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Radevormwald: Fahrgäste unterstützen die Maskenpflicht

Eindrücke vom Busbahnhof in Radevormwald : Fahrgäste unterstützen die Maskenpflicht

Seit Montag besteht für alle Fahrgäste von öffentlichen Verkehrsmittel Maskenpflicht. In Radevormwald ziehen alle mit. „In den vergangenen Wochen haben meistens nur alte oder kranke Menschen Masken getragen, heute waren es alle“, berichtet ein Busfahrer.

Der Busbahnhof war am Mittag relativ leer. Die meisten Fahrgäste nutzen die Busverbindungen von Radevormwald in die Nachbarstädte, um zur Arbeit zu fahren. Seit Montag müssen alle Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln eine Alltagsmaske, also eine textile Mund- und Nasenbedeckung tragen, um Neuinfektionen mit dem Corona-Virus weiter einzudämmen. Am Busbahnhof Radevormwald weisen mehrere Anzeigentafeln auf die Maskenpflicht im Öffentlichen Personennahverkehr hin.

Busfahrer Norman Hoffmeister, der für die Deutsche Bahn arbeitet, und seinen Arbeitstag um halb sechs begonnen hat, konnte nach den ersten 100 Fahrgästen ein positives Fazit ziehen. „Heute haben sich alle an die Maskenpflicht gehalten. Ich musste niemanden zurechtweisen oder aufklären“, sagt der Busfahrer. Mit der neuen Regelung hat sich das Bild in den Bussen geändert. „In den vergangenen Wochen haben meistens nur alte oder kranke Menschen Masken im Bus getragen, heute waren es alle. Mir erleichtert das die Arbeit.“

Norman Hoffmeister trägt auf seinen Fahrten keine Maske, hat aber eine griffbereit. Genauso, wie Desinfektionsmittel. „Mir bleibt es offen gestellt, ob ich eine Maske trage oder nicht. Die Fahrgäste steigen hinten ein und haben keinen Kontakt mit mir. Wenn behinderte Fahrgäste Hilfe beim Ein- oder Aussteigen brauchen, ziehe ich die Maske an.“ Die erste Schicht zwischen Lüdenscheid und Radevormwald nach Einführung der Maskenpflicht in Nordrhein-Westfalen war für den Busfahrer ein positives Erlebnis.

Weil Norman Hoffmeister keinen direkten Kontakt mit Fahrgästen hat, kann er als Busfahrer entscheiden, ob er eine Maske trägt. Foto: Flora Treiber

Annamaria Gasperi fährt mit dem Bus zur Arbeit und findet die Maskenpflicht in Bus und Bahn richtig. „Es ist sinnvoll, weil die Fahrgäste schon nah beieinander sitzen. Eine große Umstellung wird es allerdings, die Maske acht Stunden bei der Arbeit zu tragen. Für eine Busfahrt finde ich es unproblematisch“, sagt die Mitarbeiterin eines Supermarktes. Von ihrem Arbeitgeber hat sie drei Masken zur Verfügung gestellt bekommen, auf dem Weg zur Arbeit trägt sie eine eigene. „Die ist selbstgenäht und wird heute Abend heiß gewaschen, damit ich sie wieder tragen kann“, sagt die Radevormwalderin.

Christel und Kurt-Dieter Schmidt wohnen in Radevormwald und fahren mit dem Bus zum Einkaufen in die Innenstadt. Am Montag ist dem Ehepaar die Maskenpflicht positiv aufgefallen. „Ich finde es richtig. Im Supermarkt werden Menschen ohne Maske rausgeschmissen. Das haben wir heute beobachtet, und das ist auch konsequent“, sagt Christel Schmidt.

Christel und Kurt-Dieter Schmidt haben im Supermarkt beobachtet, wie Kunden ohne Maske des Ladens verwiesen wurden. Foto: Flora Treiber

Für ihren Mann bedeutet das Tragen einer Maske eine Herausforderung. „Ich bin Brillenträger, habe ein Hörgerät und muss jetzt noch eine Maske tragen. Eine weitere Einschränkung – und meine Brille beschlägt auch dauernd. Das ist alles umständlich.“ Trotzdem hält er die Maskenpflicht für die richtige Entscheidung. „Menschen brauchen diese Pflicht, damit sie sich daran halten. Und wie man sieht klappt das auch. Im Bus haben ich heute niemanden ohne Maske gesehen“, sagt er. Wie die meisten Menschen trägt auch Kurt-Dieter Schmidt eine selbstgenähte Maske.

Niclas Schürmann fährt auch regelmäßig Bus und hat sich einige Einwegmasken gekauft. „Die schmeiße ich dann nach einer Busfahrt weg und hoffe, dass ich mich so besser schützen kann.“

Ob Stoffmaske oder Einwegvariante – wichtig ist, dass man sich während des Tragens einer Maske nicht ins Gesicht fasst und es vermeidet diese zu richten. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen sowie der Mindestabstand von anderthalb Metern zu seinen Mitmenschen ist trotz der Maskenpflicht wichtig, um sich selber und andere Menschen zu schützen.