Radevormwald: Junger Mann muss sich wegen Drogenbesitzes verantworten

Radevormwalder vor Gericht : 22-Jähriger bekommt Sozialstunden aufgebrummt

Nachbarn hatten die Polizei gerufen, weil es in der Wohnung nebenan laut geworden war. Die Beamten schnupperten gleich einen typischen Geruch.

Es war ein Abend im November, als ein heute 22-jähriger Radevormwalder Besuch von Freunden hatte. Dabei war es wohl etwas lauter geworden, weswegen Nachbarn die Polizei angerufen hatten.

Den Beamten war beim Eintreffen ein eindeutiger Duft nach Marihuana in die Nase gestiegen. Sie hatten daher Zutritt zur Wohnung verlangt. Dort sei der 22-Jährige dann dabei beobachtet worden, als er einen Joint weitergereicht habe. Der war ihm dann insofern zum Verhängnis geworden, dass er sich nun wegen des Besitzes und der Weitergabe von Betäubungsmitteln vor dem Amtsgericht in Wipperfürth verantworten musste.

Der Rechtsanwalt des 22-Jährigen habe sich mit seinem Mandanten darüber unterhalten, ob es sinnvoll sei, in der Sache auszusagen. „Der Joint, oder das, was vermutet wurde, ein solcher zu sein, wurde ja noch gar nicht daraufhin untersucht“, argumentierte er. „Und außerdem wurde auch noch nicht ermittelt, ob der vermeintliche Joint tatsächlich zur Gebrauchsüberlassung weitergegeben wurde, oder doch eher nur im Sinne eines ‚Halt mal kurz, weil draußen an der Wohnungstür die Polizei war und er nachsehen wollte“, fuhr der Verteidiger fort.

Letztlich würden seine Fragen jedoch daraufhin abzielen, ob man in dieser Sache tatsächlich weiter ermitteln müsste. „Mein Mandant möchte nach Bayern ziehen, wo er bei seinem Onkel eine Ausbildung zum Metzger machen will. Er wird auch bei seinem Onkel wohnen“, sagte der Anwalt. Und die Frage sei einfach, ob man dem jungen Mann wegen eines vermeintlichen Joints an dieser Stelle Steine in den Weg legen müsse.

Der Richter stimmte dem mit dem Einverständnis der Staatsanwältin zu und sagte: „Sie wissen, Herr Verteidiger, dass ich das nicht so hoch hänge.“ Er fragte anschließend den Angeklagten, ob er lieber Sozialstunden oder eine Geldstrafe wolle. „Lieber Sozialstunden“, gab der 22-Jährige zur Antwort.

Daraufhin ging der Richter mit dem Angeklagten direkt zur Hausmeisterei im Amtsgericht, wo der Rader seine 50 Stunden absolvieren sollte. „Männer werden vorzugsweise im Freien zum Rasenmähen oder ähnlichen Arbeiten herangezogen“, sagte der Richter.

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