Radevormwald: Grünen-Fraktion beschwerte sich bei der Kommunalaufsicht über Karthausen

Grüne Radevormwald : Auch Grüne beschwerten sich beim Kreis

Die Grünen haben wie die Alternative Liste Beschwerde bei der Kommunalaufsicht gegen das Prozedere beim Erwerb des Baugebietes Karthausen eingelegt. Sie fordern eine Änderung der Hauptsatzung.

Bei ihrer Mitgliederversammlung im Saal des Freizeitbades „life-ness“ haben die Mitglieder des Radevormwalder Ortsvereins und der Fraktion von Bündnis 90/Grünen eine politische Bilanz der vergangenen Monate gezogen. Ein Thema, dass die Fraktion besonders bewegt hatte, waren die Vorgänge um den Erwerb und die Bewilligung des Baugebietes Karthausen. Angesichts der extrem heißen Temperaturen war nur der engere Kreis der Rader Grünen gekommen, interessierte Gäste blieben aus.

Die beiden Ratsmitglieder Elisabeth Pech-Büttner und Bernd Bornewasser führten aus, dass man sich beim Kreis als Kommunalaufsicht über die Vorgänge rund um die Bewilligung des genannten Baugebietes beschwert habe – wie es auch die Fraktion der Alternativen Liste getan hatte. „Wir wollten das allerdings nicht an die große Glocke hängen“, versicherten die beiden Ratsmitglieder. Es sei auch nicht allein um Karthausen gegangen, sondern um einen Passus in der Hauptsatzung der Stadt, die nach Ansicht der Grünen geändert werden müsse. Der Erwerb der Grundstücke, auf denen ein neuer Stadtteil entstehen soll (die BM berichtete) sei rechtlich nicht korrekt gelaufen, das habe der Kreis auch bestätigt. Zugleich betonte die Fraktion, sie habe mit dieser Beschwerde nicht dafür gesorgt, dass der Haushalt noch immer nicht genehmigt worden sei. Dafür hatte wiederum die Fraktion der Alternativen Liste deutliche Kritik von den großen Fraktionen bekommen.

Auf der Tagesordnung stand auch eine Bilanz des Europawahlkampfs. Dieser verlief für die Grünen erfreulich, der positive Bundestrend hatte sich auch in Radevormwald niedergeschlagen. Allerdings gab es in der Runde auch selbstkritische Töne. Fraktionsmitglied Gisela Szagun wunderte sich über die guten Ergebnisse der Rader Grünen in Stadtteilen, „wo der SUV vor der Türe steht und der Garten aus Stein ist“. Es sei manchmal schwer verständlich für sie, gestand Szagun, warum eine solche Klientel ihr Kreuzchen bei den Grünen mache.

Einig waren sich die Anwesenden, dass Berichte über Umweltthemen auf die Ergebnisse der Grünen einen großen Einfluss hätten. So seien die Werte nach der Atom-Katastrophe von Fukushima in die Höhe gestiegen.

Zu den Erfahrungen im Kommunalwahl gehört auch, dass manche Bürger die Aktivitäten der Grünen – etwa bei der Ratsarbeit oder bei der Installierung von Insektenhotels – offenbar gar nicht wahrnähmen. „Viele Menschen leben heute in einer ,Blase’“, meinte Grünen-Mitglied Kathi Hentzschel. Es sei wichtig, diese engen Sichtweisen aufzubrechen.

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