Asylbewerber in Radevormwald Ab Oktober kommen elf neue Flüchtlinge pro Woche

Radevormwald · Bürgermeister Johannes Mans hat den Ratsfraktionen mitgeteilt, dass in den kommenden Wochen eine größere Zahl von Flüchtlingen Radevormwald zugewiesen wird. Er halte dies für „verantwortungslos“ von den Behörden. Die Stadt ringt darum, Kapazitäten für die Menschen zu finden.

Johannes Mans macht sich Sorge um das Sozialgefüge in der Stadt, wenn viele neue Flüchtlinge nach Radevormwald kommen.

Johannes Mans macht sich Sorge um das Sozialgefüge in der Stadt, wenn viele neue Flüchtlinge nach Radevormwald kommen.

Foto: Jürgen Moll

Die Verwaltung hatte seit geraumer Zeit damit ­gerechnet, nun wird es real: ­Radevormwald wird kurzfristig eine größere Zahl neuer Flüchtlinge zugewiesen. Darüber informierte Bürgermeister Johannes Mans den Mitgliedern des Rates in der Sitzung am Dienstag.

„Uns wurde mitgeteilt, dass Radevormwald mit Beginn des Oktobers pro Woche elf neue Personen zugewiesen werden“, sagte Mans. Er habe daraufhin Heinrich Böckelühr, Regierungspräsident der Bezirksregierung Arnsberg, angeschrieben und diese Entscheidung kritisiert. „Ich halte diese Zuweisungen für verantwortungslos“, bekräftigt das Stadtoberhaupt. Das könne man nicht einfach hinnehmen, weil die Situation in Radevormwald und anderen Kommunen bei der Unterbringung von Flüchtlingen immer schwieriger werde. Mans verwies auf den Brandbrief, den mehr als 350 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister vor einigen Tagen an NRW-Ministerpräsident Wüst gesandt hatten. Auch er selbst hatte unterzeichnet. „Wir sind verantwortlich für die Integration und die Unterbringung der Neuankömmlinge“, schildert Mans die Situation. „Aber wir wollen in der Stadt das Sozialgefüge bewahren.“

Auf die Frage von FDP-Fraktionschefin Annette Pizzato, ob die Stadt überhaupt darauf vorbereitet sei, die nun angekündigte Zahl von Personen unterzubringen, erklärte der Bürgermeister, dass man dies aktuell noch schaffen könne. „Eine Turnhalle zu nutzen, kommt vorerst nicht in Frage“, sagte Mans.

Zudem stehe die Verwaltung mit der Firma MVGM Property  Management, Nachfolger von Belvona, in Gesprächen. Diese verwaltet im Stadtgebiet – vor allem in der Südstadt und auf der Brede – größere Wohnblöcke mit Leerständen. Noch gebe es keine konkreten Zusagen, „aber wir sehen eine Perspektive, Wohnungen anzumieten“.

Mans hatte bereits Anfang August seine Sorge über die kommenden erneuten Zuweisungen von Flüchtlingen öffentlich gemacht. Er wolle nicht riskieren, dass unter diesem Druck, „das soziale Miteinander aus den Fugen“ gerate, hatte der Bürgermeister damals geäußert.

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