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Radevormwald: Heimischen Pflanzen eine zweite Chance geben

Pflanzentauschbörse in Radevormwald : Gärtner wollen heimischen Pflanzen eine zweite Chance geben

Der Bergische Naturschutzverein rief zum Pflanzentausch auf den Schulhof der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Stadt. Und viele Besucher kamen.

Kirsten Janke hat aufgeräumt. Sie hat Schneeglöckchen und Chrysanthemen ausgegraben, Vergissmeinnicht und Kornblumen, Fette Henne und allerlei Kräuter. „Ich möchte, dass die heimischen Pflanzen weiterleben“, sagt sie, „und deswegen will ich tauschen.“ Also hat sie in ihrem Garten Vorarbeit geleistet, die Auswahl ihrer Gartenpflanzen ins Auto gepackt und mit zur Pflanzentauschbörse auf dem Schulhof der Städtischen Grundschule gebracht. Hier finden ihre grünen Schätze reißenden Absatz: Die Margariten haben schon in den ersten beiden Stunden Abnehmer gefunden, auch ihr Lungenkraut ist schnell vergriffen. „Jetzt bekommen sie ein neues Zuhause“, sagt Kirsten Janke zufrieden. Arnd Weller und Christina Luchtenberg machen sich gerade mit einem vollen Korb grüner Pflanzen auf den Heimweg. Sie sind bei Kirsten Janke fündig geworden. „Wir hatten einen leeren Garten und waren auf der Suche nach heimischen Pflanzen“, sagt Arnd Weller. Um Sorten aus der Region zu bekommen und nicht so viel Geld im Baumarkt auszugeben, seien sie zur Pflanzentauschbörse gekommen. „Mit Erfolg“, sagt Christina Luchtenberg und lacht. In ihrem Korb haben viele Stauden und Kräuter Platz gefunden. „Halbschattig und bunt“, sagt sie, „genau das, was wir gesucht haben.“

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So geht es Sonntagmittag vielen Besuchern. Auf Einladung des Bergischen Naturschutzvereins treffen Hobbygärtner seit mehr als 30 Jahren bei der Börse aufeinander – die einen haben Pflanzen übrig, die anderen sind auf der Suche. „Wir wünschen uns mehr heimische, wilde Pflanzen in den Gärten, die der Tierwelt etwas zu bieten haben“, sagt Kathi Hentzschel, die die Aktion damals aus der Taufe hob. Die Situation habe seit Gründung der Börse noch an Dramatik gewonnen: In vielen Parks und Gärten werde wenig Wert auf Artenvielfalt gelegt.

Gleichzeitig blickt Kathi Hentzschel zufrieden über den Schulhof. Die Resonanz sei immer weiter gewachsen, sagt sie. Als seien die Menschen auf der Suche nach Gelegenheiten. Und die sollen sie auf dem Schulhof finden. Etwa 20 Hobbygärtner sind als Aussteller zur Börse gekommen – mal mit großem Angebot und mal nur mit einigen wertvollen Pflanzen. Die einen haben Kräuter und Stauden in Kartons gepackt, die anderen haben sie eingetopft. Jeder ist willkommen.

„Es ist einfach eine schöne Atmosphäre hier“, sagt Kirsten Janke, die inzwischen den nächsten Besucher versorgt hat. Man tausche sich aus, profitiere von dem Wissen der anderen. „Und ich habe auch schon selbst etwas gefunden, was nun in meinem Garten ein neues Zuhause finden soll“, sagt die Hobbygärtnerin. Und dann deutet sie auf ihren Korb, in dem Bärlauch und Mais liegen.