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Radevormwald: Freie Gemeinde feiert unter freiem Himmel

Kirche in Radevormwald : Freie Gemeinde feiert unter freiem Himmel

Christen aus Dahlerau veranstalten im August Gottesdienste in der kleinen Ortschaft Fuhr bei Remlingrade. Sonntag war Premiere. Damit wollen die Gläubigen wieder zu Präsenzgottesdiensten zurückkehren.

Auch an der Freien evangelischen Gemeinde Dahlerau ist die Corona-Krise nicht spurlos vorbeigegangen. Am Sonntag feierte die Gemeinde den ersten Präsenzgottesdienst, nachdem die Pandemie Deutschland im März erreichte. In der kleinen Ortschaft Fuhr, die zwischen Önkfeld und Remlingrade liegt, kamen die Mitglieder der Gemeinde auf einer Wiese zusammen, um ihren ersten gemeinsamen Gottesdienst nach Monaten zu feiern.

In der Zeit, in der die Gottesdienste im Gemeindehaus in Dahlerau ausgesetzt wurden, feierten die Gläubigen auch Gottesdienst, allerdings in einer anderen Form. „Nachdem wir am 15. März alle Gottesdienste und Veranstaltungen einstellen mussten, haben wir unser Konzept für Online-Gottesdienste entwickelt“, sagt Pfarrer Peter Bernshausen, der seine Gemeinde durch die Krise geleitet hat. Jeden Samstag nahm er mit seinem Team einen vollständigen Gottesdienst auf, der dann sonntags online angesehen und mitgefeiert werden konnte.

Gemeindeleiter Christoph Panczel hat ein Online-Forum eingerichtet, in dem sich alle Teilnehmer über die Gottesdienste austauschen konnten. Angenommen wurde das Angebot gut. „Wir hatten deutlich mehr Aufrufe, als vermutet. Eine Umfrage Ende Mai hat ergeben, dass wir die Online-Gottesdienste ebenfalls für Juni und Juli anbieten sollen“, sagt Peter Bernshausen. Die digitalen Gottesdienste wurden jede Woche zusätzlich an zehn Mitglieder verteilt, die keinen eigenen Internetanschluss haben.

Im August will die Freie Gemeinde zurück zu den Präsenzgottesdiensten finden. Die sollen, wenn es das Wetter zulässt, in der Ortschaft Fuhr stattfinden. Die Premiere am Sonntag hat gut funktioniert. David Busch, zuständig für die Liturgie und Hansgeorg Panczel, der am Sonntag die Predigt hielt, begrüßten ihre Geschwister in Fuhr. „Dass wir heute wieder zusammen Gottesdienst feiern und auch singen können, ist ein Geschenk“, sagt David Busch.

Wie es im September mit den Gottesdiensten weitergeht, steht noch nicht fest. Eine Herausforderung stellt das relativ kleine Gemeindehaus in Dahlerau dar. „Mit den Corona-Regeln, die wir sehr ernst nehmen, dürften nur 25 Geschwister an dem Gottesdienst teilnehmen. Zu unseren Gottesdiensten kommen aber meistens 50 Teilnehmer“, sagt Peter Bernshausen. Zusammen mit der Gemeindeleitung denkt er im Moment über Lösungen für dieses Problem nach. „Sobald das Wetter wieder schlechter wird, müssen wir dringend eine andere Lösung für Präsenzgottesdienste finden. Bisher sind die Überlegungen aber noch nicht spruchreif“, sagt der Pfarrer.

Peter Bernshausen hat die Corona-Krise für sich und seine Gemeinde bisher als „schwierig, herausfordernd, aber auch als inspirierend“ empfunden. „Mein Lebensmotto, und zwar das Beste aus jeder Situation zu machen, wurde neu auf die Probe gestellt. Aber wir haben tatsächlich das Beste aus der Situation gemacht.“
Die Freie evangelische Gemeinde Dahlerau ist froh, dass sie langsam zurück zu ihrer Gemeinschaft findet. „Die Online-Gottesdienste haben gut funktioniert, aber gemeinsam Zeit zu verbringen hat uns allen gefehlt“, sagt Peter Bernshausen. Nicht nur die Präsenzgottesdienst kehren zurück, sondern auch Gruppen, wie die Gebetsgruppe und der Bibelgesprächskreis.