Kirche in Radevormwald Ein Treffpunkt für Frauen feiert Jubiläum

Radevormwald · Einmal im Monat treffen sich Frauen am Mittwochabend im Paul-Gerhardt-Haus. Diese Tradition wurde vor zwei Jahrzehnten von Pfarrerin Manuela Melzer ins Leben gerufen.

 Der Kreis „Frauensache“ trifft sich regelmäßig im Paul-Gerhardt-Haus. Nun feierte die Runde 20-jähriges Bestehen. Ein Grund anzustoßen, findet Pfarrerin Manuela Melzer.

Der Kreis „Frauensache“ trifft sich regelmäßig im Paul-Gerhardt-Haus. Nun feierte die Runde 20-jähriges Bestehen. Ein Grund anzustoßen, findet Pfarrerin Manuela Melzer.

Foto: Jürgen Moll

Einmal im Monat treffen sich rund 15 interessierte Frauen im Paul-Gerhard-Haus, um buchstäblich über Gott und die Welt zu reden. Obgleich sich Pfarrerin Manuela Melzer immer akribisch auf die Abende vorbereitet und einen Impulsvortrag mitbringt, lange referiert sie nicht, erzählt sie amüsiert. „Wir kommen immer recht schnell ins Gespräch.“

Als Manuela Melzer 2002 zur evangelisch-lutherischen Gemeinde in Radevormwald berufen wurde, erhielt sie prompt den Auftrag, als Pendant zum bis dato seit 30 Jahren bestehenden Frauenkreis „Frauen im Gespräch“, ein Angebot für jüngere Frauen zu etablieren. „Wir waren alle damals zwischen 30 und 40 und sind mittlerweile auch zwischen 50 und 60 Jahre alt. Wir sind mit dem Kreis gealtert.“ Der neu gegründete Kreis erreichte auf Anhieb eine treue Besucherschaft von rund 30 Frauen. Zwischenzeitlich, erinnert sich Melzer, dachte sie, dass sich der Kreis auflösen würde.

„Wir hatten in den 20 Jahren auch eine etwas kleinere Delle, so um 2012, 2013, wo weniger Frauen kamen.“ Warum, weiß Melzer nicht. Zum Glück aber erholte sich der Kreis. Mittlerweile sind es rund 15 Damen, die sich gerne zusammensetzen und sich austauschen, über weltliche und religiöse Themen, vor allem über die Rolle der Frau in Bibel und Gesellschaft.

Kirsten Ringsdorf etwa ist seit 18 Jahren dabei. „Ich suchte damals Anschluss“, erinnert sich die 59-Jährige. Im Frauenkreis der Gemeinde fand sie ihn, lernte neue Frauen kennen, knüpfte Freundschaften. „Ich finde es schön, mich mit anderen über den Glauben auszutauschen“, erklärt sie ihre Motivation, jeden Monat den Frauenkreis aufzusuchen. Als Mensch mit Behinderung, erklärt sie zudem, „habe ich mich hier direkt aufgenommen gefühlt.“ Besonders genieße Ringsdorf die Ausflüge in der Gruppe. Lebhafte Erinnerungen hat sie noch an eine Exkursion nach Münster vor einigen Jahren. „Dort haben wir bei einer Krimi-Rallye mitgemacht. Das hat sehr viel Spaß gemacht.“

Anne Wibbels ist von Anfang an im Frauenkreis dabei. „Frau Melzer sprach mich damals an, dann habe ich gleich mitgemacht“, erinnert sich die heute 64-Jährige an die Anfänge. Was sie über die zwei Jahrzehnte nun schon an den Frauenkreis gebunden hat, sei die Gemeinschaft – vor allem aber auch die Vielfalt der Themen. „Beim ersten Treffen im Januar setzen wir uns immer zusammen und entscheiden gemeinsam, welche Themen wir aufgreifen wollen.“ Der Austausch bereichere sie, erklärt Wibbels. Auch für sie seien die Ausflüge jedes Mal ein Höhepunkt. „Ein schöner Ausflug, an den ich mich gerne erinnere, ist der vom vorigen Jahr. Da waren wir in Lieberhausen und haben uns die bunte Kerke angeschaut.“

Nach der Zukunft gefragt, sagt Melzer überzeugt: „Wir machen weiter wie bisher.“ Sie würde sich wünschen, dass die jüngere Frauengeneration in der Gemeinde ein solches Angebot in einem Frauenkreis für sich aufbauen würden. Denn sowohl für die Frauen selbst als auch für die Gemeinde seien solche Angebote eine Bereicherung.

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