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Radevormwald: Firma Gira zeigt sich in der Coronakrise widerstandsfähig

Blickpunkt Wirtschaft in Radevormwald : Bei Gira sind Verhältnisse trotz Corona stabil

Die Firma trotzt der Krise, auch wenn das Auslandsgeschäft schwieriger wird. Die Belegschaft blieb bislang vom Virus verschont.

Nicht nur die Angst um die eigene Gesundheit treibt die Menschen in diesen Tagen um. Auch die Folgen der Ausbreitung des Coronavirus für die Wirtschaft macht vielen Menschen Sorgen. Berichte über regionale Unternehmen, die zur Kurzarbeit übergegangen sind, verunsichern Arbeitnehmer.

Doch wie steht es mit Radevormwalds prominentestem Arbeitgebeber, dem Gebäudetechnik-Experten Gira? Verglichen mit anderen Unternehmen befindet sich das Unternehmen derzeit noch in einer guten Lage. Natürlich habe man auf die Gefahren durch das Virus reagieren müssen, erklärt Geschäftsführer Dirk Giersiepen: „Knapp 600 Mitarbeiter befinden sich derzeit im Homeoffice, das funktioniert auch gut.“ Dass Gira in Radevormwald zwei Standorte hat, sei in dieser Situation ein Vorteil: „Dadurch gibt es eine automatische Trennung der Belegschaften.“ So werde das Risiko einer Ansteckung gesenkt. Auch sei die Übergabe der Arbeitsschichten mittlerweile so geregelt worden, dass der Kontakt der Mitarbeiter minimiert worden sei. Bislang zeigen die Maßnahmen Erfolg. „Wir haben unter unseren Mitarbeitern bislang keinen bestätigten Fall einer Ansteckung mit dem Coronavirus.“

Drastische Maßnahmen wie die Einführung von Kurzarbeit seien derzeit für die Geschäftsführung des Traditionsunternehmens kein Thema. „Wir haben einen guten Auftragseingang und eine gute Lieferkette“, berichtet Dirk Giersiepen. Auch seien sogenannte Hamsterkäufe bei der Kundschaft nicht erkennbar. Inwieweit sich diese stabile Lage im zweiten Quartal fortsetze, müsse man nun sehen, so der Geschäftsführer. Während die Geschäftslage in Spanien und in Österreich schwierig sei, bildeten Deutschland und die Niederlande Stabilitätsfaktoren. Und wie steht es mit Großbritannien, einem Land, dem es droht, nun doppelt getroffen zu werden – durch die Corona-Krise und den Brexit? Dort ist Gira mit der Vertriebsgesellschaft Gira UK Ltd. vertreten. Auch hier sieht Dirk Giersiepen die Lage gelassen: „Wir stehen in Großbritannien ganz am Anfang, somit können wir dort auch keine großen Verluste machen.“

Dirk Giersiepen. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Nicht ganz so gelassen zeigt sich die Stimmung bei den Einzelhändlern in Radevormwald. Marcus Strunk, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, spricht von einer „Katastrophe“. Der Optiker selber kann seinen Laden in eingeschränkter Form weiterführen – die Mitarbeiter sind in Kurzarbeit –, doch andere Branchen haben weniger Glück. Natürlich hoffe man, dass auch die kleineren Unternehmen von den Wohltaten der Regierung, die nun verkündet werden, etwas haben.

In dieser Situation werden allerdings auch viele Geschäftsleute kreativ und überlegen sich andere Wege, um ihre Waren zu verkaufen, etwa durchs Verschicken. „Wir wollen uns in den nächsten Tagen in der Werbegemeinschaft über solche Alternativen austauschen“, erklärt Marcus Strunk. „Natürlich per Videokonferenz, wie es im Moment ratsam ist.“ Bemerkenswert sei, dass offenbar manche Anbieter von außerhalb versuchen, die CoronaKrise zu nutzen. „Wir bekommen regelmäßig Mails von Unternehmen, die uns über neue Geschäftsmöglichkeiten beraten wollen“, sagt Strunk. „Ich bin nicht sicher, ob das immer seriös ist.“