Radevormwald: Hospiz feiert Jubiläum mit Theater

Feier im Radevormwalder Bürgerhaus : Hospiz feiert runden Geburtstag mit Theater

Das Ambulante Ökumenische Hospiz besteht seit 20 Jahren. Gefeiert wurde mit einem Improvisations-Theater.

Der tagtägliche Umgang mit dem Tod gehört zu dem Alltag der zwei hauptamtlichen und 30 ehrenamtlichen Mitarbeiter des Hospizes. Auf wie viele Arten und Weisen man mit diesem sensiblen Thema umgehen kann, zeigte das Improvisations-Theater „Die Tabutanten – Sie werden lachen, es geht um den Tod“ im Bürgerhaus. Grund ihres Auftritts: Das Ambulante Ökumenische Hospiz ist vor 20 Jahren gegründet worden und feierte diesen runden Geburtstag am Donnerstagabend im Bürgerhaus.

Vereinsvorsitzender Georg Kalkum findet den humorvollen Umgang mit dem Tod wichtig. „Außerdem hilft das ambulante Hospiz auch dabei, die letzten Tage mit viel Leben zu füllen“, sagt er. Aus diesem Grund hat der Verein die beiden Schauspielerinnen Christiane Holzer und Simone Schmitt nach Radevormwald geholt, denn die beiden „Tabutanten“ setzen sich humorvoll, aber trotzdem auf berührende Weise mit dem Sterben, der Trauer und der Liebe auseinander.

Der Umgang mit dem Tod passiert bei den meisten Menschen aus der Situation heraus. Genauso spontan und unvermittelt war das Improvisations-Theater der Geburtstagsfeier, denn ein festes Skript gibt es bei dieser Form von Schauspiel nicht. Alle Szenen sind live entstanden. Das Publikum assoziiert mit der Liebe Vertrauen, Zuneigung und Küsse, mit dem Tod Angst, Hoffnung, Kälte und Endgültigkeit. Diese Assoziationen griffen die Schauspielerinnen am Donnerstag auf. Die einzelnen Szenen stimmten sie auf die Ideen der Gäste und die Stadt Radevormwald ab. „Was ist für Rade typisch?“ wollte Christiane Holzer wissen. Die Rader antworteten „Regen, Wald, Sturheit, Kirchen“. All diese Schlagwörter waren der Rahmen der nächsten Stunde. Ob die Urne als Regenschirmständer gebraucht oder der Grabstein des Geliebten mit Küssen übersät wurde – im Bürgerhaus wurde am Donnerstag herzlich gelacht.Das Ambulante Hospiz feierte am Donnerstag die vergangenen 20 Jahre, in denen die Mitarbeiter vielen Menschen und Familien geholfen haben. Das erste Hospiz-Büro wurde von Manfred Kümpel im Johanniter-Altenheim eingerichtet und ein Jahr später folgte die Einstellung der hauptamtlichen Koordinatorin. Seitdem führt das ambulante Hospiz jedes Jahr einen Befähigungskursus für Hospizhelfer durch und das in enger Zusammenarbeit mit den Vereinen aus Hückeswagen, Wermelskirchen und Remscheid. Seit April 2017 sitzt Marina Weidner mit ihrem Team an der Kaiserstraße.

Das Hospiz versteht sich als Begleiter und Helfer in schweren Zeiten. Es unterstützt Angehörige und die Sterben selber, bietet Hilfestellungen bei der Organisation anderer Hilfen und informiert über palliative Versorgung.
Zu dem Theaterabend waren Unterstützer, Mitarbeiter und Freunde des ambulanten Hospizes gekommen. Nach dem Improvisations-Theater tauschten sich die Gäste im Foyer aus und stießen auf die nächsten 20 Jahre an.