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Radevormwald: Jugendbildungsstätte baut neuen außerschulischen Lernort

Bildungsstätte in Radevormwald : Ein Blockhaus als Klassenzimmer

Die Jugendbildungsstätte baut einen neuen außerschulischen Bildungsort samt Naturerlebnispfad. Gefördert wird das Projekt über das Programm Leader Bergisches Wasserland. Das Projekt soll 2021 fertiggestellt werden.

Die Jugendbildungsstätte realisiert einen neuen außerschulischen Bildungsort auf dem Grundstück an der Telegrafenstraße. In den nächsten Monaten soll ein Blockhaus als Klassenzimmer entstehen, das an einen Naturerlebnispfad angeknüpft ist. Dieser Pfad wird sich Fragestellungen aus dem MINT-Bereich, also aus den Fachbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik widmen.

Zu dem feierlichen Spatenstich kamen am Samstag nicht nur Vertreter der Evangelischen Gesellschaft (EG), sondern auch Landrat Jochen Hagt sowie die stellvertretende Landrätin Ursula Mahler und der stellvertretende Bürgermeister und Schirmherr Gerd Uellenberg. Gefördert wird das Projekt durch das Förderprogramm Leader Bergisches Wasserland. Von den Gesamtkosten, die bei 150.000 Euro liegen, werden 90.000 Euro gefördert, 60.000 Euro trägt die Evangelische Gesellschaft selber.

„Wir haben im Januar 2019 mit den Planungen begonnen und die Förderbewilligung im August 2020 erhalten. Das Projekt soll im Frühjahr 2021 fertiggestellt werden“, sagte Sven Goerke. Der Erlebnispädagoge der Jugendbildungsstätte hat das Konzept des außerschulischen Lernortes entwickelt. Florian Henn, der Verwaltungsleiter der EG, sieht das neue Projekt als eine Investition in die Zukunft der Jugendbildungsstätte. „Wir hoffen, dass der Erlebnispfad und das neue Klassenzimmer von zahlreichen Kindern und Jugendlichen aus Radevormwald und der Umgebung genutzt wird“, sagte Florian Henn.

Auch für die Jugendbildungsstätte war 2020 aufgrund der Corona-Krise eine Herausforderung. „Wir hatten für dieses Jahr 19.500 Übernachtungen gebucht, davon sind etwa 3000 übrig geblieben. Wir hoffen deswegen auf ein starkes 2021“, sagte Sven Goerke.

Das geplante Blockhaus wird 16 mal neun Meter groß werden, über eine Toilettenanlage, eine überdachte Außenterrasse und große Lerntafeln verfügen. In dem naturnahen Klassenraum werden Schüler die Möglichkeit bekommen die Wasserpumpen zu bedienen und zu steuern, die an den beiden angrenzenden Teichen installiert werden. „Über diese Stationen lernen die Schüler, wie Wasser transportiert wird. Sie können unter anderem Reibungsverluste und Wirkungsgrade berechnen“, erklärte Sven Goerke, der bei der Ausarbeitung der physikalischen und elektrotechnischen Aufgabenstellungen Unterstützung von Carsten Rödding, Lehrer am Theodor-Heuss-Gymnasium, bekommt. Auf dem Naturerlebnispfad können die Schüler außerdem Wildtiere des Bergischen Landes näher kennenlernen.

Landrat Jochen Hagt ob der Idee des MINT-Erlebnispfades voll des Lobes. „Die MINT-Fächer werden im Oberbergischen Kreis seit Jahren gefördert und spielen in unserer Region eine wichtige Rolle. Schüler für naturwissenschaftliche Fragestellungen zu sensibilisieren und für Technik zu begeistern ist nicht nur innerhalb der Schule, sondern auch an außerschulischen Lernorten sinnvoll“, erklärte Landrat Jochen Hagt.

Auch Gerd Uellenberg freut sich über das Projekt, das Schüler aus dem gesamten Oberbergischen Kreis nach Radevormwald holen wird. „Die Jugendbildungsstätte ist für unsere Stadt wichtig und wir sind stolz auf den neuen außerschulischen Lernort“, sagte der stellvertretende Bürgermeister.

Ursula Mahler war nicht nur in ihrer Funktion als stellvertretende Landrätin bei dem Spatenstich dabei, sondern auch als Vorstandsmitglied des Vereins Leader Bergisches Wasserland.