Radevormwald: Jugendforum soll wiederbelebt werden

Jugendamt in Radevormwald : Jugend soll mehr beteiligt werden

Das Verwaltung plant, das Jugendforum in Radevormwald wiederzubeleben. Auf diese Weise sollen Schüler mehr Einfluss auf Entscheidungen erhalten – und dadurch motiviert werden, sich in der Demokratie zu engagieren.

Das Jugendforum in Radevormwald soll wiederbelebt werden – mit diesem Vorstoß geht die Verwaltung in die kommende Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Auf diese Weise soll Jugendlichen die Möglichkeit gegeben werden, an politischen Entscheidungsprozessen mitzuwirken – ein Mittel gegen Politikverdrossenheit und für manche Schüler vielleicht der Einstieg in das politische Engagement vor Ort. „Jugend spricht für sich“ lautet das Motto, unter dem nun ein neuer Anfang gemacht werden soll. „,Jugend spricht für sich’ hat die Aufgabe, als Mittler zwischen Kindern/Jugendlichen und der kommunalen Politik, das heißt, dem Rat und seinen Ausschüssen aufzutreten, um die Interessen, Wünsche und Forderungen von Kindern und Jugendlichen vernehmbar und sichtbar zu machen und sich für eine angemessene Umsetzung einzusetzen“, wird in der Ausschussvorlage das Ziel zusammengefasst.

Konkret sollen die Klassensprecher und Schulsprecher der Sekundarstufen I und II eingebunden werden. Eine Sicherstellung der Begleitung und Anleitung durch das Jugendamt soll mit Unterstützung der SV-Lehrkräfte in den Schulen erfolgen.

Um das auf den Weg zu bringen, plant die Verwaltung für das dritte Quartal des Jahres eine „Kick-off“-Veranstaltung mit allen Klassensprechern. Ein weiterer Schritt wäre dann die Gründung einer Projektgruppe „Jugendfreizeitplatz“ unter der Leitung des Jugendamtes, die im vierten Quartal ihre Arbeit aufnehmen soll.

Im nächsten Jahr soll es dann weitergehen: Im ersten Halbjahr 2020 soll ein Leitungsteam entstehen, das sich aus den Schülervertretungen oder anderen engagierten und interessierte Jugendlichen rekrutiert. Diese Gruppe soll unter der Leitung des Jugendamtes regelmäßig zusammenkommen, eigene Themen einbringen, sich mit aktuellen Themen in der Stadtpolitik auseinandersetzen und sich zunehmend organisieren und vernetzen. Der Kinder- und Jugendring soll als gewünschter Kooperationspartner des Jugendamtes und der Schulen ebenfalls eingebunden werden.

Angedacht ist auch eine Online-Plattform zur offenen Nutzung für die Rader Jugendlichen, „zur Verbesserung der Transparenz, zur Abstimmung von Aktivitäten, zu Organisation und Kommunikation“. Weiterhin könnten projektbezogene Arbeiten mit dem neuen Jugendgremium umgesetzt werden, beispielsweise die Begung von Spielplätzen, die Einbindung bei Neubaugebieten und der Spielflächengestaltung und bei Aktionen rund um den Jugendschutz.

Eins müsse freilich gewährleistet sein, damit dieser neue Anlauf für das Jugendforum auch wirklich bei der Zielgruppe ankomme: „Eine Beteiligung, die sich als ,Schein-Partizipation’ herausstellen würde, würde der Glaubwürdigkeit der Politik schaden. Sie würde die bekannte Politik- und Parteienverdrossenheit bedienen und wäre Wasser auf die Mühlen populistischer Heilsversprecher.“ Fazit: Wenn die Jugend an politischen Prozessen beteiligt wird, dann muss das auch ernst genommen werden.

Termin Der Jugendhilfeausschuss ist am Donnerstag, 26. September, um 17 Uhr im Foyer des Bürgerhauses, Schlossmacherstraße. Die Sitzung ist öffentlich.

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