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Radevormwald: Gedächtnisambulanz im Sana Krankenhaus

Klinik in Radevormwald : Gedächtnisambulanz im Sana Krankenhaus

Patienten können jetzt prüfen lassen, ob sie an normaler Vergesslichkeit oder doch an Demenz leiden.

Wenn ältere Menschen etwas vergessen oder einen Lapsus begehen, dann scherzen sie manchmal: „Meine Güte, langsam werde ich wirklich alt.“ Hinter diesem Scherz steckt oft eine geheime Angst – die Angst, dass die geistigen Fähigkeiten tatsächlich abnehmen können, dass eines Tages die Orientierung, das Wissen, die Erfahrung eines Lebens verschwinden und sich die Persönlichkeit auf beunruhigende Weise verändert. Das alles kann eine Demenz-Erkrankung bewirken.

Auch Angehörige, die erleben, dass ihre Eltern oder Großeltern „wunderlich“ werden, wie es früher hieß, machen sich oft Sorgen über eine schleichende Demenzerkrankung. Berichte aus anderen Familien über die oft erheblichen Folgen dieses Leidens beunruhigen dann zusätzlich.

Das Sana Krankenhaus in Radevormwald bietet nun eine Gedächtnisambulanz an, in der das Ergotherapie-Team anonyme standardisierte Demenztests durchführt. Auf diese Weise kann für die Betroffenen Klarheit geschaffen werden. „Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob bei Ihnen schon erste Vorzeichen einer Demenz vorliegen, dann ist unsere Gedächtnisambulanz die richtige erste Anlaufstelle“, sagt Dursun Arslan, Chefarzt der Abteilung Akutgeriatrie und Frührehabilitation. „Das speziell geschulte Ergotherapie-Team führt die Tests unverbindlich durch und händigt das Ergebnis den Patientinnen unmittelbar aus.“

Die Gedächtnisambulanz am Sana Krankenhaus Radevormwald wurde unter anderem deshalb ins Leben gerufen, weil viele Betroffene sich schämen, ungern über ihre Probleme sprechen und in der Regel viel zu spät ärztliche Hilfe suchen. „Je früher aber eine demenzielle Erkrankung festgestellt wird, desto eher und besser können ihre Ursachen bekämpft werden“, sagt Chefarzt Arslan. So lasse sich mitunter das Fortschreiten der Krankheit und eine damit über kurz oder lang verbundene Pflegebedürftigkeit abwenden. Außerdem sei es wichtig, andere organische oder seelische Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen auszuschließen.

Alternativ könne die organische Demenzerkrankung auch während eines Aufenthaltes in der Abteilung für Akutgeriatrie und Frührehabilitation durchgeführt werden, teilt Dursun Arslan mit. Dies geschehe dann gegebenenfalls inklusive einer Computertomografie, erweiterter Labordiagnostik, eines EEG und einer Hirnwasseruntersuchung.

Die Gedächtnisambulanz wird montags und donnerstags zwischen 13.30 und 15 Uhr angeboten. Der Besuch ist kostenlos, es wird keine Überweisung benötigt. Allerdings bittet das Team um vorherige Anmeldung unter Tel. 02195 600-247.

(s-g)