Diakoniestation und Stadtverwaltung Radevormwald Hygienepakete und Spendensammlung

Radevormwald · Mitarbeiter der Diakoniestation sind bewegt von den Ereignissen in der Ukraine und unterstützen die Hilfsorganisation „Global Aid Network“. Und die Stadt organisiert Spendenannahme für ukrainische Flüchtlinge im Wartburghaus.

Im Wartburghaus wurden am Dienstagabend Kartons mit Hygieneartikeln gepackt.

Im Wartburghaus wurden am Dienstagabend Kartons mit Hygieneartikeln gepackt.

Foto: Uwe Kremers

Die Hilfsbereitschaft der Radevormwalder wird angesichts der dramatischen Bilder aus den Kriegsgebieten in der Ukraine immer größer. In den sozialen Netzwerken werden jede Menge Sammel- und Hilfsaktionen beworben, viele Privatinitiativen wurden ins Leben gerufen. Auch die Diakoniestation Radevormwald will nicht untätig bleiben und beteiligt sich an der Aktion „Hygienepakete für die Ukraine“. „Wir haben Mitarbeiter, die stammen ursprünglich aus Polen, wir haben Aussiedler oder Russlanddeutsche. Sie alle haben sich gefragt, was sie tun können. Da haben wir mal rumgefragt und festgestellt, dass dieser Krieg uns alle überwältigt und für alle ein beherrschendes Thema ist“, sagt Geschäftsführer Uwe Kremers.

Aber auch die Corona-Pandemie ist derzeit für die Diakonie wieder ein sehr brisantes Thema. „Wir werden regelrecht überrollt mit Fällen von infizierten Mitarbeitern“, bestätigt Kremers. Dabei seien 98 Prozent der Belegschaft geboostert, also dreimal geimpft. Glück im Unglück: die fünf Fälle der vergangenen Tage und Wochen kamen nach und nach und nicht zum gleichen Zeitpunkt. Trotzdem waren sich alle Mitarbeiter einig, jetzt etwas tun zu wollen. Also knüpfte Uwe Kremers Kontakt zur Gießener Hilfsorganisation „Global Aid Network (GAiN), einer international tätigen Hilfsorganisation, die humanitäre Hilfe in mehr als 40 Ländern der Welt leistet. Ursprünglich stellt das Unternehmen sogenannte Wechselbrücken zur Verfügung – Container auf Stelzen, in denen Hygienepakete gesammelt und per Zugmaschine direkt nach Polen gefahren werden. Da derzeit aber alle Brücken im Einsatz sind, schlug die Organisation der Diakoniestation vor, Pakete zu packen und sie nach Gießen zu schicken. Gesagt, getan. Die Kartons spendete das Rader Unternehmen „Rade-Pack“. Ein Karton reicht für vier Pakete mit Hygieneutensilien, ein Paket ist für eine Familie mit vier Personen gedacht und hat einen Wert von 30 bis 35 Euro. Anfang der Woche startete die Aktion, die Hygieneartikel, Kartons oder Pakete können in der Diakoniestation, Telegrafenstraße 1, abgegeben werden.
www.gain-germany.org

 Geschäftsführer Uwe Kremers von der Diakoniestation.

Geschäftsführer Uwe Kremers von der Diakoniestation.

Foto: Kremers


Unterdessen sind auch die Hilfen der Stadt Radevormwald für die ukrainischen Flüchtlinge, die in der Stadt Zuflucht gefunden haben, sehr gut angelaufen. Wie Wolfgang Scholl von der Stabsstelle am Mittwoch berichtete, hätten sich bereits zahlreiche Bürger an verschiedenen Aktionen beteiligt. Dafür spreche Bürgermeister Johannes Mans den Helfenden und Spendern einen großen Dank aus. „Und Mans hofft, dass auch die neue Aktion in der nächsten Zeit sehr gut unterstützt wird“, schreibt Scholl. Die Stadtverwaltung hatte bei der Lutherischen Kirchengemeinde angefragt und die Zusage für die Nutzung von Teilen des geschlossenen Wartburghauses an der Telegrafenstraße erhalten. Hier können Spenden für ukrainische Flüchtlinge abgegeben werden – ab Donnerstag, 17. März, montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr. Städtische Mitarbeiter nehmen die Hilfsgüter entgegen.

Gesucht werden Sachspenden zur Erstausstattung der Wohnungen der Flüchtlinge: „Es wird darum gebeten, wirklich nur gut erhaltene Sachspenden zum Wartburghaus zu bringen. Die Verteilung wird im Auftrag des städtischen Sozialamtes geregelt“, erklärt Scholl. Benötigt werden Besteck, Teller, Suppentassen, Gläser, Töpfe, Pfannen, Kochplatte, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Mülleimer und Müllbeutel, Spiegel, Leuchtmittel, Lampen, Spülset, Besen, Kehrblech, Staubsauge, diverse Hygieneartikel wie Zahnbürste, Zahnpasta, Seife, Shampoo, Duschgel, Windeln, Feuchttücher, Wäschekörbe, Eimer, Neuware von Handtüchern, Bettwäsche, Kissen, Oberbetten, Decken – außerdem auch Möbel, Kühlschränke, Waschmaschinen (diese Gegenstände abfotografieren und per E-Mail an ukraine@radevormwald.de senden).

Die Ukraine-Hotline der Stadt, bei der auch ehrenamtliche Hilfsangebote angemeldet werden können, ist weiterhin unter Tel. 02195 606163 zu erreichen.

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