1. NRW
  2. Städte
  3. Radevormwald

Radevormwald: IG Bismarck muss Museum vorerst schließen

Radevormwalder Firmengeschichte : IG Bismarck schließt das Museum – vorerst

Der Mietvertrag für die Räume in der Schlossmachergalerie ist mit dem Jahreswechsel ausgelaufen. Als neuer Standort sind die originalen Räume der einstigen Fabrik Bismarck in Bergerhof vorgesehen.

Für die Museen in Radevormwald war 2020 ein äußerst schwieriges Jahr. Das Heimatmuseum beispielsweise ist seit Monaten geschlossen, andere Einrichtungen konnten zwar Mitte des Jahres zeitweise wieder öffnen, sind jedoch aktuell vom Lockdown erneut betroffen.

Die Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Bismarck haben nun Konsequenzen gezogen und geben ihre Räumlichkeiten in der Schlossmacher-Galerie auf. Das hat der Vorstand des Vereins mitgeteilt. „Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres musste das Bismarck-Zweirad-Museum für mehrere Wochen aufgrund Covid-19 geschlossen werden“, schreiben der Vorsitzende Lothar Kaspar und sein Stellvertreter Dieter Ickler. „Besucher bleiben aus, Sonderveranstaltungen können nicht durchgeführt werden, somit werden auch keine Einnahmen erzielt.“

 Vereinsmitglieder Dieter Ickler (l.) und Hartmut Behrensmeier (r.) mit Hans-Joachim Harnischmacher in den Räumen der ehemaligen Bismarck-Werke. Harnischmacher hatte hier als junger Mann gearbeitet.
Vereinsmitglieder Dieter Ickler (l.) und Hartmut Behrensmeier (r.) mit Hans-Joachim Harnischmacher in den Räumen der ehemaligen Bismarck-Werke. Harnischmacher hatte hier als junger Mann gearbeitet. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Die monatlich anfallenden Nutzungskosten müsse der Verein aber weiterhin bezahlen. Der Vorstand der IG Bismarck-Zweiräder habe daraufhin beschlossen, den Nutzungsvertrag mit dem Vermieter am jetzigen Standort zum 31. Dezember 2020 zu kündigen.

Trotz der Corona-Pandemie hatte die Interessengemeinschaft es geschafft, im Oktober noch zwei der beliebten Ausfahrten zu veranstalten, eine für Fahrer historischer Motorräder und eine für Fahrradliebhaber. Mit dem November wurde bekanntlich wieder ein Lockdown verhängt.

Die Schließung der Ausstellung soll freilich nur ein vorübergehender Zustand sein. Denn die Interessengemeinschaft plant, das Museum in den Räumlichkeiten der ehemaligen Bismarck-Werke im Ortsteil Bergerhof wieder zu eröffnen. Die Schritte dazu sind eingeleitet worden, auch hier freilich hat die Pandemie den Zeitplan beeinträchtigt. Deshalb, so die Vorsitzenden, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden, wann dieser Standort eröffnet werden kann. Die Immobilie an der Leimholer Straße in Bergerhof gehört dem Unternehmer Wilfried Wilhelm Ohlinger. Die Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen, Dorothea Stabolewski, die zum Beirat der IG Bismarck gehört, hatte den Kontakt hergestellt.

Die Kosten für die Umrüstung und den Umzug des Zweirad-Museums, so die bisherige Planung, sollen zu einem großen Teil über das EU-Programm „Leader“ laufen, mit dem ländliche Regionen gestärkt werden sollen. 65 Prozent der Kosten könnten auf diese Weise gedeckt werden.

Die Interessengemeinschaft hat in den vergangenen Jahren Kooperationen mit mehreren Vereinen und Institutionen ins Leben gerufen. Dazu gehört auch die vom Bund getragenen Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh, dem Alterssitz des „Eisernen Kanzlers“. Kontakt gibt es auch zum „Getreuen- und Bismarckmuseum“ im Landkreis Friesland. Über Friedhelm Julius Beucher, SPD-Politiker aus Bergneustadt und Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, wurde auch zu diesem Verband Kontakt aufgenommen. Nicht zuletzt durch diese erfolgreiche Netzwerkarbeit hat die Interessengemeinschaft Bismarck über das Bergische hinaus Interesse erregt. Besucher kamen des Öfteren von weit her – ist doch die Gemeinde der Liebhaber „alter Schätzchen“, egal ob Motorräder oder Fahrräder, weit gestreut.