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Radevormwald: Kampfkunst für Körper und Geist

Sport beim Tuspo Dahlhausen : Eine Kampfkunst für Körper und Geist

Der Workshop im koreanischen Schwertkampf bei Tuspo Dahlhausen war gut besucht. Trainer lehrte Achtsamkeit am Schwert.

Christoph Albrecht ist ein Meister der koreanischen Schwertkunst „Haidong Gumbo“. Auf Einladung der Kampfsportabteilung des Tuspo Dahlhausen kam er am Samstag nach Radevormwald, um Schüler und Trainer an seiner Erfahrung teilhaben zu lassen. An dem kostenfreien Workshop nahmen am Vormittag in der Sporthalle auf der Brede zehn Frauen und Männer teil. Die meisten von ihnen kennen andere Disziplinen der Kampfkunst aus dem Unterricht mit Ippolito Baglieri. Er hat die Kampfsportabteilung des Tuspo Dahlhausen 2020 gegründet. Nach einem Jahr umfasste die Abteilung bereits mehr als 70 Schüler – und sie soll weiter wachsen.

„Wir unterrichten Taekwondo und Kickboxen. Der Schwertkampf soll bald hinzukommen, um die Abteilung noch breiter aufzustellen. Der Schwertkampf hat viele Elemente, die es im Taekwondo nicht gibt. Die Kunst steht im Mittelpunkt“, sagt der Abteilungsleiter. Unterrichtet werden soll das neue Angebot ab Mai von Trainer Yong-Hun Kim in Radevormwald. Er wird unter anderem von Meister Christoph Albrecht unterrichtet, der seine Kunst bereits in TV-Sendungen, wie „Schlag den Star“ gezeigt hat. Ippolito Baglieri ist durch die TV-Sendungen auf den Kampfkünstler aufmerksam geworden. „Ich habe Kontakt zu ihm aufgenommen und ihn nach Radevormwald geholt, damit wir von ihm lernen können.“

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Der Workshop mit Albrecht startete mit Aufwärmübungen, die tiefe Muskelgruppen aktivieren. Im koreanischen Schwertkampf tauchen zahlreiche Elemente auf, die aus Sportarten, wie Pilates, bekannt sind. „Der Schwertkampf ist eine sehr alte Sportart, die auf eine lange Tradition zurückblickt. Sie aktiviert Muskelgruppen und Körperregionen, die oft vernachlässigt werden“, sagt Albrecht. Der Schwertkampf richtet sich an alle Generationen. Senioren können durch ihn deutlich länger mobil und flexibel bleiben. Neben der hohen Beweglichkeit, fördert „Haidong Gumbo“ die Konzentration und Präzision von Körper und Geist. Bewegungen werden zielgerichtet, in vorgegebenen Formen und Abläufen ausgeübt.

Obwohl Schwertkämpfer lebensgefährliche Bewegungen ausüben können, geht es nicht um den Kampf. „Es geht nicht darum, den Gegner zu verletzen. Der Schwertkampf läuft meistens ohne Berührungen ab. Deswegen eignet er sich auch für junge Mädchen oder Frauen, die Berührungen im Sport oft scheuen“, sagt Christoph Albrecht. Er will mit seiner Schwertkunst Respekt und Demokratie vermitteln.

Dass der Tuspo Dahlhausen einen eigenen Schwertkampf-Kursus anbieten möchte, sieht er als Chance, gegen die Verrohung der Gesellschaft zu wirken. „Schwertkampf-Abteilungen können eine Zelle der Demokratie werden, weil in ihnen Aufmerksamkeit und respektvolles Miteinander gelehrt werden. Das sind alles Werte, die wir in der Demokratie brauchen“, sagt der Sportler. Zusammen mit seinen Trainern zeigte er nach dem Workshop, in dem die Teilnehmer mit Kunststoffschwertern trainierten, Formläufe. Hoch konzentriert führten die Sportler die Formen auf, die sie in jahrelangem Training erlernt haben. Mit Holzschwertern durften alle Teilnehmer üben, wie man mit einem Schwert Papier schneiden kann. Gezielte Bewegungen werden in diesen Momenten zu glatten Schnitten durch dünnes Zeitungspapier. Zum Ende zeigte Christoph Albrecht, wie mit einem scharfen Schwert zum Beispiel Bambus geschnitten wird. Seine Bewegungen und Sprünge beeindruckten die Teilnehmer mit ihrer Präzision.

Der Vormittag mit Meister Christoph Albrecht war für die Kampfsportabteilung des Tuspo Dahlhausen ein gelungener Auftakt in eine Disziplin, die in Radevormwald bisher nicht unterrichtet wurde.