Kultur in Radevormwald Feuerwehr-Herbstkonzert vor vollen Rängen

Radevormwald · Das Feuerwehrorchester erfreute im Bürgerhaus die zahlreich erschienenen Zuhörer mit vielen schönen Melodien. Es war der letzte Auftritt unter der Leitung von Dirigent Federico Ferrari.

 Das Feuerwehrorchester spielte am Samstag letztmals mit dem Dirigenten Federico Ferrari, der zum Jahresende aufhört.

Das Feuerwehrorchester spielte am Samstag letztmals mit dem Dirigenten Federico Ferrari, der zum Jahresende aufhört.

Foto: Wolfgang Weitzdörfer

Es ist für die auftretenden Künstler immer schön, wenn sie vor vollen Rängen spielen können. Insofern musste es für das Orchester der Freiwilligen Feuerwehr Radevormwald am Samstagabend ein wirklich besonders schöner Moment gewesen sein. Denn der große Saal im Bürgerhaus war sehr gut gefüllt, als die rund 50 Musikerinnen und Musiker die Bühne betraten und mit kräftigem Applaus empfangen wurden.

Doch ehe die „Großen“ loslegten, durfte erst einmal der Nachwuchs zeigen, was er draufhatte. Mit Feuereifer, Spielfreude und Pfiff zeigte das Kinderorchester mit Stücken wie „Let‘s Begin“ und „Power Rock“, dass man sich um den Nachwuchs für das Feuerwehrorchester keine Sorgen machen musste. Denn was die Kinder da präsentierten, war aller Ehren wert – und bekam zurecht kräftigen Applaus des begeisterten Publikums.

Dann aber war es Zeit für die Großen. Unter der Leitung von Dirigent Federico Ferrari und adventlichen Klängen eines „Präludiums und Chorals“ ging es recht besinnlich los. Besonders schön anzuhören war dabei der voluminöse Klang, den die rund 50 Musiker – in der Hauptzahl an den Holz- und Blechblasinstrumenten, unterstützt Perkussionisten – erzeugten. Glasklar war dabei der Klang, die einzelnen Stimmen waren sauber zu hören, und als Moderator Stefan Biermann sich nach dem ersten Lied an das Publikum wandte, wich er direkt von seiner eigentlichen Moderation ab. „Wissen Sie, wie sehr wir das vermisst haben?“, sagte er unter dem Applaus des Publikums.
Zwei Jahre war der bislang letzte Auftritt her, zwischenzeitlich waren die jungen Frauen und Männer des Jugendorchesters in das große Feuerwehrorchester integriert worden - auch das ein Zeichen der intensiven Arbeit, die unter Dirigent Ferrari, liebevoll Fede genannt, geleistet wurde. Wurde, das passte in diesem Zusammenhang ganz einwandfrei - leider, wie man feststellen musste. Denn Ferrari, so erzählte Biermann, würde dem Orchester nur noch bis Jahresende als Dirigent zur Verfügung stehen. „Das ist heute sein letztes Konzert mit uns“, sagte Posaunist Biermann, was im Publikum zu deutlich vernehmbarem Bedauern führte. Kein Wunder, war das doch wirklich ganz eindrucksvoll, was das Orchester in den vergangenen fünfeinhalb Jahren zusammen mit seinem Dirigenten auf die Beine gestellt hatte.

Das war nicht nur am Samstagabend in sehr anspruchsvollen Stücken zu hören, wie dem dreisätzigen Werk über die Auswirkungen des Klimawandels, der Suite „Schmelzende Riesen“ des Komponisten Armin Kofler. Von beschwingt und heiter bis zu elegisch und dramatisch war in den knapp zehn Minuten eine Vielfalt von musikalisch umgesetzten Emotionen zu hören. Oder in einer Ballade für Altsaxophon und Orchester. Aber auch die drei Goldmedaillen, die das Rader Feuerwehrorchester in den vergangenen fünf Jahren zusammen mit Ferrari errungen hatte, sprachen hier eine deutliche Sprache. „Zuletzt erst im September bei den Bundeswertungsspielen der Feuerwehrorchester in Freiburg“, sagte Biermann. Der Dirigent werde noch bis Jahresende die Proben leiten, dann „zieht es ihn in neue musikalische Richtungen“, sagte Biermann. Wie schön, das Orchester noch einmal mit diesem tollen Dirigenten gehört haben zu können.

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