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Radevormwald: Gira schaut voraus ins Jahr 2030​

Wirtschaft in Radevormwald : Gira schaut voraus ins Jahr 2030

Bei einem Presse-Event erläuterte die Geschäftsführung des Traditionsunternehmens wichtige Themen – eins davon ist der Generationswechsel.

Als die Pandemie im Frühjahr 2020 nach Deutschland kam, machte die Firma Gira einen Schnitt. „Wir haben innerhalb einer Woche rund 600 Mitarbeiter ins Home-Office geschickt“, sagt Sebastian Marz, einer der neuen Geschäftsführer. „Und, offen gesagt, war unser Unternehmen bis dahin nicht sehr Homeoffice-affin.“

Gira hat die Krise überstanden, und in dieser Woche gab es wieder Gelegenheit, in Präsenz mit Medienvertretern einen Rückblick zu halten und nach vorne zu schauen bis ins Jahr 2030. Das Traditionsunternehmen, Spezialist für Gebäudetechnik, hatte zu einem Presse-Event eingeladen, und bei dieser Gelegenheit nahmen der scheidende Geschäftsführer Dirk Giersiepen und seine beiden Nachfolger Dominik Marte und Sebastian Marz Stellung zu den wichtigsten Themen. 

Dirk Giersiepen wird sich in der kommenden Woche nach 31 Jahren aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Gewohnt humorvoll versprach er: „Ich werde nicht aus fadenscheinigen Gründen hier über die Bühne laufen.“ Den beiden „Neuen“ gab er den Rat, das unvermeidliche Gerede über den „Alten“, der angeblich immer noch die Strippen ziehe, gelassen zu nehmen.

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Giersiepen blickte in seiner Ansprache auf die Geschichte der Firma zurück, kam dann auf die großen Projekte der vergangenen Jahre zu sprechen, beispielsweise den Neubau des neuen Standorts an der Röntgenstraße, der 2018 eingeweiht wurde. Auch über die Tochtergesellschaften und ihre Rolle innerhalb der Gruppe sprach Giersiepen, zuletzt hatte Gira mit dem britischen Unternehmen Wandsworth eine weitere Übernahme verkündet.

Dominik Marte erläuterte anhand von Clips und Bildern den neuen Markenauftritt von Gira. „Wir sehen Chancen in der Digitalisierung“, sagte er und nannte das Stichwort „Costumer‘s Journey“, was bedeutet, dass Kunden auf digitalem Weg maßgeschneiderte Angebote erstellen können, die dann auf Wunsch direkt an die Handwerksbetriebe weitergeleitet werden könnten. Der klassische dreistufige Vertriebsweg mit dem Elektrohandwerk und dem Elektrogroßhandel bleibe von Bedeutung. Eine Herausforderung sei der erwartete Fachkräftemangel, die neuen digitalen Lösungen könnten hier zur Entlastung der Branche beitragen, ist Marte überzeugt. Weiterhin wolle Gira zudem auf „Wachstum durch gezielte Internationalisierung“ setzen. 

Sebastian Marz betonte in seinen Ausführungen die Rolle der Belegschaft, am Standort Radevormwald sind es rund 1250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Wir setzen weiterhin auf Ausbildung, auch wegen des Fachkräftemangels“, sagte Marz, der einst selber als Azubi bei Gira begonnen hatte. Die Fluktuation bei den Mitarbeitern sei gering, viele Führungskräfte seien wie er selber „Eigengewächse“. Zur Familienfreundlichkeit trage unter anderem der Gira-Betriebskindergarten bei, der 2014 eröffnet wurde und aktuell 30 Plätze bietet. Weiterbildungsmöglichkeiten, Gesundheits- und Fitnessprogramm und Trainingsprogramme, etwa auf dem Gebiet der Digitalisierung, rundeten das Angebot für die Belegschaft ab.

Im Rahmen des Presse-Events gab es auch einen Besuch beim „Solar Decathlons Europe 21/22“. Als Partner des Projekts „MIMO“ der Universität Düsseldorf ist auch Gira mittelbar an diesem Wettbewerb beteiligt. Die Abkürzung steht für „Minimal Impact Maximum Output“, das ziel ist ein energie- und ressourcensparendes Wohnen – angesichts der Lage an den Energiemärkten aktuell wie nie.