Gastronomie in Radevormwald Restaurant „Albatros“ will kulinarisch beflügeln

Radevormwald · Der gebürtige Italiener Alessandro Alvaro hat mit seinen Brüdern Filippo und Francesco das ehemalige Haus Hasenburg übernommen und bietet hausgemachte Pasta wie auch Schnitzel mit Bratkartoffeln an.

 Koch Antonio Soggia (links) und Inhaber Alessandro Alvaro in den Räumen des neu eröffneten Restaurants, das sich im ehemaligen Haus Hasenburg an der Kaiserstraße befindet.

Koch Antonio Soggia (links) und Inhaber Alessandro Alvaro in den Räumen des neu eröffneten Restaurants, das sich im ehemaligen Haus Hasenburg an der Kaiserstraße befindet.

Foto: Jürgen Moll

Er ist gekommen, um zu bleiben, sagt Alessandro Alvaro überzeugt. Die Traditionsgaststätte will er mit seinem Konzept einer bodenständigen italienischen Küche langfristig für die Radevormwalder in der Stadt etablieren. „Das Ristorante hat viel Potenzial, und der Standort ist sehr gut“, sagt der 28-Jährige mit Blick auf den belebten Verkehrskreisel vor seiner Tür.

Vor gerade einmal elf Jahren kam Alessandro Alvaro damals als 18-Jähriger von seiner Heimat Kalabrien nach Deutschland. Mit viel Fleiß und Mühe lernte er Deutsch und baute sich nach und nach ein kleines Standbein auf. Vor bald sechs Jahren übernahm der in Remscheid lebende Alvaro eine Eisdiele auf der unteren Alleestraße und holte seine Brüder Filippo (24) und Francesco (30) als Unterstützung zu sich. Es brauchte Zeit, bis sich die Eisdiele „Primula“ (dt. Primel) rentierte und die drei Brüder mit den selbstgemachten Eisrezepten erste Gewinne erzielten. „Mittlerweile freuen wir uns über eine gute Stammkundschaft.“

Im August 2022 stürzten sich die Geschwister in ein neues Projekt und erfüllten sich mit der Übernahme von Haus Hasenburg den Traum eines eigenen Restaurants. Im November folgte die Eröffnung. Als Küchenchef holte sich Alvaro für sein Ristorante extra einen erfahrenen und weltoffenen Küchenchef aus der italienischen Hafenstadt Livorno ins Boot. Bis vor einem Jahr betrieb Antonio Soggia (64) noch selbst eine Trattoria in Südtirol. Die verheerende Pandemie in ganz Italien aber trieb den Küchenchef, der rund um die Welt schon aktiv war – unter anderem auf den Kanaren, im Süden Spaniens und im US-Bundesstaat Louisiana – nach 31 Jahren zur Schließung.

Der Umzug nach Deutschland fiel dem 64-Jährigen aufgrund seiner Weltoffenheit nicht ganz so schwer, und mit deutschen Touristen habe er in seinem Restaurant im Urlaubsort Bolzano ohnehin schon viel zu tun gehabt. „Menschen, die in einer Hafenstadt geboren werden, haben keine feste Heimat. Die Welt ist ihre Heimat“, sagt er.

Aktuell ist es für ihn Radevormwald, wo er aus der Albatros-Küche heraus einen Hauch Dolce Vita für den Gaumen zaubert. Selbstgemachte Pasta, wie etwa die „Tagliatelle della Mama“ nach einem alten Bolognese-Rezept oder Tagliatelle di Manzo mit feinstem Rinderfilet, Spaghetti Carbonara oder mit Lachs, Lasagne und Risotto kommen bei Soggia in Alvaros Ristorante auf dem Tisch. Klassische italienische Antipasti, wie Bruschetta, Meeresfrüchte oder echte italienische Salami und Prosciutto, gibt es als Vorspeise dazu. Auch auf Tiramisu und selbstgemachtes Eis müssen die Gäste hier nicht verzichten. Pizza aber sucht man auf der Albatros-Speisekarte vergebens. „Wir wollen eine etwas andere italienische Küche präsentieren, die weiter reicht, als bei den meisten italienischen Restaurants, die man in Deutschland kennt“, sagt Alvaro.

Derzeit stehen auch Calamari und Gambas, Rumpsteak vom Grill und Schnitzel mit Bratkartoffeln auf der Karte, um allen Gästen etwas anbieten zu können. Auf lange Sicht aber, sagt Alvaro, sobald die Geschmäcker der Gäste austariert sind, könnte er sich vorstellen, auch ganz klassische italienische Fisch- und Fleischgerichte anzubieten, die hierzulande noch nicht so bekannt sind wie der allgegenwärtige italienische Exportschlager Pizza.

Viel umbauen musste er im Restaurant an der Kaiserstraße 101 übrigens nicht. Der Vorpächter, der nur wenige Monate lang das „Bei Carlos“ führte, hatte bereits aufwendig umgebaut. „Die Möbel und die Einrichtung sind deshalb dieselben. Nur die Küche haben wir speziell für die Pastaproduktion nochmal aufgerüstet“, erklärt der 28-jährige Inhaber.

Derzeit kommt Allessandro Alvaro im „Albatros“ mit zwei Mitarbeitern im laufenden Betrieb aus, um die 44 Plätze des Restaurants zu bedienen. „Im Sommer werden wir sicherlich mehr Personal brauchen, um den Service auf der Terrasse mit weiteren 44 Plätzen zu stemmen“, schaut der Gastronom voraus. „Meine Brüder sind ja auch noch da und helfen aus, wenn die Schicht in der Eisdiele endet.“

Warum er sein italienisches Ristorante „Albatros“ genannt hat? Alvaro schmunzelt und zuckt mit den Schultern. „Mir gefällt das Wort, es ist ein schöner Vogel – und es ist mal ein anderer Name für ein italienisches Lokal ohne Pizza.“

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