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Radevormwald: In Bürgerzentrum und „Life“ wird länger gebaut

Maßnahmen in den Wupperorten in Radevormwald : In Bürgerzentrum und „Life“ wird länger gebaut

Bis Ende 2022 sollten die Arbeiten eigentlich fertig sein. Doch nun hat die Stadt einen Verlängerungsantrag gestellt. Voraussichtliche Fertigstellung: März 2023.

Die Wupperorte erwachen aus ihrem Dornröschenschlaf: Gleich an verschiedenen Orten sind Bagger und Kräne im Einsatz, Bohr- und Hammergeräusche schallen durch die Siedlungen. Wohin man schaut, wird fleißig gewerkelt, um die Maßnahmen im Zuge des Integrierten Handlungskonzepts schnellstmöglich umzusetzen.

Im Bürgerhaus etwa sind die Handwerker mit den Abbrucharbeiten fertig, Elektriker und Trockenbauer sind derzeit im Einsatz, ziehen neue Wände ein, legen neue Kabel. Der barrierefreie Zugang über eine kleine Rampe ist bereits fertig, und auch die ehemalige Küche des Gemeindezentrums wurde optimiert. Der Estrich wurde erneuert, und aus einem Raum wurden durch eine eingezogene Rigipswand zwei. Neben der nun kleineren, aber funktionalen Küche ist Platz für eine barrierefreie WC-Anlage entstanden.

Auch der große Saal, in dem früher Veranstaltungen mit vielen Besuchern durchgeführt wurden, hat sich verändert: Die Falttür, die den Saal bei Bedarf in zwei Räume teilte, ist „aus brandschutztechnischen Gründen“ einer Wand gewichen, erklärt Natalie Enneper, Hochbauleitung des städtischen Gebäudemanagements. Der eine Teil wird als Veranstaltungsraum mit Bühne erhalten bleiben, künftig aber maximal 199 Gäste fassen. Die Bühne werde aufgefrischt, der Boden geschliffen und neu geölt. Auch ein neuer Fluchtweg soll in einem derzeit blinden Fenster des Saals eingerichtet werden. Der alte Fluchtweg über eine Tür links neben der Bühne wurde zugemauert.

 Natalie Enneper vom Projektmanagement im Bauverwaltungsamt der Stadt Radevormwald studiert die Pläne für den Umbau des Bürgerzentrums am Siedlungsweg.
Natalie Enneper vom Projektmanagement im Bauverwaltungsamt der Stadt Radevormwald studiert die Pläne für den Umbau des Bürgerzentrums am Siedlungsweg. Foto: Jürgen Moll
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Die andere Seite des Saals, die sich jetzt hinter der Wand verbirgt und über einen seitlichen Eingang vom Foyer aus betreten wird, hat sich deutlich verändert: Der Raum wurde zweigeteilt, so dass künftig ein Büro, etwa für den Quartiersmanager, sowie ein Besprechungsraum für die verschiedenen Vereine Platz finden. Auch die übrigen Toilettenanlagen im Erdgeschoss wurden so weit entkernt und werden in den kommenden Wochen und Monaten neu gefliest und eingerichtet. Im gesamten Haus wurden bereits die Fenster erneuert, neue Türen sollen im kommenden Monat folgen.

In den beiden Räumen des Obergeschosses, wo künftig neben einem Probenraum auch Co-Working-Arbeitsplätze entstehen sollen, wurden zudem zwei komplett neue Fluchtwege eingerichtet, die über eine Art Scherentreppe durch ein großes Dachfenster hinaus aufs Dach führen. Mit einer Kostenberechnung von 578.000 Euro war Enneper in das Projekt gestartet. Derzeit geht sie davon aus, dass das Budget eingehalten werde.

Anders sieht es beim Umbau des Kinder- und Jugendzentrums „Life“ aus: Hier wurden zu Beginn 330.000 Euro anberaumt. Die Mehrkosten von etwa 170.000 Euro würden aber über ein anderes Förderprojekt aufgefangen. Der Anbau eines gut 80 Quadratmeter großen Moduls ist bereits fertig. Derzeit laufen die Durchbrucharbeiten von den ehemaligen Räumen des TuSpo Dahlhausen in den Anbau. Erdarbeiten und Rohbau seien so weit erfolgt, berichtet Enneper. Auch der Fensterbauer habe seine Arbeit aufgenommen. „Was noch fehlt, ist der Bestandsumbau“, sagt Enneper, also der Umbau der bisherigen Life-Räume. Hier werden in den kommenden Wochen und Monate Böden, Wände und Decken erneuert, eine neue Elektro- und Netzwerktechnik eingezogen. Ursprünglich sollten die Baumaßnahmen sowohl des Bürgerzentrums als auch im „life“ bis Ende 2022 fertiggestellt sein. So lautete die Bedingung der Fördermittelgeber. Nun aber hat die Stadt einen Antrag auf Verlängerung gestellt und erbittet sich weitere drei Monate Zeit. Seitens der Handwerker, sagt Enneper, sei der Abschluss der Maßnahmen wohl bis zum Jahresende möglich. Probleme aber würde ihr die aufwendige Dokumentation bereiten. Jeder Fördermittelgeber verlange nämlich gewisse Dokumente, die Vorlage von Rechnungen, Berichten und Fotos der Maßnahmen, die nicht so schnell und einfach zu erstellen seien. „Noch haben wir keine Rückmeldung bekommen, aber wir sind zuversichtlich, dass das klappt“, sagt Enneper. Dann könne im Frühjahr 2023 Eröffnung gefeiert werden. Sollte keine positive Rückmeldung erfolgen, müssen die Maßnahmen bis zum 31. Dezember abgeschlossen sein.