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Radevormwald ist jetzt offiziell raus aus dem Defizit

Finanzen der Stadt : Jetzt offiziell: Rade ist raus aus dem Defizit

Der Haushalt für 2022 ist von der Kommunalaufsicht genehmigt worden. Damit hat die Stadt die Zeit der Haushaltssicherung nun auch formell hinter sich gelassen. Leichtsinnig beim Geldausgeben will man nicht werden.

Die gute Nachricht machte sofort die Runde im Rathaus. „Wir haben alle Abteilungen darüber informiert, dass der Haushalt für 2022 genehmigt worden ist“, sagt Simon Woywod, der Kämmerer der Stadt Radevormwald. „Das heißt, die Planung für die großen Vorhaben können nun richtig losgehen.“

Es war eine Nachricht von der Kommunalaufsicht des Oberbergischen Kreises, der die Verwaltungsspitze in gute Stimmung versetzte. Der Haushalt ist genehmigt, und das bedeutet nun endgültig und offiziell abgesegnet, dass die Zeiten der Haushaltssicherung in Radevormwald vorüber sind. Die Stadt ist aus dem Defizit raus – aus diesem Anlass lud die Verwaltungsspitze am Donnerstag kurzfristig zu einem Pressetermin ins Rathaus ein.

„Mein Dank geht an den Kämmerer, an die Mitarbeiter der Verwaltung, an die Politik und auch an die Gewerbebetriebe in der Stadt“, sagt Bürgermeister Johannes Mans. Denn nicht zuletzt die guten Einkünfte bei der Grund- und Gewerbesteuer lassen die Finanzen in Radevormwald derzeit so gut aussehen wie schon seit Längerem nicht mehr. Laut Woywod wird der Jahresabschluss 2021 einem siebenstelligen Überschuss ergeben, für den Abschluss 2022 rechnet er ebenfalls mit einem großen Plus.

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Das klingt nach den finanziell schwierigen Jahren fast zu schön, doch Bürgermeister und Kämmerer stellten beim Pressegespräch auch klar, dass man nun nicht leichtsinnig beim Geldausgeben werde. „Wir werden die anstehenden Vorhaben durchführen, aber es wird keine Luxusprojekte geben, nicht über das hinaus, was eine Stadt anbieten muss, um lebenswert zu bleiben.“

An großen Vorhaben in den kommenden Jahren fehlt es nicht: Da ist das neue „WohnZimmer“ an der Nordstraße, die Neubauten der beiden Grundschulen KGS Lindenbaum und Bergerhof, die Entwicklung des Baugebietes Karthausen und die Textilstadt Wülfing, für die ebenfalls langfristig eine Perspektive geschaffen werden soll.

Zehn Jahre lang musste man in der Kämmerei an der Hohenfuhrstraße jeden Cent umdrehen. Haushaltssicherung, das bedeutet, dass die Verwaltung einen strikten und nachhaltigen Sparkurs fährt, der von der Kommunalaufsicht genau geprüft wird. Erst dann konnte der Entwurf genehmigt werden. Der jetzige Entwurf mit seinen ausgeglichenen Einnahmen und Ausgaben fiel nicht mehr unter die strenge Genehmigungspflicht, er musste in Gummersbach nur noch „angezeigt“ werden. Dennoch sind Bürgermeister, Kämmerer und die anderen Amtsleiter und -leiterinnen erleichtert, dass es keinerlei Einwände der Kommunalaufsicht gab.

„Eigentlich gab es schon ab 2007 keine ausgeglichenen Haushalte mehr“, blickt Simon Woywod zurück. Das Haushaltssicherungskonzept, mit dem die Finanzen der Stadt eng geführt wurden, galt dann ab 2012.

Nicht nur die Tatsache der Genehmigung des Entwurfs, auch dass diese schon so früh im Jahr, im Januar, erfolgt, ist für die Radevormwalder Verwaltung erfreulich. „Auf diese Weise können wir nun unsere Projekte angehen, in den vergangenen Jahren war es teilweise so, dass die Genehmigung erst im August oder September vorlag.“ Und das macht die Planung der Verwaltung schwierig, denn vieles hängt an der formellen Billigung durch die Kommunalaufsicht, selbst Veränderungen im Stellenplan müssen sonst unter Umständen warten.

„Bei einem Haushalt, der genehmigungspflichtig ist, dauert die Prüfung generell länger“, sagt Simon Woywod. Er hat aus seiner vorigen beruflichen Station in Marienheide Erfahrung mit schwierigen kommunalen Finanzen, auch dort musste die Verwaltung jahrelang mit einem Defizit arbeiten.

Dass die Corona-Krise für die Finanzen der Stadt keine schlimmen Folgen hatte, liegt nicht zuletzt an der Möglichkeit der Abschreibungen in der Pandemie, die allerdings wieder getilgt werden müssen. „Ab 2025 muss die Stadt jährlich einen Betrag von rund 300.00 Euro dafür aufwenden“, erläutert Simon Woywod. „Es besteht aber bereits die Möglichkeit einer Sondertilgung für das Jahr 2024.“ Vorausgesetzt, die Finanzen von Radevormwald entwickeln sich weiter so erfreulich wie aktuell.