Seniorenbeirat in Radevormwald Heizkostenantrag geht nun doch auf Papier

Radevormwald · Bei Härtefällen können Bürger Hilfen vom Land beantragen. Das ging allerdings bislang nur online, was für manche Senioren ein Problem darstellt. Seniorenvertreter haben protestiert – mit Erfolg

Manche Senioren kennen sich im Internet gut aus. Andere brauchen bei Behördenangelegenheiten oft Hilfe, falls diese nicht auf dem Papierweg möglich sind.

Manche Senioren kennen sich im Internet gut aus. Andere brauchen bei Behördenangelegenheiten oft Hilfe, falls diese nicht auf dem Papierweg möglich sind.

Foto: Melanie Zanin (MZ)

Vor diesem Problem stehen alte Menschen immer wieder: Es sind behördliche Dinge zu erledigen, doch das geht vielfach nur noch übers Internet. Eine Hürde für alle jene Senioren, die nicht online sind. Mit diesem Thema hat sich der Seniorenbeirat in Radevormwald schön häufiger beschäftigt. Der Vorsitzende Wolf-Rainer Winterhagen beklagte mehrfach, dass es sehr kompliziert geworden sei, bürokratische Vorgänge in Papierform zu erledigen (unsere Redaktion berichtete).

Winterhagen, der auch Mitglied der Landesseniorenvertretung NRW (LSV NRW) ist, verweist nun auf eine Stellungnahme der LSV zum Thema Heizkosten. Den für die Beantragung der Härtefall-Hilfen des Landes, die angesichts der gestiegenen Preise für Öl, Gas oder Pellets gezahlt werden können, gab es nur die Möglichkeit, das Ganze übers Internet zu regeln. Die Seniorenvertretung hakte hier nach. Das zuständige Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes ist zurückgerudert und hat angesichts zahlreicher Eingaben zusätzlich das papierbasierte Formular ermöglicht. „Auch die Landesseniorenvertretung NRW hatte im Zuge der Gleichbehandlung ebenso eine Antragstellung auf Papier gefordert“, zeigt sich der LSV-Vorsitzende Karl-Josef Büscher nun zufrieden.

Wirklich optimal sei das Angebot für jene, die nicht im Netz sind, aber nicht, bemängelt die LSV. Der Papierantrag werde nicht als Kopiervorlage zugesandt, sondern über ein Servicetelefon würden die erforderlichen Daten dann abgefragt und in das Formular eingetragen. Den unterschriebenen Antrag mit den Kopien der jeweiligen Rechnungen und dem Kontoauszug mit der Belastung des Rechnungsbetragen muss der Antragstelle bis zum 20. Oktober dann zurücksenden.

„Wir hoffen, dass bei künftigen Antragsprojekten die Belange jener, die nicht digital-affin sind oder keine Möglichkeit einer Hilfestellung sehen, nicht erst nach Protesten in den Fokus des Landes geraten“, erklärt die Seniorenvertretung.

Info Das Servicetelefon des Landes ist unter 0211 8618-4040 erreichbar.

(s-g)