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Radevormwald: Friedel Müller erinnert sich an die Tage vor 50 Jahren

Zeitzeuge aus Radevormwald : Friedel Müller erinnert sich an die Tage vor 50 Jahren

Auch Alt-Bürgermeister Friedel Müller hat festgehalten, wie damals die Nachricht ihn als junges Ratsmitglied erreicht hatte. Während einer Fraktionssitzung der CDU seien plötzlich Martinshörner zu hören gewesen.

In diesen Tagen gehen die Erinnerungen vieler Menschen in der Stadt zurück an das Zugunglück, das vor 50 Jahren weit über Radevormwald und Deutschland hinaus die Menschen erschütterte.

Auch Alt-Bürgermeister Friedel Müller hat festgehalten, wie damals die Nachricht ihn als junges Ratsmitglied erreicht hatte. Während einer Fraktionssitzung der CDU seien plötzlich Martinshörner zu hören gewesen. „Wenige Minuten später stürmten Stadtdirektor Dr. Ecarius und einige leitende Mitarbeiter der Verwaltung in den sogenannten ,Blauen Salon’ und riefen wild durcheinander: ,In der Nähe von Dahlerau ist ein schweres Eisenbahnunglück passiert.’“ Müller berichtet, er sei mit einem anderen Ratsmitglied, das in den Wupperorten wohnte, in Richtung Dahlerau gefahren, ab Grunewald sei die Strecke jedoch gesperrt gewesen. „Wir trafen in der Höhe der Kläranlage neben vielen erschütterten Menschen auch Angehörige.“ Manche erfuhren später, dass ihre Kinder unter den Toten waren. Später sei er zur Turnhalle Brede gefahren, um sich nach Einzelheiten zu erkundigen, erzählt Friedel Müller. „Meine Frau hatte Brote geschmiert, um das mit der schlimmen Aufgabe betraute Personal der Stadtverwaltung und des Deutschen Roten Kreuzes zu versorgen.

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Müller erinnert sich besonders an ein schon älteres Paar, das seine Tochter bei dem Unglück verloren hatte. „Wir haben dieses Ehepaar einige Wochen später in deren Wohnung aufgesucht und mit ihnen über dieses schreckliche Ereignis in Ruhe gesprochen. Wir waren beeindruckt, wie gefasst und von christlichem Glauben geprägt diese beiden Menschen ihr schweres Schicksal ertrugen.“ Doch es habe in der Stadt auch Schuldzuweisungen und unschöne Auseinandersetzungen über Spendengelder gegeben.

(s-g)