Familienzentrum Kottenstraße in Radevormwald Kinder erleben die Magie der Farben

Radevormwald · Kunterbunt ging es am Samstagvormittag im Familienzentrum Kottenstraße her: Der Leverkusener Günther Lohmer experimentierte gemeinsam mit interessierten Familien rund um das Thema Farben.

Günther Lohmer zeigte Tochter Lilly, Mutter Anna und Vater Daniel interessante Farb-Experimente.

Günther Lohmer zeigte Tochter Lilly, Mutter Anna und Vater Daniel interessante Farb-Experimente.

Foto: Cristina Segovia-Buendia

Akribisch rollt Lilly mit ihrem Papa Daniel und Mama Anna ein kreisrundes Filterpapier zu einem Strohhalm zusammen. Vorsichtig schiebt sie es in die Öffnung eines zweiten Filterpapiers, das die Vierjährige zuvor mit einem schwarzen und einem grünen Fineliner bemalt hat. Den selbstgebastelten Schirm stellt sie in einen Becher mit Wasser. Langsam zieht sich der kleine Papierschirm das Wasser über den Strohhalm bis nach oben zum bemalten Schirm hinauf. Die Magie der Farben beginnt: Das aufgesogene Wasser bringt die Farben in Bewegung, trennt die grüne und schwarze Farbe voneinander, die langsam verschwimmen und blass werden. Lilly schaut ungläubig. Sie hat soeben mit ihren Eltern den Prozess der Chromatografie nachgestellt, ein chemisches Verfahren zur Auftrennung von Stoffgemischen, in diesem Fall unterschiedlicher Farben.

Referent Günther Lohmer schaut seinen Schützlingen über die Schulter. „Das hat doch wunderbar geklappt.“ Er erklärt noch kindgerecht, wie das Wasser über das Papier hinaufgezogen wird, in dem er es mit einem Baumstamm vergleicht, dessen inneres ebenso das Wasser bis an die Astspitzen transportiert, um die Blätter zu versorgen. „Papier stammt ja aus Holz und da sind halt eben noch diese Äderchen vorhanden.“ Warum das Wasser letztendlich die beiden Farben voneinander trennt, dieses komplexe Kapitel lässt der Fachmann erstmal offen. Er möchte vor allem seinen jungen Teilnehmer nicht überfordern, sondern sie im Gegenteil, für die Naturwissenschaften begeistern.

Das gelingt etwa mit in Wasser aufgelösten Lebensmittelfarben, einer Pipette und einigen Zuckerwürfeln besonders gut. Langsam lassen die Teilnehmer nach Anweisungen Lohmanns zuerst blaue Farbe auf das Zuckerstück tröpfeln, dann mit einer weiteren Pipette einen Tropfen gelb. In Windeseile ziehen sich die beiden Farben zusammen, so dass der Würfel plötzlich grün wird. Dasselbe Spiel wird mit den Grundfarben blau und rot wiederholt, sowie mit rot und gelb. Die Kinder lernen hier spielerisch das Prinzip der sogenannten Primärfarben (Blau, Rot, Gelb), mit denen sich, je nach Verhältnis, alle anderen Farben des Spektrums mischen lassen.

Einen weiteren „Zaubertrick“ bringt Lohmann mit, als er eine Kanne blauvioletten Rotkohlsaft mit Essig mischt und eine zweite mit Backpulver. Mit der Säure des Essigs wird der blauviolette Saft plötzlich rot, mit dem alkalischen Backpulver wechselt der Saft ins Blaue.

„Die Kinder sind immer völlig begeistert und vertieft, wenn sie gemeinsam mit Farben experimentieren“, verrät Lohmer aus seinem Alltag als Trainer für naturwissenschaftliche Experimente. Auch in Radevormwald gelingt diese Faszination, die längst nicht bei den Jüngsten aufhört. Lilly ist zwar ganz vertieft in die Aktion, aber auch Papa Daniel und Mama Anna können der gemeinsamen Familienveranstaltung vieles abgewinnen: „Wir haben das Angebot gesehen und fanden es ganz spannend“, verrät die Mutter. Sie sei gespannt gewesen und nehme nach den knapp zwei Stunden jede Menge Inspiration für zu Hause mit. Ihre Tochter male und bastle gerne und spiele auch liebend gerne mit Wasser. Mit denen hier vorgestellten Experimente, vermutet die Mutter, lassen sich auch einige verregnete Nachmittage gut überbrücken. Und gelernt, gesteht Anna dann, habe sie als Erwachsene an diesem Vormittag auch einiges Neues aus der Chemie.

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