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Radevormwald: Hühner-Kadaver liegen in der Landschaft

Trauriger Fund in Radevormwald : Tier-Kadaver in der Landschaft entsorgt

Wanderer stießen bei Hönde auf sieben tote Hühner. Es handelt sich um eine seltene Gattung aus Südschweden, die bereits im Mai in Grafweg gestohlen worden waren. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Lutz Aldermann und seine Mitstreiter haben im Bereich des Flugplatzes an der Leye, nahe der Ortschaft Hönde, schon viele unschöne Funde gemacht – wild entsorgten Müll zum Beispiel. Doch was dem Vorsitzenden des Modellflieger-Clubs LSC nun vor die Augen kam, war noch weitaus heftiger. Aldermann berichtet: „Vergangenen Samstag wollte ich den Flugplatz verlassen, da wurde ich von Spaziergängern angesprochen. Die sagten: ‚Da hinten liegen tote Hühner.’“

Aldermann ging zu der genannten Stelle und fand tatsächlich eine ganze Reihe von Hühnerkadavern, die ein Unbekannter offenbar in der Landschaft entsorgt hatte. „Ich habe sechs Stück gezählt“, berichtet der Radevormwalder, der auch Fotos gemacht hat. Wie sich später zeigte, waren es insgesamt sieben Kadaver.

Aufschluss über die Herkunft der toten Tiere erhielt Lutz Aldermann dann zufällig durch einen Bekannten: „Ich erzählte ihm von der Sache, und er fragte sofort: ‚Wie sahen die Tiere aus?’“ Wie sich herausstellte, waren die Hühner von Grund und Boden eben jenes Einwohners der Ortschaft Grafweg gestohlen worden. Seinen Namen möchte der Besitzer jedoch ungern in der Zeitung stehen sehen.

„Am Himmelsfahrtstag sind ihm von 27 Tieren 20 Stück gestohlen worden“, gibt Lutz Aldermann die Geschichte wieder. Dass ein Raubtier, etwa ein Fuchs, dahinter steckt, sei äußerst unwahrscheinlich. Es seien zudem keine gewöhnlichen Hühner, sondern eine seltene Gattung, so genannte schwedische Blumenhühner. Warum jemand es auf diese Tiere abgesehen hat und warum er einen Teil davon tot auf freiem Feld entsorgt, darauf haben weder der Besitzer noch der Finder eine Antwort. Neben den toten Tieren sei noch Streu gefunden worden. „Bei der Polizei ist inzwischen Anzeige erstattet worden, auch das Ordnungsamt wurde informiert“, berichtet Lutz Aldermann.

Monika Treutler, Sprecherin der Oberbergischen Polizei, bestätigt, dass die Anzeige wegen des Diebstahls der Hühner – es handelt sich um Jungtiere – eingegangen ist. „Wir ermitteln nun im Fall von Diebstahl“, erklärt sie. Wie die Tiere gestorben sind, dazu gebe es keine Angaben.

Marc Bormann, Mitarbeiter des Radevormwalder Ordnungsamtes, erklärt zu dem jüngsten Kadaver-Fund: „Das ist schon ein sehr unüblicher Fall.“ Grundsätzlich komme es allerdings immer mal wieder vor, dass tote Tiere in der freien Natur abgeladen werden. „Wir hatten beispielsweise Fälle, bei denen mehrere Kadaver von Zuchtkaninchen gefunden wurden“, berichtet Bormann. Das sei allerdings kein spezifisches Radevormwalder Phänomen, solche Vorkommnisse kämen auch in den umliegenden Kommunen vor.

Natürlich ist das Abladen von Tier-Kadavern in freier Natur – vom Diebstahl der Hühner mal ganz abgesehen – verboten. Unnötig ist ein solches Vorgehen ohnehin, betont Marc Bormann: „Wenn es um Haustiere wie Hunde, Katzen oder Nager geht, ist der Tierarzt natürlich der erste Ansprechpartner.“

In anderen Fällen arbeitet die Stadtverwaltung seit Jahren mit einem Unternehmen aus Lünen zusammen. Es handelt sich um die SecAnim GmbH, Brunnenstraße 138, 44536 Lünen, die telefonisch unter der Nummer 02306 9270921 erreichbar ist. Das Unternehmern verfügt auch über eine Internetseite: www.secamin.de.

Nicht nur aus Gründen des Anstands und der Hygiene sollte man Tiere nicht einfach in der Landschaft entsorgen. Laut dem Bundesverband der Tierbestatter in Dortmund können, wenn man bei einer solchen Aktion erwischt wird, Bußgelder bis zu 15.000 Euro drohen. Geht es um kleine Tiere wie beispielsweise Wellensittiche oder Hamster, ist dagegen die private Entsorgung im Restmüll möglich – nicht jedoch in der Biotonne.