des Gemeindelebens. Wir sind nicht festgelegt auf einen bestimmten Musikstil. Die Kirchengemeinde mag traditionelle und neue geistliche Musik. Wir freuen uns darauf, ihren Stil kennenzulernen“, heißt es dort. Die Orgel der reformierten Kirche stammt aus dem Jahr 1826, sie wurde Anfang der 1990er Jahre restauriert.

Nähere Auskünfte zur ausgeschriebenen Stelle erhalten Interessierte bei Pfarrer Dr. Dieter Jeschke unter Tel. 02195 1044 oder per E-Mail pfarramt@rade-reformiert.de Die Bewerbungfrist für die Stelle bei der reformierten Gemeinde läuft noch bis zum 31. Januar.