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Radevormwald: IG Wiebachtal erneut unzufrieden mit Waldeigentümer

Naturschutz in Radevormwald : IG Wiebachtal kritisiert Waldeigentümer

Der Verein zeigt sich unzufrieden mit der Beforstung des Gebietes. Die Schäden durch die Trockenheit tun ihr Übriges. Als nächsten Schritt ist eine Kontaktaufnahme mit dem Eigentümer geplant.

Auch für die IG Wiebachtal hat die Corona-Krise die Planungen für 2020 durcheinandergebracht. Zahlreiche Veranstaltungen mussten aufgrund der Pandemie abgesagt werden, aber trotzdem ist es den Ehrenamtlern gelungen, sich weiterhin für das größte zusammenhängende Waldgebiet Radevormwalds einzusetzen.

Gestartet ist das Jahr mit großem Interesse an der traditionellen Glühweinwanderung, zu der 53 Menschen kamen. „Die Menschen werden immer neugieriger auf Natur und Wald. Das haben wir nicht nur am Anfang des Jahres gemerkt“, sagt Sabine Fuchs, die Vorsitzende der Interessengemeinschaft (Foto: Jürgen Moll/Archiv). Aufgrund der Pandemie und des damit verbundenen Shutdowns haben in diesem Jahr noch mehr Menschen zurück zur Natur gefunden und den Wert einer naturnahen Freizeitgestaltung neu für sich entdeckt. „In diesem Jahr waren so viele Menschen im Wiebachtal unterwegs, wie noch nie. Kinder haben wieder in den Bächen gespielt und Erwachsene haben die Ruhe des Waldes genossen.“

Für Sabine Fuchs waren diese Folgen der Krise schön zu beobachten, denn die Arbeit der IG Wiebachtal der vergangenen zehn Jahre wurde von deutlich mehr Menschen erlebt, als unter normalen Umständen. Die Flächen, auf denen der Verein tausende Bäume gepflanzt hat, wurden wertgeschätzt, die Bänke genutzt und die naturbelassenen Pfade entdeckt.

Gut angenommen werden außerdem die Feierabendwanderungen, die an jedem zweiten Donnerstag im Monat stattfinden sowie das Waldbaden, das ganz neu im Programm des Vereins ist.

Die IG Wiebachtal hat sich 2020 für die Erneuerung einiger Waldrettungstafeln eingesetzt sowie einiger Bänke, die den Wanderern eine gemütliche Rast ermöglichen. Für die verbleibenden Monate des Jahres ist der Veranstaltungskalender des Vereins mit Exkursionen gefüllt. „Wir hoffen, dass wir die Veranstaltungen durchführen können, aber auch wir müssen uns nach der Entwicklung der Pandemie richten“, sagt Sabine Fuchs.

Trotz der vielen Erfolge, die der Verein 2020 verzeichnen konnte, war auch in diesem Jahr der Ärger über die Beforstung des Naturschutzgebietes präsent. Nachdem das Wiebachtal 2019 den Eigentümer gewechselt hat und der Verein einen positiven Eindruck des neuen Eigentümers gewinnen konnte, ist diese Stimmung in diesem Jahr verflogen. „Das Wiebachtal war während der Pandemie für vier Woche wegen Fällungen gesperrt. Gefällte Bäume lagen wochenlang auf den Wegen und haben Wanderwege blockiert. Das hat nichts mit guter forstlicher Praxis zu tun“, sagt Sabine Fuchs. Ihre Kontaktaufnahmen mit dem zuständigen Forstbetrieb sind ins Leere gelaufen. Als nächsten Schritt plant die Vorsitzende eine Kontaktaufnahme mit dem Eigentümer. „Es gab dieses Jahr massive Einschläge im Wiebachtal, bei denen nicht die kranken Bäume, sondern die gesunden gefällt wurden. Dass unser Wiebachtal zu Pellets verarbeitet wird, trifft uns hart“, sagt sie. Gelitten hat das Waldgebiet nicht nur unter der Forstwirtschaft, sondern auch unter dem Borkenkäferbefall. Große Fläche des Fichtenwaldes sind braun, die Bäume krank.

Klaus Haselhoff, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, ist auch unzufrieden mit diesem Zustand. „Es geht nicht, dass die grüne Lunge unserer Stadt so zerstört wird und die Stadt nur zuguckt“, sagt er. Die IG Wiebachtal wird auch in dem kommenden Jahr nicht müde werden das Naturschutzgebiet so gut wie möglich zu schützen.