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Radevormwald: Faszination Energie im Wülfingmusuem

Wülfingmuseum in Radevormwald : Faszination Energie im Wülfingmuseum

Das Wülfingmuseum in Dahlerau weihte am Sonntag viele Besucher in die Energieversorgung der Fabrik ein. Auch die größte Dampfmaschine der Region erlebten die Gäste in Aktion. Und sie bekamen einige Geheimnisse verraten.

Das Wülfingmuseum ist ein Aushängeschild für die Textilindustrie im Bergischen und beherbergt außerdem die größte Dampfmaschine der Region. Um die prunkvolle Dampfmaschine in Aktion zu erleben, kamen am Sonntag zahlreiche Besucher an die Wupper. Den Thementag „Energie aus Wasser und Dampf“ bietet das Museum mehrfach im Jahr an und macht damit immer wieder gute Erfahrungen. Die Menschen sind interessiert.

„Heute morgen hatten wir schon eine große Gruppe von Feuerwehrkameraden hier, für die wir eine separate Führung organisiert haben. Unsere Dampfmaschine und sowieso die gesamte Energieversorgung weckt immer wieder Aufmerksamkeit“, sagt Ulrich Kühn vom Museumsverein. Die Führung am Nachmittag leitete Peter Dominick, der in Radevormwald bekannt für sein technisches und historisches Wissen ist. Zusammen mit Gerd Neumann, der sich ebenfalls ehrenamtlich im Wülfingmuseum engagiert, hat er schon einige alte Maschinen wieder zum Leben erweckt, repariert und pflegt sie mit viel Hingabe und Fachwissen. Die technischen Fakten des Wülfingmuseums kennt er in- und auswendig.

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An seinem Wissensschatz ließ er am Sonntag die Museumsbesucher teilhaben. „Wir beginnen die Führung vor dem Eingang zur Wasserturbine im Keller des Gebäudes. Eine Wasserturbine ist deutlich effizienter als ein Wasserrad, weil der Energieverlust deutlich geringer ist“, erklärt er. Die Wasserturbine, die momentan im Wülfingmuseum arbeitet, stammt aus dem Jahr 1922. Der Standort des Kellerraums erlaubt auch den Blick auf die gigantische Transmissionswelle, die elektrischen Strom produziert. Dominick erklärte das Prinzip eines Wassergrabens und wie die Wupper als Energiegewinner genutzt werden kann. „Hier unten an der Wupper haben sich nicht umsonst zahlreiche Fabriken angesiedelt. Die Wasserkraft war der ausschlaggebende Punkt, aber der Fluss war in heißen Sommern ziemlich launisch“, sagt Dominick. Wenn die Wasserkraftanlage in trockenen Sommern in Dahlerau zu wenig Energie produzierte, fing die Dampfmaschine diesen Verlust auf. Außerdem stand die Maschine der Fabrik Wülfing für Fortschritt und Modernität. „Die Einzelteile der Dampfmaschine wurde mit der Bahn geliefert und mit einem Schwertransporter zum Standort gebracht. Die Einzelteile wurden auf dem Fundament zusammengebaut und das Haus später um die Maschine herum gebaut. Das ist nicht mal eben gemacht.“ Geliefert wurden die Einzelteile 1981.

Dominick führte die Besucher in den Antriebsraum der Maschine. Unterhalb der prächtigen Dampfmaschine sind schwere Seile zu sehen und ein Motor, zu dem es eine ganz besondere Geschichte gibt. „Das ist ein relativ neuer Motor, den ich vor einer Verschrottung gerettet habe und dafür nur eine Runde Grillwürstchen bezahlen musste“, sagt Dominick. Einige Minuten später setzte sich die behäbige Dampfmaschine in Gang. Gut geölt lief sie an, und die schweren Bauteile setzten sich in Bewegung. Diesen Moment hielten die meisten Besucher auf ihrem Smartphone fest, denn die größte Dampfmaschine des Bergischen Landes in Aktion zu erleben, ist immer wieder etwas Besonderes.

Auffällig ist die Optik des Dampfmaschinenraumes. Er ist aufwendig gefliest und mit Holz vertäfelt. Zufall ist das nicht. „Die Dampfmaschine wurde früher auch schon mal zum Angeben genutzt, und wenn Kunden eine Führung durch die Firma bekamen, war der Raum der Dampfmaschine das Aushängeschild.“ Dominick verriet am Sonntag zahlreiche Geheimnisse, wie dieses und entließ seine Besucher mit mehr Wissen in den Sonntagnachmittag.