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Radevormwald: Gottesdienst macht Mut in der Corona-Pandemie

Kirchengemeinde in Radevormwald : „Atem des Friedens“ – Gottesdienst macht Mut in der Pandemie

In der Vorweihnachtszeit hat sich die reformierte Kirchengemeinde weitere Aktionen überlegt, die trotz des Coronavirus umgesetzt werden können.

An dem Abend vor dem Ewigkeitssonntages gestalteten Pfarrer Dieter Jeschke und Kirchenmusikerin Angelika Kozinowski-Werler einen Gottesdienst in der Kirche am Marktplatz. Die reformierte Kirche war mit Kerzen erleuchtet und neben dem Altar stand ein Cembalo. Zum ersten Mal in der Geschichte der Gemeinde erklang das Tasteninstrument in der Kirche. Das Cembalo hat einen etwas kleineren Tonumfang als ein Klavier und klingt wie ein Zupfinstrument. Angelika Kozinowski-Werler eröffnete den Abend, der unter dem Motto „Der Atem des Friedens stand“ mit einer Komposition von Johann Gottlieb Naumann.

Pfarrer Dieter Jeschke griff in seiner Andacht die erste Frage aus dem Heidelberger Katechismus auf, die nach dem Trost im Leben und im Sterben fragt. „Ich gehöre dem Heiland. Alles wird zur Seligkeit dienen.“ Der Pfarrer der reformierten Kirchengemeinde ermutigte seine Zuhörer am Samstag dazu Fragen zu stellen. „Wir leben nur, wenn wir Fragen stellen. Man muss fragen, um sich auf den Weg zu machen und um zu leben. Wer Fragen stellt, setzt sich einer Gefahr aus, denn jede Antwort birgt ein Risiko. Andere Fragen bleiben unbeantwortet“, predigte er.

Aber was passiert, wenn keine Antworten zu hören sind? „Das ist die Krise unserer Zeit. Wir stellen Fragen, die offen bleiben und das ist ein Wagnis.“ Pfarrer Jeschke appelliert an der Urvertrauen seiner Gemeinde und an ihren Glauben. „Mein Leben ist eine Frage, die Gott gestellt hat, ich bin nicht meine eigene Frage“, sagt er. „Wer immer wieder neue Fragen stellt, wird immer tiefer in den Glauben kommen.“

Für die Teilnehmer des Gottesdienstes am Samstagabend waren die Worte des Pfarrers Mut- und Trostspender in der Mitte einer globalen Krise. Angelika Kozinowski-Werler spielte die Arie „Schlummert ein, ihr matten Augen“ von Bach. Ihre klare Stimme erfüllte die Kirche. Nach der Predigt folgte eine Fantasia von Georg Friedrich Händel. Die Kollekte des Gottesdienstes kam der Kirchenmusik der Gemeinde zugute.

In der Vorweihnachtszeit hat sich die Kirchengemeinde weitere Gottesdienste und Aktionen überlegt, die trotz der Pandemie durchgeführt werden können. Am Sonntag, 29. November, wird der Abschluss der Fotoaktion „Herzenswärme in Radevormwald“ von 16 bis 18 Uhr mit einer Ausstellung in der Kirche gefeiert. Geplant ist außerdem eine Tannenbaum-Pflanzaktion sowie ein Weihnachtswichteln innerhalb der Gemeinde. Bis zum 19. Dezember können Geschenke im Wert von 5 bis 10 Euro im Gemeindeamt abgegeben werden. Die Geschenke werden dann Namen und Teilnehmern zugeordnet und nach Hause geliefert.

(trei)