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Radevormwald: Kandidaten für Presbyteriumswahl im März 2020 gesucht

Evangelische Kirchengemeinden Radevormwald : Kandidatensuche für Presbyteriumswahl

Die Lutherische Kirchengemeinde und die künftig fusionierten evangelischen Kirchengemeinden in Dahlerau und Remlingrade rufen eindringlich dazu auf, sich als Kandidat für die Presbyteriumswahl am 1. März 2020 aufstellen zu lassen.

Es geht um Mitsprache und Mitbestimmung – und letztlich um die Zukunft der evangelischen Kirchengemeinden. Am 1. März 2020 stehen Presbyteriumswahlen an – und schon jetzt werben die Lutherische Kirchengemeinde und die zu Beginn des kommenden Jahres fusionierten Gemeinden aus Dahlerau und Remlingrade um Kandidaten für die ehrenamtliche Gemeindeleitung. In beiden Gemeindebriefen stehen ganzseitige Anzeigen unter dem Motto „mitgestalten, mitentscheiden, mitkandidieren“. Die Wahl selbst trägt den Untertitel „Gemeinde mit mir“.

Schlange stehen potentielle Kandidaten in beiden Gemeinden nicht. Ganz im Gegenteil: Es wird immer schwieriger, Menschen zu finden, die sich der verantwortungsvollen Aufgabe stellen. Das weiß auch Dorit Lauterbach, Presbyterin aus Dahlerau. „Das Wahlverfahren beginnt im September, deshalb mussten wir so früh in die Werbung gehen“, sagt sie. Das Vorschlagsverfahren laufe vom 15. bis 26. September. In dieser Zeit können sich Interessierte ganz offiziell bewerben.

Für die fusionierten Gemeinden an der Wupper ist es die erste gemeinsame Presbyteriumswahl. Das künftige Presbyterium besteht aus sechs Kandidaten. Damit es also überhaupt zu einer Wahl kommt, müssten sich sieben Kandidaten aufstellen lassen. Für die Gemeinden bedeuten die Wahlen jede Menge Arbeit und einen immensen bürokratischen Aufwand. Auch finanziell haben die Wahlen deutliche Auswirkungen. „Ich wäre schon froh über mehr Interesse und Beteiligung“ sagt Dorit Lauterbach, die selbst nicht mehr zur Wahl stehen darf, weil sie die Altersgrenze von 75 Jahren erreicht hat. Die aktuelle Wahlperiode beendet sie aber noch. Dann war die Kirchmeisterin mehr als 25 Jahre dabei.

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Sie stellt fest, dass bei immer mehr Menschen schlichtweg das Interesse an Kirche fehlt. Außerdem sei das Amt als Presbyter immer zeitaufwendiger geworden. Alleine für den Bereich Finanzen müssten diverse Schulungen absolviert werden. Für Berufstätige sei das kaum mehr machbar. „Früher gab es vielleicht einmal im Monat ein Treffen, heute müssen viele Ausschüsse besetzt werden“, sagt Dorit Lauterbach. Außerdem gebe es auch Termine an den Wochenenden, was vor allem für Familien schwierig sei. „Man muss sich einfach drauf einlassen und bereit sein, Neues zu lernen“, sagt sie. Neue Gesichter sieht sie aber selten. Der Altersdurchschnitt im Presbyterium beträgt 70 Jahre.

Ein Umbruch steht in der Lutherischen Kirchengemeinde an: Pfarrer Philipp Müller betont, dass einige „alte Hasen“ ausscheiden werden, man deshalb auf der Suche auch nach neuen Interessierten sei. Die Gemeinde hat zwölf Stellen zu besetzen. Finanziell sei die Gemeinde gut aufgestellt, auch bei den Friedhöfen sehe es gut aus. Große Veränderungen stünden dagegen zum Beispiel beim Wartburghaus an. Müller würde sich freuen, wenn sich Menschen im Presbyterium engagieren, die über entsprechende Kenntnis verfügen: Architekten, Ingenieure, Immobilienkenner. Das wäre schon eine grandiose Verstärkung“, sagt er. Im Fokus sieht er Menschen, die Interesse am Gottesdienst und an Kirche im Allgemeinen haben. „Die Lust, mitzuarbeiten, sollte schon vorhanden sein“, meint er. Die Gemeinde sei sehr bunt aufgestellt, so dass er jedes Talent einbinden könne.

Müller spricht bei einem Presbyter in der Lutherischen Kirchengemeinde von einem „überschaubaren Aufgabenfeld, einer klaren Verantwortlichkeit und das klar wird, wo sich jeder gezielt einbringen kann“. „Es soll auf keinen Fall alles an einer Schulter hängenbleiben“, sagt er.

Die Gemeinde habe ihren Konsolidierungsprozess bereits durchlaufen durch den Weggang von Pfarrer Buttchereyt und die Konzentration der Aufgaben auf nur noch zwei Pfarrer. Außerdem hat das Presbyterium der Lutherischen Kirchengemeinde mittlerweile einen ehrenamtlichen Vorsitz – und wird nicht mehr wie früher üblich im Wechsel von den jeweiligen Pfarrern geleitet.