Radevormwald: Horst Enneper für 50 Jahre Ratszugehörigkeit geehrt

Ehrung in Radevormwald : Horst Enneper für 50 Jahre Ratszugehörigkeit geehrt

Der 79-Jährige trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein und bekam die erste Goldene Münze überreicht. Alle Fraktionen würdigten politische Leistungen.

Es war nicht nur ein besonderer Tag für Horst Enneper, sondern für die gesamte Radevormwalder Politik. Denn ein goldenes Ratsjubiläum, wie jenes, das CDU-Ratsherr Enneper dieser Tage feierte, dürfte sogar bundesweit Seltenheitswert genießen.

Am 9. November 1969 wurde er zum ersten von zehn Malen in den Stadtrat gewählt. Jetzt, mit 79 Jahren, zog er sich aus der Politik zurück. Vor der Ratssitzung am Dienstag wurde Enneper im großen Saal des Bürgerhauses feierlich verabschiedet. Bürgermeister Johannes Mans würdigte Ennepers langjährigen Einsatz. Enneper sei ein durchaus streitbarer Geist gewesen, dem es aber immer um die Sache und nie um Persönliches gegangen sei. „Seine Heimat war immer die CDU – die er jedoch durchaus auch zu kritisieren bereit war“, sagte Mans.

SPD-Fraktionsvorsitzender Dietmar Stark verdeutlichte den langen Zeitraum. „Es war nicht nur eine politische Aktivität über 600 Monate. Es waren in dieser Zeit auch weit über 1000 Rats- und Ausschusssitzungen“, sagte Stark. Stark überbrachte den Dank aller Fraktionen. Er kenne Enneper zwar schon seit 25 Jahren – „immerhin länger, als ich meine Frau kenne“ -, aber das sei immer noch nicht lange genug, um alle politischen Leistungen des 79-Jährigen würdigen zu können. Er habe oft und leidenschaftlich mit Enneper gestritten, aber genauso viele menschlich sehr angenehme Augenblicke miteinander verbracht. „Horst Enneper ist einer der ehrlichsten Politiker, die mir je begegnet sind – ein aufrichtiger und geradliniger Demokrat“, sagte Stark.

Für Gerd Uellenberg, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, war der 10. Dezember „ein ganz besonderer Tag – auch für die Christdemokraten in Radevormwald“. Für ihn beginne politische Arbeit im kommunalen Bereich. „Nur wenn es da läuft, kann auch Europa funktionieren“, sagte Uellenberg. Er ergänzte: „Horst Enneper war mir immer ein Vorbild, weil er immer schon – ich kenne ihn seit 43 Jahren – die Treue und Disziplin zu seiner Aufgabe hochgehalten hat.“ Enneper habe ihm einmal gesagt, dass er jeden Tag seiner fünf Jahre als stellvertretender Bürgermeister genossen habe. „Und der damalige Bürgermeister Josef Korsten hat mir gesagt: Das konnte man ihm auch ansehen“, sagte Uellenberg.

Für Enneper selbst war Konrad Adenauer der Grund, warum er 1957 in die CDU eingetreten sei. Geprägt hätten ihn die Erfahrungen der letzten Kriegsjahre, die er als kleiner Junge mitbekommen habe. „Ich wollte damals nicht in den Stadtrat. Ich wollte Adenauer unterstützen“, sagte Enneper.

Im Anschluss trug sich der 79-Jährige CDU-Mann in das Goldene Buch der Stadt ein und bekam zudem von Bürgermeister Mans die erste Goldene Münze der Stadt überreicht. „Unsere Stadt ist schön – sie verdient einen guten Stadtrat“, waren die Worte, die Enneper seinen Kollegen für die Zukunft mit auf den Weg gab.