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Radevormwald gedenkt der Opfer der Flut

Kirche in Radevormwald : Beten für die Opfer und die Einsatzkräfte

Am Freitagabend fand in der lutherischen Kirche an der Burgstraße eine Andacht statt. Anschließend wurden die Glocken geläutet – als ein Zeichen des Gedenkens und der Solidarität.

Spenden und konkrete Hilfsangebote vor Ort sind die ganz handfesten Maßnahmen, die nach der verheerenden Hochwasserkatastrophe von Mitte Juli ergriffen wurden.

Für gläubige Menschen bleibt in solchen Situationen des Schreckens und der Not immer auch noch die Hinwendung zu Gott. Und so hatte Philipp Müller, Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde, am Freitagabend zu einer Gedenkandacht in die Lutherische Kirche an der Burgstraße für die Menschen eingeladen, die durch die Flut um Hab und Gut gebracht wurden, plötzlich vor dem Nichts standen oder sogar Angehörige oder Freunde verloren hatten.

„Viele unserer Kirchengemeinden in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind davon betroffen. Neben den seelsorgerischen und finanziellen Hilfsangeboten möchten wir in Radevormwald mit dieser Andacht ein Zeichen der Verbundenheit in Gott mit den betroffenen Menschen setzen“, sagte Müller. Rund 25 Gemeindeglieder waren am frühen Abend gekommen, um gemeinsam – natürlich unter den Corona-Bedingungen – zu beten und zu singen. Auf einem Bildschirm wurden Liedtexte und Gebete angezeigt.

  • Blick auf das lutherische Gotteshaus im
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  • Kirchenglocken (Symbolbild).
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Pfarrer Müller sprach in seiner Predigt über die intensiven Bilder, die im Fernsehen aus den vielen betroffenen Gebieten zu sehen gewesen seien. „Und das nicht an einem Ort, sondern an vielen, auch ganz in der Nähe, in Hagen oder in Beyenburg“, sagte er. Es sei so gewesen, als sei das Innerste der Menschen durch die Flut nach außen getragen worden.

Die Gemeinde betete für die Opfer der Katastrophe, aber genauso für die vielen Helfer der Einsatzkräfte und die Notfallseelsorger. Sie seien es, die aushielten und extrem viel zu leisten hätten. „Gib ihnen allen die Kraft, durchzuhalten und weiterzumachen“, sagte Müller. Dabei brachte er auch zum Ausdruck, dass oft die Worte fehlten, die Hoffnung auszudrücken, dass Gott da sei, um den Menschen zu begleiten. „Ich wünsche uns allen, dass wir innehalten und uns auf Gott besinnen – getreu seiner Worte: Ich will euch trösten, wie eine. Unter, die ihre Kinder tröstet“, sagte Müller. Inhaltlich passend ausgesuchte Lieder umrahmten die Andacht. Etwa „Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht“ oder „Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott“.

Zum Abschluss der etwa halbstündigen Gedenkandacht begannen die Glocken der Lutherischen Kirche zu läuten – ein weithin hörbares Zeichen der Verbundenheit mit all jenen, die mittelbar oder unmittelbar von der Umweltkatastrophe betroffen waren. Außerdem wurde am Ausgang der Lutherischen Kirche eine Kollekte für die Flut-Spendenaktion der Evangelischen Kirche im Rheinland gehalten