Radevormwald: Foto-Künstler Gerd Mittendorf stellt in Hattingen aus

Künstler aus Radevormwald : Rader Foto-Künstler stellt in Hattingen aus

Das Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen zeigt bis zum 22. September Fotografien von Gerd Mittendorf. Der Titel der Ausstellung lautet „Schrott“ – der Künstler lässt sich unter anderem von verschiedenen Materialien inspirieren.

Gerd Mittendorf ist ein leidenschaftlicher Fotograf. Während andere Kätzchen, Hundewelpen, Blumen oder Sonnenuntergänge ablichten, fasziniert den in Radevormwald lebenden Foto-Künstler nicht zuletzt – Schrott. Und so heißt auch die Ausstellung im LWL-Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen, die noch bis zum 22. September zu sehen ist. Im Sheddach-Gebäude sind 48 Fotografien des Fotografen zu sehen, der in Radevormwald lebt und arbeitet.

In der Ausstellung „Schrott“ spielt Mittendorf mit den Sehgewohnheiten der Betrachter. Ein Bild scheint zusammengerollte Zeitungen zu zeigen, tatsächlich jedoch sind es geschichtete Bleche. Andere Fotos zeigen Oberflächen von rostenden Metall und wirken, als handle es sich um Fotografien von wabernden Amöben aus dem Mikrokosmos.

Die Werke wirken mal abstrakt, mal meint der Betrachter ihm vertraute Formen zu erkennen. Vom Zufall arrangiert, von Mittendorf entdeckt, erscheinen Landschaften, Gesichter oder Fabelwesen. So naheliegend der Titel der Ausstellung - „Schrott“ - demnach ist, so fordert er doch ein gewisses Maß an Humor. Und den bringe Gerd Mittendorf ohne Zweifel mit, so LWL-Museumsleiter Robert Laube.

„Detailaufnahme einer Oberfläche“ von Gerd Mittendorf. Foto: Gerd Mittendorf

Manchem Radevormwalder wird der Name Gerd Mittendorf aus einem anderen Zusammenhang bekannt sein. Wenn er sich nicht der Foto-Kunst widmet, sammelt er Tüten in allen Formen, Farben und aus aller Herren Länder – rund 100.000 sind bereits zusammengekommen.

Die Faszination für die Fotografie hat bei Mittendorf, der 1939 in Remscheid geboren wurde, im Alter von elf Jahren begonnen. Damals bekam er eine „Bilora-Blitzbox“ geschenkt. Die Grundlagen der Fotochemie lernte er im Labor des Vaters.

Professionell beschäftigt sich Mittendorf seit 1958 mit der Fotografie, damals absolvierte er eine Ausbildung an der Technischen Schule der Bundeswehr. Dazu zählte auch die Bild-Flugaufklärung, und so lernte er alles, was der Fachmann über dieses Thema wissen muss.

Später war Gerd Mittendorf für die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Schwelm zuständig und arbeitete im Vorstand des dortigen Verkehrsvereins. Die „Schwelmer Rathaus-Galerie“ wurde im Jahr 1976 auf seine Initiative hin gegründet. Auch für die Medien war er verschiedentlich als Fotograf tätig.

Bei seiner Fotografie setzt der Radevormwalder auf das Authentische. Während viele heute ihre Bilder am Computer aufpeppen, lehnt er dies ab. Nur die Effekte, die Regen, Sonne und unterschiedliche Lichtverhältnisse bieten, sollen seine Fotografien mitgestalten.

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