Radevormwald: Ideen für die Energieversorgung in Herbeck

Bürgerversammlung in Radevormwald : Ideen für Energieversorgung in Herbeck

Fachleute informieren die Bürger, wie das modern und klimafreundlich gestaltet werden kann.

Die Bürger in Herbeck erfuhren im Paul-Gerhardt-Haus, wie sie ihre Häuser energieeffizienter ausbauen und bewohnen können. Über die Stadt wurde eine Studie über das Gebiet nördlich der B 229 ermöglicht, die von den Unternehmen Innovation City Management und Gertec Ingenieurgesellschaft umgesetzt wurden. Sie haben sich damit beschäftigt, wie CO2-Emissionen reduziert, die Energieeffizienz erhöht und die Nutzung erneuerbarer Energien in dem Quartier gesteigert werden können.

„Das Neubaugebiet Karthausen ist heute kein Thema, aber bei den Planungen zu dem Gebiet, sind die Überlegungen entstanden, auch etwas für andere Bereiche der Nachbarschaft zu tun“, sagt Wolfgang Scholl von der Stabsstelle der Stadt. Bürgermeister Johannes Mans sieht die Untersuchung als „Einstieg in eine wichtige Thematik.“ Wichtiger Bestandteil der Untersuchung war die Befragung der Haushalte in Herbeck. Von 370 Fragebögen kamen 105 zurück. „Ein Rücklauf von 28,4 Prozent ist sehr hoch. In anderen Städten erreichen wir fünf bis zehn Prozent“, sagt Sebastian Mehrhoff von der Innovation City Management. Er hat sich mit den städtebaulichen Betrachtungen beschäftigt. Die größeren Teile Herbecks sind vor 1977 erbaut worden und damit vor der ersten Wärmeschutzverordnung. In der Ortschaft wohnen viele alte Menschen. „In den nächsten zehn bis 20 Jahren wird Herbeck eine Umwälzung erleben und sich verjüngen“, sagt er.

Die energetische Analyse zeigt, dass es in Herbeck eine flächendeckende Erdgasversorgung gibt, 20 Prozent der Häuser nutzen Heizöl oder Biomasse als Energieversorgung. Stromheizungen gibt es nur wenig. Energieversorgung durch Photovoltaikanlagen oder Solarthermieanlagen sind noch sehr selten. Diesen Bereich sollten die Bewohner laut Studie ausbauen. Die Befragung hat ergeben, dass die meisten Hausbesitzer noch keine Sanierungen oder Modernisierungen durchgeführt haben, weil sie noch keine Notwendigkeit erkannt haben. Wer schon energetisch aufgerüstet hat, konnte diese Maßnahmen meist aus Eigenkapital finanzieren. „Die meisten Hausbesitzer wollen mit den Maßnahmen eine langfristige Kostensenkung und den Werterhalt der Immobilie erzielen, an dritter Stelle kommt der Klimaschutz“, sagt Mehrhoff. Wenn die Maßnahmen umgesetzt werden, wäre es möglich, dass bis 2025 in Herbeck 4,4 Prozent der Endenergie eingespart wird und bis 2050 sogar 50 Prozent. Wichtig für diese Betrachtung und diese Ziele ist auch der Verkehr. Die Studie hat ergeben, dass es in Herbeck überdurchschnittlich viele Autos gibt. „Um den CO2-Ausstoß zu senken, müsste weniger Auto gefahren werden. Die Studie geht außerdem davon aus, dass es nach 2030 keine Verbrennungsmotoren mehr auf den Straße gibt“, sagt Mehrhoff.

Thomas Behler, Geschäftsführer der Stadtwerke, hält die Einsparziele für ehrgeizig. „Es ist möglich, aber viele Maßnahmen sind momentan für die Hausbesitzer noch nicht wirtschaftlich, obwohl es die Technik gibt“, sagt er. Für 2020 planen die Stadtwerke den weiteren Ausbau des Erdgasnetzes.

Die Stadtverwaltung wird die Hausbesitzer jetzt unterstützen, sich über Modernisierungsmaßnahmen zu informieren. Burkhard Klein, Leiter des Bauverwaltungsamtes, fordert die Hausbesitzer auf, in Kontakt mit der Stadt zu treten, damit für die Modernisierung mögliche Förderungen aufgetan werden können. Wichtiger Ansprechpartner zum Klimaschutz ist Klimamanager Niklas Lajewski.

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