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Radevormwald: Gelungene Premiere für ersten SPD-Themenabend

Politik in Radevormwald : SPD-Themenabend feiert gelungene Premiere

Hans Hesse hielt im Bürgerhaus einen Vortrag über den Aufstieg des Chinas zur neuen Weltmacht. Es war zugleich der Auftakt einer neuen Veranstaltungsreihe der Sozialdemokraten in der Bergstadt.

Knapp 30 Besucher füllten den großen Saal im Bürgerhaus corona-konform recht ordentlich, als der SPD-Stadtverband zur Premiere des neuen Veranstaltungsformats mit dem so simplen wie passenden Titel „Themenabend“ einlud. „Wir werden dieses Format in loser Folge anbieten. Und mit den Themen, die wir auswählen, werden wir den Blick über den Zaun der Stadtgrenzen wagen“, sagte Dietmar Stark, der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion.

Zum Auftakt war der Düsseldorfer Buchautor und China-Kenner Hans Hesse zu Gast, der kurzweilig und informativ über das Thema „China – auf dem Weg zur Machtübernahme?“ referierte. Entnommen war es seinem aktuellen Buch „Es brodelt gewaltig in unserem Alltag!“. Es ging letztlich darum, was der Rest der Welt von einem starken China als eventuellem „Welt-Aggressor“ zu erwarten haben könnte.

Hesse, der als Baustoffhändler das Reich der Mitte schon vor 30 Jahren kennengelernt hatte, zeichnete dabei das Bild eines Staates, der in seinen wahrhaft riesenhaften Dimensionen und mit seinen totalitären Systemansprüchen durchaus als Gefahr für Demokratie und westliche Werte angesehen werden könnte. „Die Chinesen holen auf, deswegen müssen wir uns damit auseinandersetzen“, sagte Hesse. 1,4 Milliarden Menschen lebten in China – noch in diesem Jahr sei es das Ziel der kommunistischen Führung, jeden einzelnen dieser Menschen zu überwachen. Denn nur so könne man die Macht im Inneren erhalten.

Die Beispiele, die Hesse dazu nannte, ließen George Orwells „Großen Bruder“ aus dem Roman „1984“ leider nur allzu realistisch erscheinen. Und auch wenn China sein Arsenal an Atomsprengköpfen in den kommenden Jahren ausbauen wolle, sei es die Wirtschaft, mit deren Hilfe Xi Jinping, der chinesische Staatschef auf Lebenszeit, und seine Kommunistische Partei ihren Einfluss als Weltmacht ausweiten wollten.

Dazu zeigte Hesse per Beamer einige aussagekräftige Folien, anhand derer klar deutlich wurde, wo die chinesische Führung ihre Finger im Westen überall im Spiel hat – etwa in Griechenland im Hafen von Piräus, in Deutschland am Flughafen Frankfurt-Hahn.

Als Fazit sagte der Buchautor, dass Europa um gewisse Konsequenzen im Rahmen einer wirtschaftliche Abhängigkeit von China nicht herum kommen werde. Die Welt werde sich verändern – und das alte Weltmacht-System „Russland und die USA“ vom neuen System „China und Russland“ abgelöst. Man könne letztlich nichts gegen diesen Aufstieg Chinas tun – man könne nur wachsam sein, damit man richtig damit umgehen könne.

Im Anschluss daran, wurde das Thema von den Anwesenden ausgiebig diskutiert. Neben einigen Wortmeldungen aus dem Publikum – etwa zur Frage der Bedeutung der neuen Seidenstraße oder der Tatsache, dass sich derzeit viele Chinesen im Hunsrück beim Flughafen Frankfurt-Hahn ansiedelten –, diskutierten mit Moderatorin Rosanna Düring von den Jusos auch Bürgermeister Johannes Mans und die Kandidatin für das Amt der Landrätin, Tülay Durdu.

Deutlich wurde im Verlauf der Diskussion vor allem eines: Das Thema China betrifft jeden Einzelnen – und das durchaus auch in der oberbergischen Kleinstadt, die doch eigentlich so weit weg vom Reich der Mitte ist.