Radevormwald: Förster Bernhard Priggel spricht über die Geschichte der Jagd

Geschichtsverein in Radevormwald : Vortrag: So war das in alten Zeiten mit der Jagd

Die Entwicklung der Jagd war auch immer ein Spiegel der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse. Einen spannenden Einblick gibt Bernhard Priggel nun bei einem Abend im Bürgerhaus.

Der Bergische Geschichtsverein aus Radevormwald lädt zu einem Vortrag von Bernhard Priggel über die „Jagd-adeliges Vergnügen oder Bürgerrecht“ ein. Er findet statt am Freitag, 18. Oktober, um 19.30 Uhr im Mehrzweckraum des Bürgerhauses. Priggel kennt sich mit dem Thema auch beruflich gut aus – er ist der für Rade zuständige Förster.

Mit der freien Jagd für Jedermann war es schon im Mittelalter vorbei. Der Adel beanspruchte die Jagd für sich und setzte „sein Jagdrecht“ oft mit brutaler Gewalt durch. Im 18. Jahrhundert geriet die ausschließliche Jagdausübung des Adels ins Wanken. Der luxuriöse Lebensstil an den Herrscherhöfen, auch beim Kurfürsten von der Pfalz, führte zu einem enormen Finanzbedarf. Wohlhabend gewordenen nichtadeligen Kaufleuten wurde es möglich, ein Jagdgebiet zu pachten. Neues Gedankengut, auch im Jagdrecht, brachte die französische Besatzung unter Napoleon mit verheerenden Folgen für den Wildbestand in den Wäldern.

Die entscheidende Wende kam aber erst 1848: Das Jagdrecht ging auf den Eigentümer von Grund und Boden über. Waren Hasen, Rebhühner und Birkwild über lange Zeit die wichtigste Jagdbeute, so gewannen zu Beginn des 20. Jahrhunderts Rehe zunehmend an Bedeutung. Der Rückgang von Getreidefeldern, Kartoffeln und Runkelrüben ließ auch Rebhühner und Fasanen verschwinden. Rehe und Wildschweine sind heute die Jagdbeute.

Fr. 18. Oktober, 19.30 Uhr, Mehrzweckraum Bürgerhaus, Schlossmacherplatz.

(s-g)