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Radevormwald: Halloween finden manche toll, andere nervig

Umfrage in Radevormwald : Halloween – mal spaßig, mal nervig

Auch in Radevormwald wird das aus den USA übernommene Fest mit den Grusel-Verkleidungen auf verschiedene Art gefeiert, vor allem mit Kindern als Zielgruppe. Allerdings finden nicht alle diese Entwicklung gut.

Für die Kinder, die am Montag an der Party im Bürgerhaus teilgenommen haben, ist das gar keine Frage: Halloween ist toll. Die 40 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 14 Jahren hatten jede Menge Spaß bei der Veranstaltung des Jugendamtes, auch wenn Halloween eigentlich erst in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gefeiert wird.

Seit den 1990er Jahren hat sich das Fest mit dem Grusel-Faktor in Deutschland eingebürgert. So ist das Thema Halloween beispielsweise bei Gastronomen beliebt, bestätigt Thorsten Hellwig, Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Nordrhein. Ein Event-Thema gebe einem gastronomischen Abend das Besondere, auf diese Weise könnten sich Gastronomen von anderen Veranstaltern absetzen. „Das Gleiche funktioniert beispielsweise mit dem Valentinstag. Man kann damit irgendwie hervorstechen“, sagt er.

In Radevormwald hat unter anderem das „Nessi-Kinderland“ im Freizeitbad „life-ness“ mit einer Halloween-Veranstaltung für Kinder gute Erfahrungen gemacht, die Resonanz ist immer hoch.

Halloween fällt in eine Zeit, in der sich die Festtage im Kalender häufen: Reformationstag, Allerheiligen, Allerseelen und schließlich das Martinsfest um den 11. November (der zugleich Start der Karnevalssaison ist). Für Jutta Felderhoff, Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule Stadt, ist es keine Frage, welches Thema in dieser Zeit Vorrang hat: „Wir wollen christliche Werte hoch halten, deshalb widmen wir uns dem Thema Sankt Martin und nicht Halloween“, sagt sie. Daher gebe es in dieser Zeit auch keine Fensterbilder mit Gruselmotiven.

In den Kitas sieht es ähnlich aus. Vera Hänel, Leiterin der städtischen Kindertagesstätte Sprungbrett, erklärt: „Wir feiern kein Halloween. Stattdessen sind wir im Sankt-Martins-Fieber, wie es zu unserer Region im Rheinland gehört.“ Die Geschichte vom Heiligen Martin und seiner barmherzigen Tat sei ideal, um den Kindern Werte zu vermitteln. „Halloween hat keinen Gehalt“, meint Hänel. Für einen Kindergarten eigne sich das Thema gleich gar nicht: „Es findet niemand schön, erschreckt zu werden und Angst zu haben.“

Während viele Menschen zu Halloween harmlosen Spaß haben, gibt es einige, die diese Nacht nutzen, um über die Stränge zu schlagen. Ein fragwürdiger Brauch ist das Bewerfen von Gebäuden mit Eiern. „Wir haben dazu immer wieder Strafanzeigen“, sagt Michael Tietze, Sprecher der oberbergischen Polizei. Immerhin seien die „Horror-Clowns“, die vor drei Jahren ihr Unwesen trieben, nun wieder aus der Mode gekommen. „Das hat für gefährliche Situationen im Straßenverkehr gesorgt, und wir hatten auch Anrufe von Leute, die auf diese Weise erschreckt worden waren.“ Die Polizei ist in der Halloween-Nacht personell leicht verstärkt. „Das ist allerdings immer so, wenn ein Feiertag folgt, weil erfahrungsgemäß mehr passiert“, sagt Tietze. Zusätzliche Kräfte wie beim Karneval seien zu Halloween nicht üblich.

Jochen Knorz, Leiter des Ordnungsamtes, erklärt zum Thema Fest-Auswüchse: „Es hält sich in Grenzen, meist erleben wir keine Besonderheiten.“ Kleine Streiche wie „Klingelmäuschen“ oder Zahnpasta auf der Türklinke seien harmlos und kein Thema für die Behörden. Wenn mit Eiern auf Häuser geworfen wird, sei das aber Sachbeschädigung und keineswegs mehr lustig. Zumal ein solcher Eiwurf, wie Knorz aus eigener Erfahrung berichtet, eine ziemliche Sauerei anrichtet.